22.11.2019 - 12:47 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Stadt-Stromer im Dreier-Pack

Sie sind zwar die Kleinsten im Stall, aber große Hoffnungsträger: Volkswagen setzt mit Seat Mii, VW Up und Skoda Citigo gleich drei attraktive Stadt-Flitzer unter Strom. Oberpfalzmedien durfte zwei schon kennenlernen.

Schwimmt nicht nur mit im Stadtverkehr, sondern weiß sich zu behaupten: der Seat Mii Electric.
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Die Konzern-Drillinge sollen das "E-Auto für jedermann" attraktiv und bezahlbar machen. Eine Rolle, die vor Jahren schon der Renault Zoe übernommen hat. Die will ihm nun der Dreierpack abspenstig machen – mit wirklich guten Karten, wie Oberpfalzmedien bei ersten Testfahren mit Mii electric und e-Up im wahrsten Sinne "erfahren" durfte. Und zwar in Madrid und Valencia, weil die Spanier dort jetzt schon das haben, was in Deutschland noch schmerzlich vermisst wird: eine funtionierende Lade-Infrastruktur. Der baugleiche Skoda Citigo hat erst in den nächsten Tagen seinen großen Auftritt.

In Sachen Elektro-Offensive hat VW ja Großes vor: Schon ab 2025 will der Konzern bis zu drei Millionen E-Autos jährlich produzieren, 25 Jahre später die "Mission Null-Emission" abgeschlossen haben. Milliarden-Investitionen vor allem auch im Aufbau von Ladestationen sollen den Erfolg garantieren. Vorreiter wird da der ID.3 sein, der "Golf unter den Stromern", dessen Produktion im November gestartet ist. Das SUV ID. Crozz, der Bulli-Nachfolger ID.Buzz und die Limousine ID.Vizzion werden folgen. Sie alle basieren auf dem eigens entwickelten Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB), den Mii und Co. aber noch nicht nutzen konnten.

Dafür haben die Konzern-Schwestern ihre Einsteigermodelle kräftig aufgehübscht und zukunftsfähig gemacht: mit teils peppigen Farben, attraktiven Ausstattungsmerkmalen, Sicherheits- und Komfort-Features wie Sitzheizung, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Tempomat, Rückfahrkamera und vielem mehr. Die Rolle des Navis übernimmt das Smartphone, mit dem dann auch gleich noch aktuelle Fahr- und Fahrzeugdaten aus der Ferne abgerufen oder programmiert werden können.

Das Herzstück allerdings ist ein 83 PS starker E-Motor mit einem satten Drehmoment von 212 Newtonmeter, die über ein Ein-Gang-Getriebe an die Vorderachse geliefert werden. Gespeist wird die Kraft aus einer Lithium-Ionen-Batterie mit netto 32,3 kWh. Bemerkenswert der Antritt an der Ampel oder Zwischenspurt auf Landstraße und Autobahn. Ein leichter Druck aufs Gaspedal und schon preschen die Stadt-Stromer los. Völlig geräuschlos, es sei denn der Käufer entscheidet sich für den optionalen e-Sound für den Stadtverkehr. Gerade einmal 3,9 Sekunden benötigt der Mii electric für Tempo 50, in 12,3 Sekunden schafft er die 100 km/h-Marke. Der e-Up ist noch einen Tick schneller und schafft den Sprint in 11,9 Sekunden. Beide riegeln bei 130 km/h ab.

Unter praxisnahen Bedingungen sind so Reichweiten bis 260 Kilometer möglich, im reinen Stadtverkehr – das wahre Metier der Dreierbande - sollen es sogar bis zu 360 Kilometer sein. Drei Fahrprofile und fünf Rekuperationsstufen sind wählbar. Der Normverbrauch liegt nach Werksangaben bei so 12,7 kWh/100 km.

An einer öffentlichen Schnellladestation sind in einer Stunde 80 Prozent "nachgetankt", an einer empfehlenswerten Wallbox für den Privatgebrauch (ab 399 Euro) dauert es viermal so lang. Wer an einer Haushaltssteckdose anstöpselt, muss mit über 16 Stunden rechnen. Alle drei Marken geben auf die Batterielebensdauer acht Jahre bzw. 160 000 Kilometer Garantie. Und sollte dem Akku einmal tatsächlich die Puste ausgehen, wird überprüft, ob man der einen oder anderen Zelle vielleicht ein zweites Leben spendieren oder gleich recyceln kann. So will VW die Brisanz aus der Diskussion um den Kobalt-Abbau nehmen.

Preislich sind die Stadt-Stromer höchst attraktiv. Bei 20 650 Euro beginnt der Seat Mii, der VW e-Up bei 21 975 Euro. Dazwischen liegt der Skoda Citigo. Davon geht dann noch die derzeit gültige Förderung von 4380 Euro ab. Und wer noch wartet bis die jetzt von der Bundesregierung beschlossene Förderung in Kraft tritt, darf sogar 6000 Euro abziehen, zahlt also unter 15 000 Euro für einen gut ausgestatteten City-Flitzer. Wer lieber least: 145 (Skoda und Seat) bzw. 159 Euro (e-Up) pro Monat sind doch auch ein Wort.

Macht schon auch optisch etwas her, der neue VW e-Up.
Auf 3,60 Meter Länge bieten der VW e-Up und seine baugleichen Brüder von Seat und Skoda ein recht attraktives Package.
Wie die Konzernmutter forciert auch Seat die E-Mobilität. Bis 2021 kommen nach dem Mii noch sechs neue Elektro- oder Hybrid-Modelle auf den Markt.

Weitere Bilder zur Fahrvorstellunmg von Mii electric und e-Up

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