19.05.2019 - 14:30 Uhr
StadlernOberpfalz

Oberpfälzer Waldverein hat Anlass zu feiern

Zur 50. Hauptversammlung hatte der OWV-Hauptverein 1979 Stadlern als Veranstaltungsort gewählt. 40 Jahre später treffen sich die Delegierten des Traditionsvereins wieder im Grenzort – doch diesmal steht der Zweigverein im Zentrum.

Mitglieder des OWV Stadlern, dem Vorsitzenden des Zweigvereins Weiherhammer Gerd Heese (Sechster von rechts), MdB Karl Holmeier (Fünfter von links) und Hauptverein-Vorsitzenden Armin Meßner (Dritter von rechts) nach der Wimpelübergabe an Bürgermeister Gerald Reiter.
von Ludwig HöcherlProfil

Das Wiedersehen in Stadlern war kein Zufall: Immerhin feiert der Zweigverein heuer sein 50-jähriges Bestehen und bot sich deshalb für die Bilanz des Hauptvereins an. Bereits am Samstagvormittag versammelten sich die Fachwarte in den Räumen der Firma "Münchener Medizin Mechanik" (MMM) zu ihren Besprechungen. Im Bericht zum Vogelschutz wurde angemerkt, dass der von den zuständigen Schutzwarten festgestellte Nistkastenbesatz 2018 abgenommen habe. Zurückgegangen sei ebenfalls der Besatz der Fledermauskästen. Als Ursache wird das weniger werdende Nahrungsangebot während der Aufzuchtzeit der Jungvögel und Fledermausjungen angenommen.

Der Bericht der Hauptwegewarte informierte darüber, dass der Hauptverein und die Zweigvereine des OWV ein Wegenetz von 4400 Kilometer betreuen. Nach behördlichen Richtlinien sei bei den Wanderwegen auf eine "Markierung auf Sicht" zu achten, so ein Hinweis an die Betreuer der Wege.

Bei der Delegiertenkonferenz am Nachmittag widmete OWV-Hauptvorsitzender Armin Meßner in seiner Bilanz ein besonderes Augenmerk auf dem Verkauf der Silberhütte. Vor dem Vollzug des Beschlusses, das Objekt bestmöglich zu veräußern, gab es ausreichend juristische und steuerliche Aspekte vorab zu klären. Mit der Stadt Bärnau habe der OWV sicherlich den besten Käufer gefunden. Mit Blick auf die Finanzlage des Hauptvereins stellte Meßner fest, dass etliche in den letzten fast zwei Jahrzehnten defizitäre Positionen langsam wieder in neutrale Bahnen gelenkt werden können. Die Silberhütte hätte den Verein die vergangenen sieben Jahre finanziell in Verlegenheit gebracht. Nicht unbedeutend waren, wie in der Tischvorlage für die Mitglieder ersichtlich, die Ausgaben für die Vereinszeitschrift "Arnika", Beiträge an Verbände, Personalkosten und für die Betreuung der Wanderwege. Sorge bereitet der Vereinsführung der demografische Faktor. Von den rund 11.000 Mitgliedern im OWV gehören knapp 10 Prozent zur Gruppe der Jugendlichen. Inzwischen würden viele Zweigvereine ortsübergreifend zusammenarbeiten. Für die Bewältigung des ereignisreichen Jahres 2018 dankte der Vorsitzende allen Verantwortlichen in den Vorständen, die immer heimat- und traditionsbewusst gearbeitet hätten.

In seinem Grußwort erinnerte Ortsvorsitzender Michel Koller an die Gründung des OWV Stadlern vor 50 Jahren. Sein Vater, Gründer der "Münchener Medizin Mechanik", habe sich als Motor in Zusammenarbeit mit der Gemeinde und im Bekenntnis zur Heimat und Tradition für einen OWV-Zweigverein eingesetzt. MdB Karl Holmeier dankte den Mitgliedern für ihre Arbeit in der Natur, für Geselligkeit und die Oberpfälzer Heimat, auf die alle stolz sein können.

Thematisiert wurden in der allgemeinen Aussprache unter anderem die Kosten für die Vereinszeitschrift und die Ehrenordnung für Mitglieder. Bei der künftigen Ausrichtung der Silberhütte fanden es die Mitglieder wünschenswert, dort auch die Geschichte des Oberpfälzer Waldvereins zu dokumentieren.

Im Anschluss an die Hauptversammlung empfingen die Teilnehmer eine OWV-Wandergruppe aus Weiherhammer, dem Veranstaltungsort der Versammlung im vergangenen Jahr. Es ist üblich, dass der OWV-Zweigverein dieses Ortes den Wimpel des Hauptvereins zum aktuellen Veranstaltungsort bringt. Zusammen mit der Blaskapelle marschierten alle zum OWV-Platz, an dem Armin Meßner die Abordnungen empfing. Der Vorsitzende des Hauptvereins dankte für die Organisation dieses traditionellen Ereignisses und übergab das Banner an Bürgermeister Gerald Reiter zur Aufbewahrung. Nächstes Jahr macht sich dann eine Gruppe aus Stadlern mit dem Wimpel zur Hauptversammlung 2020 auf den Weg.

Mit einem bayerisch-böhmischen Musikantenabend klang in Anwesenheit von MdL Alexander Flierl, örtlichen Vereinsabordnungen und Gästen aus nah und fern der erste Tag des OWV-Jubiläums aus. In der MMM-Kantine gab es unter Moderation von Mundartinterpret Andreas Ebnet von der "Tauser Dudelsackkapelle", der Volkstanzgruppe Schönsee und den "Paschermusikanten" vielseitige Unterhaltung. Mit Alina Drachsler und Samuel Neudecker präsentierten sich auch örtliche Jungmusiker dem Publikum, das deren musikalische Kostproben mit viel Applaus quittierte.

Armin Meßner (rechts) übergibt an Stadlerns Bürgermeister Gerald Reiter den Wimpel des Hauptvereins, den die Gemeinde bis zur Hauptversammlung 2020 unter ihre Fittiche nimmt.
Die "Paschermusikanten" beim OWV-Abend.
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