Stadlern
19.08.2018 - 17:30 Uhr

Auf Erfahrung setzen

Unternehmen müssen umdenken. Viele Betriebe wollen bevorzugt junge Leute einstellen, jammern aber über das Fehlen von Fachkräften. Nun soll die Erfahrung von älteren Arbeitnehmern verstärkt genutzt werden.

Johann Thanner (links) informiert Markus Nitsch und dessen Mitarbeiterin Daniela Fleischmann im Dabeisein von Werksleiter Norbert Weinhold und Alleingesellschafter Michael Koller (von rechts) über die Tätigkeit an seinem Arbeitsplatz. mmj
Johann Thanner (links) informiert Markus Nitsch und dessen Mitarbeiterin Daniela Fleischmann im Dabeisein von Werksleiter Norbert Weinhold und Alleingesellschafter Michael Koller (von rechts) über die Tätigkeit an seinem Arbeitsplatz.

(mmj) Bei seinem Besuch im Hauptproduktionsstandort der Münchener Medizin Mechanik (MMM) im Werk Stadlern hob Markus Nitsch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Schwandorf, die Bedeutung erfahrener Fachkräfte für den Mittelstand hervor. Er wolle, als "ziemlich neuer Leiter" bei Unternehmen in seinem Zuständigkeitsbereich das persönliche Gespräch suchen und Information über deren Personalpolitik erhalten.

"Die Chancen am Arbeitsmarkt auch für Ältere" stand als Thema über der Gesprächsrunde mit Markus Nitsch und Daniela Fleischmann, Arbeitsvermittlerin bei der Agentur für Arbeit, MMM-Alleingesellschafter Michael Koller, Geschäftsführer Robert Eibl und Werksleiter Norbert Weinhold. Mit dabei war auch Johann Thanner aus Kühried (Gemeinde Teunz), der über sein bisheriges Berufsleben und den erst kürzlichen Einstieg im MMM-Werk Stadlern einen Einblick gab. Er musste sich nach vier Jahrzehnten bei einem Arbeitgeber neu orientieren.

Ohne Lobby

Michael Koller erinnerte in der Vorstellung der MMM Stadlern an die Gründung des Betriebes durch seinen Vater Johann Koller. Für diesen war es vor fast 60 Jahren wichtig, den Menschen in dieser Region eine Einkommensmöglichkeit zu verschaffen. Seit jeher habe in diesem Werk die Ausbildung junger Menschen und die Umschulung von Arbeitskräften aus anderen Berufen besondere Bedeutung. Dem Mittelstand, als Rückgrat der deutschen Wirtschaft, so der MMM-Alleingesellschafter fehle in unserem Land eine Lobby wie zum Beispiel der Autoindustrie. Von dort würden Fachkräfte durch bessere Bezahlung abgeworben. Für das Gesundheitswesen, in dem sein Unternehmen aktiv sei, forderte Koller mehr Unterstützung durch die Politik, finanzielle Mittel sollten zweckgebunden eingesetzt werden. Die Auffassung, dass dieses System eine Veränderung brauche, teilte auch der Leiter der Agentur für Arbeit. Besonders im Blick auf die fehlenden Pflegekräfte trete dies bei allen verstärkt ins Bewusstsein. Geschäftsführer Robert Eibl stellte in einer Präsentation die MMM Group als eines der weltweit führendes Unternehmen als Systemanbieter im Gesundheitswesen vor.

Wertschätzung

Dabei zeige im Personalwesen der MMM der Leitsatz "Der Mensch steht im Mittelpunkt", nicht aber "Der Mensch ist Mittel, Punkt", besondere Wertschätzung für die Arbeitnehmer. In der eigenen Akademie biete das Unternehmen nicht nur die Fortbildung der Mitarbeiter, sondern öffne diese Möglichkeit auch ihren Kunden.

Johann Thanner berichtete Markus Nitsch und seiner Mitarbeiterin über den Einstieg in an seinem neuen Arbeitsplatz bei der MMM. Zuvor hatte er 40 Jahre lang bei der Firma Zinser in Oberviechtach bzw. deren Nachfolgern seine Beschäftigung. Nach der Schließung des Betriebes begann für ihn mit etlichen Bewerbungen die Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Häufig habe er darauf keine Antwort erhalten. Bei der MMM habe man ihn nach einem persönlichen Gespräch spontan eingestellt.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.