25.12.2020 - 08:00 Uhr
Stein bei PlößbergOberpfalz

Gregor Ziegler feiert 70. Geburtstag: Ein Portrait

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Gregor Ziegler gründete 1989 das Ziegler Erdenwerk. Die Anfangsjahre waren eine aufregende Zeit. Mit 70 Jahren blickt der Firmengründer und Seniorchef auf sein Lebenswerk zurück und erzählt, was er sich für die Zukunft vornimmt.

Am 25. Dezember wird Gregor Ziegler 70 Jahre alt. Mit Oberpfalz-Medien spricht er über sein Leben. Auch künftig will der Seniorchef im Ziegler Erdenwerk mit anpacken.
von Lucia Seebauer Kontakt Profil

Vor 70 Jahren wurde Gregor Ziegler am 25. Dezember in der Christnacht in Stein geboren. Bis heute ist der Firmengründer des Ziegler Erdenwerks eng mit dem Ort verwurzelt. "Ich war das jüngste von sieben Kindern." Aufgewachsen ist er in einer großen Familie mit drei Brüdern und vier Schwestern. An seinem 50. und 60. feierte Ziegler groß und mit vielen Menschen. "Heuer geht nichts. Der Lockdown hat uns in die Knie gezwungen", sagt er. Er freut sich aber, an den Weihnachtstagen seine Familie zu sehen. Sonst hätte der Jubilar wohl mit 500 bis 600 Gästen angestoßen. "Vielleicht hole ich das zum 75. nach."

Seit 1989 selbstständig

In seiner Jugend verbrachte er acht Jahre in der Volksschule und machte eine Ausbildung zum "Sägewerker". Er absolvierte die Meisterprüfung. "Das einzige was mir in meiner Ausbildung gefehlt hat, war eine Fremdsprache zu lernen. Aber damals hat man kein Wort Englisch gelernt", bedauert Ziegler. 25 Jahre war er im Sägewerk seines Bruders beschäftigt.

Vor 45 Jahren heiratete er seine Ehefrau Rosa. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. "Heute habe ich neun Enkel", sagt Ziegler. 1989 beschloss er, sich mit seinem Erdenwerk selbstständig zu machen. Angefangen hat er mit einer Rindenmühle und Rindenverarbeitung auf einem Grundstück von einem Hektar. "Das damalige Hauptproblem in den Sägewerken war die Rinde. Ich hatte die Idee, dass man daraus mehr machen muss", erklärt der Firmengründer.

"Mir gefällt das Arbeiten. Ich werde nie auf Null zurückfahren."

Gregor Ziegler

Die Rinde war ein Abfallprodukt, wenn sie eine Zeit lagerte, fing sie zum Glühen und Brennen an. "Ich habe dann bayernweit die Rinde geholt." Er startete mit drei Produkten: Mulch, Blumen- und Pflanzenerde. Der Anfang seines Unternehmens war von Aufregung geprägt. "Die ersten zwei bis drei Jahre waren die schwierigsten", erinnert er sich. Damals hat er 2,5 Millionen D-Mark investiert. Die Zinsen lagen bei 7 bis 9 Prozent.

"Ich hatte auch keinen Geschäftspartner. Ich musste alles selber aufbauen und vermarkten." Ziegler sprach mit Experten aus der Branche, kaute verschiedene Bücher durch. "1992 haben wir den ersten Abfüller für Erden gekauft und nochmal eine halbe Million Mark investiert. Ab dann ging es aufwärts", sagt er. Sein Ziel war es, die Rinde nachhaltig wieder in den natürlichen Kreislauf zu bringen. Ab 1994 expandierte er ins Ausland und kaufte ein Moorfeld in Tschechien. "Dort haben wir heute noch einen Betrieb mit rund 60 Beschäftigten."

Ein Familienbetrieb

Zwei Jahre später ging es nach Lettland. "Wir haben dort 1300 Hektar Moor- und Agrarfläche. Das größte Feld hat 700 Hektar." 1996 stieg auch sein Sohn Matthias voll in das Geschäft mit ein und kümmerte sich von da an um die Vermarktung. Heute ist der 43-Jährige Geschäftsführer. "Ohne meine Familie wäre der Betrieb nicht so gewachsen", sagt Gregor Ziegler. So arbeiten seine Frau Rosa und Schwiegertochter Miriam in der Buchhaltung. Sohn Bernhard kümmert sich um die Leitung der Logistik und Johannes leitet die Produktion. "Ich bin auch frohen Mutes, dass das Unternehmen nach Matthias noch in der Familie bleibt", sagt Ziegler.

So haben auch seine Enkel bereits Interesse am Betrieb und helfen, wo sie können, mit. "Betrieblich sind wir gut aufgestellt. Wir haben rund 300 Mitarbeiter. Wir haben heute ein breites Spektrum an Sortiment und mehrere Standbeine." Das Unternehmen produziert unter anderem verschiedene Erden, Dünger, Wellnessprodukte wie Fangopackungen, Spielsand oder Streusalz. "Es gibt fast keinen, den wir nicht beliefern." Zu den Kunden gehören bekannte Baumärkte wie Hagebau, Obi oder Dehner wie auch Supermärkte wie Rewe oder Netto.

Als Seniorchef packt Gregor Ziegler noch immer mit an, wo er kann. "Mir gefällt das Arbeiten. Ich werde nie auf Null zurückfahren." In Lettland hat sich Ziegler ein Haus gebaut. "Solange es die Gesundheit zulässt, möchte ich das Projekt dort noch betreuen." Etwas kürzer treten will er aber trotzdem. "Ich habe vor, künftig meine Stunden mehr mit meinen Hobbies der Jagd und der Jagd- und Alphornbläser zu bereichern."

2019 feierte das Erdenwerk Ziegler sein 30-jähriges Bestehen

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