18.10.2019 - 16:26 Uhr
MünchenOberpfalz

Staatsforst startet Waldumbau in der nördlichen Oberpfalz

Trockenheit, Stürme, Schneebruch und Borkenkäfer haben den 8000 Quadratkilometern Wald der Staatsforsten zugesetzt. Der Forst will dagegenhalten, trotz der deutlichen Einbußen.

Bayerische Staatsforsten legen Bilanz vor in Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten fällt eine Fichte.
von Jürgen UmlauftProfil

Der Klimawandel hat die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) allein im abgelaufenen Geschäftsjahr 80 Millionen Euro gekostet. Das teilte Vorstandschef Martin Neumeyer am Freitag in München mit. Stürme, Hitze, Trockenheit und in der Folge ein massiver Borkenkäferbefall sowie der Schneebruch im vergangenen Winter hätten zu Mehrausgaben bei der Beseitigung der Schäden und gleichzeitig zu Mindereinnahmen beim Holzverkauf gesorgt. Der Umsatz der Staatsforst ging im Vergleich zum Vorjahr um gut elf Prozent auf 330 Millionen Euro zurück, der Gewinn brach von 53,4 auf 1,2 Millionen Euro ein. Neumeyer sprach dennoch von einem "Achtungserfolg in extrem schwierigen Zeiten".

Im Vorgriff auf das geplante Zukunftsprogramm für die bayerischen Wälder kündigte Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) den Start des verstärkten Waldumbaus bereits für diesen Herbst an. Schwerpunkte sollen unter anderem der Frankenwald und der nördliche Oberpfälzer Wald sein. Insgesamt sollen in den Staatsforsten heuer noch 500 000 Bäume zusätzlich gepflanzt werden, in den Folgejahren jeweils eine Million. Neumeyer betonte, die Staatsforsten könnten das trotz der schwierigen Wirtschaftslage noch aus eigener Kraft stemmen. Derzeit komme man ohne Finanzhilfen des Freistaats aus.

Kaniber teilte zudem mit, die Auwälder im Staatsbesitz entlang der Donau bei Neuburg auf rund 1000 Hektar aus der forstlichen Nutzung zu nehmen. Man gebe diesen artenreichen Forstbestand damit "der Natur zurück".

Nach Angaben Neumeyers haben Hitze und Trockenheit vor allem in Nordbayern nicht nur den Fichten, sondern auch den Buchen und Kiefern erheblich zugesetzt. Die Staatsforsten reagierten darauf mit einer Beschleunigung des Waldumbaus. Dieser soll nun schon im Jahr 2030 abgeschlossen sein, also fünf Jahre früher als ursprünglich geplant. "Wir geben keinen Quadratmeter Staatswald auf, es ist unser Anspruch, auf jedem Quadratmeter einen neuen zukunftsfähigen Wald zu erschaffen", betonte Neumeyer. Dazu sollen mehr klimaresistente Bäume wie Tannen und Eichen ausgebracht werden. Außerdem liefen Anbauversuche mit neuen Baumarten wie der Karpatentanne oder der Libanonzeder. In ihren Herkunftsländern würden diese Bäume unter Bedingungen wachsen, wie sie wegen des Klimawandels in den nächsten Jahrzehnten in Bayern erwartet würden. Um die Neuanpflanzungen zu schützen, forderte Neumeyer eine "effektive Jagd". Nur bei angepassten Wildbeständen habe der "junge Zukunftswald" ein Chance aufzuwachsen. Kaniber betonte, der Grundsatz "Wald vor Wild" bleibe Vorgabe der Staatsregierung. Dies sei von Experten erst wieder beim Runden Tisch zur Artenvielfalt bestätigt worden. Die Staatsforsten bewirtschaften rund ein Drittel der bayerischen Waldfläche, insgesamt rund 800 000 Hektar.

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