16.06.2021 - 11:50 Uhr
StadlernOberpfalz

Alois Müller schafft in Eigeninitiative einen Baum- und Naturlehrpfad in Stadlern

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Die Burgruine Reichenstein im Miniaturformat, zahlreiche Figuren aus Holz und 17 verschiedene Baumarten: Es gibt jede Menge zu entdecken auf dem Baum- und Naturlehrpfad, den Alois Müller aus Stadlern in Eigeninitiative geschaffen hat.

Alois Müller und seine Frau Gerda haben auf der Ruhebank am Baum- und Naturlehrpfad Platz genommen. Die Sitzgelegenheit war das erste Stück, das vor mittlerweile elf Jahren gezimmert wurde.
von Ludwig HöcherlProfil

Über einen Zeitraum von 25 Jahren stand Alois Müller an der Spitze des Gartenbauvereins in Stadlern. Das Zurückschneiden von Obstbäumen und das Vermitteln von Gartentipps für Jedermann gehörten neben der Vereinsführung für ihn wie selbstverständlich zur Beschäftigung eines Vorsitzenden. "Mit 70 war dann Schluss” erinnert sich der heute 83-Jährige im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Doch er hat sich bald wieder – neben seinem Rentnerdasein – einen Zeitvertreib gesucht", ergänzt seine Frau Gerda.

Diesen fand Alois Müller unmittelbar vor seiner Haustüre: Der dort angrenzende Wald animierte ihn zu einem "Baum- und Naturlehrpfad", den er nach seinen Vorstellungen gestaltete. Und schon auf den ersten Schritten den Weg entlang kommt Neugierde auf: Der Blick fällt auf eine skurril wirkende Figur mit einem sinnigen Spruch, daneben wartet ein aus Birkenholz gebastelter Musikant mit einer Quetschn.

"Heimat ist, was wir daraus machen." Das Motto des gelernten Schreiners Alois Müller war für ihn dabei auch Grundlage für sein Engagement. Eine Holzbank war vor elf Jahren das erste Stück, das er für den knapp 400 Meter langen Weg zimmerte. "Wenn ma wos oawat, mou ma a wieda amal rastn" begründet er mit einem Schuss Humor, warum er zunächst eine Sitzgelegenheit anfertigte. Nach und nach kamen ein Tisch und Hocker dazu.

"Wie mache ich den Weg interessant?" fragte sich Müller immer wieder und fand in den Tieren des Waldes und in den Baumarten in diesem Gelände die Antwort. In Handarbeit und mit der Motorsäge formte er – und es war nicht immer einfach, passende Wurzeln oder Holzstücke zu finden – Fuchs und Hase genauso wie Schnecke, Rehbock oder Eichhörnchen. Ein Insektenhotel aus einer Wurzel bietet Käfern und Fliegen Platz.

"Es sollte vor allem für Kinder etwas werden und diese neugierig machen", sagt er über sein Projekt. Heute freut er sich darüber, wenn er immer wieder Buben und Mädchen mit ihren Eltern oder Oma und Opa auf dem Areal antrifft, das sich am Ortseingang gleich gegenüber dem Werk der Münchener Medizin Mechanik befindet. Und weil der Weg praktisch am Fuße des Reichenstein-Gebiets liegt, fügte der 83-Jährige seinen eigenen "Vater Reichenstein" in das steinerne Umfeld. Auch ein verkleinerter Nachbau der Burgruine fehlt nicht. Der eingerahmte Text des Reichenstein-Liedes ergänzt dazu den Hinweis auf Stadlerns Wahrzeichen an diesem "Baum- und Naturlehrpfad".

"Die Kinder sollen auch die verschiedenen Bäume kennenlernen" sagt der Ehrenvorsitzende des Gartenbauvereins. Dabei sah Alois Müller auf dieser Strecke den Vorteil, dass 17 verschiedene Baumarten den Weg säumen. Esche und Ahorn, Rotbuche und Ulme, hat er für Wanderer und Besucher genau gekennzeichnet.

Dem heimat- und naturverbundenen Rentner zieht es täglich auf "seinen" Baum- und Naturlehrpfad. "Jede Jahreszeit hat dort etwas Besonderes" meint er und freut sich, persönlich etwas für die Wertschätzung der Natur beitragen zu können.

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"Die Kinder sollen auch die verschiedenen Baumarten kennenlernen."

Alois Müller, Initiator des Baum- und Naturlehrpfades

Alois Müller, Initiator des Baum- und Naturlehrpfades

"Heimat ist, was wir daraus machen."

Alois Müller, Initiator des Baum- und Naturlehrpfades.

 

 

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