10.03.2019 - 12:03 Uhr
StadlernOberpfalz

Wildschäden hinterlassen Spuren

Nicht immer besteht zwischen Mitgliedern der Jagdgenossenschaft und den Jagdpächtern Harmonie. Wildschäden sind die Ursache. Bei der Versammlung haben die Jagdgenossen über eine Verlängerung oder Neuverpachtung zu entscheiden.

Die neue Vorstandschaft der Jagdgenossenschaft mit Vorsitzenden Hans Wild (Vierter von links) und seinem Stellvertreter Hans Paa (Zweiter von links). Bürgermeister Gerald Reiter (rechts) dankte den Mitglieder der Führungsriege für die Übernahme von Verantwortung. Mit im Bild die biserhigen Vorstandsmitglieder Georg Rötzer (Fünfter von links) und Georg Merdan (Fünfter von rechts).
von Ludwig HöcherlProfil

Die Tagesordnung barg Diskussionsstoff: Im voll besetzten Gastraum des Sportheims eröffnete Jagdvorsteher Hans Wild die Jahreshauptversammlung, auf der auch das Thema "Neuvergabe" stand. Bei dem zum Ende des Monats auslaufenden Pachtvertrags ging es darum, ob ab dem 1. April die bisherigen oder neue Pächter den Zuschlag erhalten.

Im Rückblick auf das vergangene Jahr erwähnte Hans Wild die Hegeschau in Schönsee, ein gemeinsames Jagdessen, sowie Waldbegehungen aufgrund von Verbiss- und Schälschäden. Diese machten neben den drei Sitzungen der Vorstandschaft eine weitere außerordentliche Zusammenkunft notwendig.

Deutlich wurde die Belastung für Regulierungen von Schäden im Waldbestand beim Bericht von Kassier Georg Rötzer. Die Ausgaben von rund 6000 Euro seien fast deckungsgleich mit den geleisteten Zahlungen für Schadensausgleich. Zum Tagesordnungspunkt "Antrag eines Jagdgenossen über öffentliche Ausbietung" gab es eine Diskussion zwischen dem Antragsteller und den Jagdpächtern. Jörg Wurm (Antragsteller) sieht aufgrund des Rotwildbestandes die bejagbare Fläche als Hochwildrevier. Mit der Ausbietung könne durch Angebote von mehreren Pächtern ein Wert ausgelotet werden. Für Michael und Klothilde Koller sei es jedoch wegen des wechselnden Wildbestandes ein "normales" Jagdrevier. Die unterschiedliche Auffassung gründete dabei auf der Auslegung des Textes der "Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Jagdgesetzes.

Wegen der Entscheidung über die Neuverpachtung ab 1. April für neun Jahre waren zwei weitere Jäger anwesend, die nach persönlicher Vorstellung ihr Interesse an einer Übernahme bekundeten. Von Franz Schneider, Pemfling, lautete das Angebot 2500 Euro jährlich, zuzüglich ein gedeckelter Betrag von 2000 Euro pro Jahr für den Ausgleich von Jagdschäden. Übersteigende Forderungen würden zur Hälfte ausgeglichen. Hubert Reindl, Moosbach, würde mit seinem Bruder Thomas (Eslarn) das Jagdrevier übernehmen. Sie boten pro Hektar 12 Euro pro Jahr (bei der Fläche der Jagdgenossen rund 7000 Euro), der Ausgleich für Schäden sei auf 1000 Euro begrenzt.

Michael und Klothilde Koller hatten ihr Angebot beim Jagdvorsteher eingereicht. Dieses beinhaltete eine jährliche Pachtzahlung von 3000 Euro und einen 100-prozentigen Ausgleich für Rotwildschäden; Schäden von Schwarzwild würden zur Hälfte beglichen. Zusätzlich äußerte sich Michael Koller persönlich über den Beginn des Pachtverhältnisses zwischen seinem Vater und der Jagdgenossenschaft vor über 50 Jahren, das stets von Miteinander und Gemeinsamkeit geprägt war.

Er bedauerte, dass in den vergangenen drei Jahren mehr über- als miteinander gesprochen wurde. Es sei zwar einiges fehl gelaufen, er sei sich aber sicher, dass bei gegenseitiger Unterstützung und Zusammenarbeit zur Normalität zurückgefunden werden könne. Davon war auch der Jagdvorsteher überzeugt. In der mit Spannung erwarteten Abstimmung, die Bürgermeister Gerald Reiter und sein Stellvertreter Tobias Eckl leitete, entfielen schließlich von abgegebenen 48 Stimmen, die 398 Hektar auf sich vereinen, 31 Stimmen/285 Hektar auf die bisherigen Jagdpächter.

Bei der Neuwahl der Vorstandschaft setzten Jagdgenossen einstimmig Hans Wild wieder an die Spitze (siehe Infokasten). Dankesworte und einen Gutschein gab es für die aus dem Gremium ausscheidenden Georg Merdan (25 Jahre Schriftführer) und Georg Rötzer (20 Jahre Kassier). Über eine Auszahlung des Jagdpachts fiel keine Entscheidung.

Michael Koller richtete an den Bürgermeister die Bitte, eine soweit vorhandene oder erforderliche Satzung wegen häufig frei laufender Hunde zu überarbeiten oder zu erstellen. Georg Merdan erinnerte an die im Schönseer Land geplante Waldkalkung. Interessenten sollen sich mit dem Förster Michael Forster in Verbindung setzen.

Info:

Neuwahlen

Jagdvorsteher Hans Wild, Stellvertreter Hans Paa; Kassenverwalter Peter Reier; Schriftführerin Sabine Vogl; Beisitzer: Alfred Bayer, Josef Paa. Kassenprüfer: Klein Wolfgang, Ulschmid Johann. (mmj)

Info:

Bayerisches Jagdgesetzes

Hochwildrevier ist ein Jagdrevier, in dem zum Hochwild zählendes Schalenwild außer Schwarzwild regelmäßig erlegt wird. Vorkommen von zum Schalenwild zählendem Hochwild, das während der Jagdzeit nicht ständig im Revier steht (Wechselwild), oder die Zugehörigkeit eines Jagdreviers zu einem Rotwildgebiet machen ein Jagdrevier noch nicht zu einem Hochwildrevier. (mmj)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.