26.05.2019 - 14:43 Uhr
StadlernOberpfalz

Feuerwehr mit großer Historie

1869 wird die Feuerwehr gegründet. Vom einfachen Löschgerät bis zum Tanklöschfahrzeug und dem Gerätehaus berichtet die Chronik. Das 150-Jährige wird bald gebührend gefeiert.

Gruppenbild mit Angehörigen der Feuerwehr Stadlern, die über die Pfingstfeiertage ihr 150-jähriges Bestehen feiert.
von Ludwig HöcherlProfil

"Die Gemeinden haben als Pflichtaufgabe im eigenen Wirkungskreis dafür zu sorgen, dass drohende Brand- oder Explosionsgefahren beseitigt und Brände wirksam bekämpft werden." Anders als im heute geregelten "Bayerischen Feuerwehrgesetz" war es noch in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Bewohner in ihren Städten und Gemeinden selbst die Initiative zur Gründung von Feuerwehren für die Brandbekämpfung übernahmen.

Erstes Jubiläum 1894

"Fünf verantwortungsbewusste Männer taten sich 1869 in der Gemeinde zusammen, um die Feuerwehr zu gründen." In der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum im Jahr 1969 wie auch im Nachschlagewerk für das jetzt bevorstehende 150-Jährige, stellen die Chronisten das Engagement dieser Bürger an die erste Stelle in ihrem Rückblick auf die Geschichte der Wehr. Im Mitgliederverzeichnis aus dem Jahr 1880 sind 15 Personen eingetragen, ihr erstes Jubiläum feierte die Wehr im Grenzort 1894 anlässlich des 25-jährige Bestehens. Offensichtlich als Geschenk zu diesem Fest sind laut damaligen Eintrag in das Kassenbuch eine Spende der Brandversicherungskammer über 100 Reichsmark vermerkt, die zur Anschaffung von Schläuchen und Gewinde verwendet wurden.

Der Ankauf einer Handdruckspritze im Jahr 1901 war für damalige Verhältnisse für die Feuerwehr und die Dorfbewohner ein besonderes Ereignis, für die Gemeinde allerdings ein großes finanzielles Opfer. Vorsorglich für Löscheinsätze wurden 1925 der Schulweiher im Dorf sowie der Weiher auf der Hutweide vergrößert, ergänzend für notwendige Wasserentnahme 1928 ein separater Feuerwehrweiher am Ortseingang (Richtung Weiding) errichtet.

Wenn auch Protokollbücher über die Zeit anfangs der 1930er Jahre bis nach dem zweiten Weltkrieg verloren gingen, verweisen die Kassenberichte aus dieser Zeit über ein reges Vereinsleben mit Teilnahmen an Fahnenweihen und Festen verschiedener Vereine in der Region.

Ab 1951 stand den Wehrmännern eine motorisierte Spritze und zwölf Jahre später das erste Löschfahrzeug zur Verfügung. Auto und Gerätschaften brachten aber Mitte der 1960er Jahre das Problem der Unterbringung mit sich. So stellte die Vorstandschaft einen Antrag an die Gemeinde für den Neubau eines zeitgemäßen Feuerlöschgerätehauses, dem im Juli 1967 vom Gemeinderat zugestimmt wurde. Die zügige Fertigstellung des Gebäudes am Platz des ehemaligen Pfarrstadels veranlasste die Verantwortlichen der Wehr, die Einweihung im Jahr 1969 zusammen mit dem 100-jährigen Gründungsfest zu feiern. Der Umbau des Hauses 1996 ermöglichte anschließend nicht nur eine Nutzung durch die Feuerwehr, sondern auch für verschiedene Anlässe seitens der Gemeinde. Eine Besonderheit in der technischen Ausstattung war für die Aktiven die Anschaffung des Löschgruppenfahrzeugs (LF 8) im Jahr 1974, bei der 125-Jahr-Feier 1994 erhielt ein neues Fahrzeug, LF 8/6, den kirchlichen Segen. Mit der Anschaffung einer eigenen Fahne beschäftigte sich der Verein bereits 1927, jedoch konnte dieses Vorhaben erst im Juli 1956 verwirklicht werden.

Einen bedeutenden Schritt für die Stärkung der Zukunftsfähigkeit im Dienst für die Gemeinschaft legten die Verantwortlichen 1994 mit der Gründung einer Jugendfeuerwehr. Jugendliche der Gemeinde integrieren sich bei verschiedensten Anlässen im Verein oder mit den Aktiven und lassen die Feuerwehr mit Optimismus in die nächsten Jahrzehnte blicken.

Abwechslung garantiert

Mit Stolz kann nun die Feuerwehr in der östlichsten Gemeinde im Landkreis Schwandorf über die Pfingstfeiertage mit der Bevölkerung und bestimmt vielen Gästen ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Das vom Festausschuss vorbereitete Programm garantiert reichlich Abwechslung.

Erinnerung an das 125-jährige Gründungsfest im Jahr 1994: Festbraut Andrea Vogl mit ihren Begleiterinnen Monika Markgraf (links) und Sigrid Reiminger.
Info:

Festprogramm

Freitag, 7. Juni: 18 Uhr Totengedenken am Kirchplatz, anschließend Marsch zum Festzelt, Bieranstich und Unterhaltungsabend mit der Blaskapelle Stadlern. Samstag, 8. Juni: 20 Uhr Stimmungsabend mit dem „Frosch-Haxn-Express“. Sonntag, 9. Juni: 6 Uhr Weckruf, 9.15 Uhr Aufstellung zum Kirchenzug, 9.30 Uhr Festgottesdienst am Kalvarienberg (bei schlechtem Wetter in der Wallfahrtskirche), anschließend Frühschoppen mit der Grenzlandblaskapelle Dietersdorf. 13.30 Uhr Aufstellen zum Festzug, 14 Uhr Festzug, 15 Uhr Unterhaltungsmusik durch die Blaskapelle Weiding. 20 Uhr Partyabend mit der Band „Die Draufgänger“ aus Österreich. An allen Tagen ist der Eintritt frei. Montag, 10. Juni: 13 Uhr Kunsthandwerkermarkt entlang der Hauptstraße, musikalische Unterhaltung im Festzelt durch die Acht-Mann-Kapelle „Volles Rohr Blech“. 20 Uhr Festausklang mit der Band „Stoapfälzer Spitzbuam“.

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