Steinach bei Leuchtenberg
14.05.2019 - 13:59 Uhr

700.000 Gastarbeiterinnen

Sie kommen aus Weiden und helfen in der Mosterei in Steinach bei der Bestäubung. Ohne sie könnte Inhaber Josef Bernhard nicht so viel Obst ernten.

Josef Bernhard (links) führt durch seine Streuobstwiesen und gibt Tipps. Bild: fz
Josef Bernhard (links) führt durch seine Streuobstwiesen und gibt Tipps.

Je besser die Bestäubung, desto besser der Ertrag. Das weiß Josef Bernhard. Der Inhaber der Mosterei Bernhard in Steinach hat mit Imker Siegfried Meier einen Partner gefunden. Meier stellte auf dem Streuobstgelände die Kästen von zwölf Bienenvölkern auf. Die rund 700.000 Weidener Gastarbeiterinnen haben somit einen kurzen Weg zur Arbeit. Sie sichern den Ertrag von über 300 Obstbäumen und einer weiteren großen Zahl Beerenobst. Bernhard legt Wert auf alte Obstsorten, die für das Klima der Region geeignet sind. Der Inhaber erklärte bei einer Führung durch die Streuobstwiese, wie ein Obstbaum zu pflanzen ist, sprach vom Wühlmaus- und Stammschutz und gab Tipps für die Obstsortenauswahl im heimischen Garten.

Sein Obst-Projekt begann 2001 mit der Bepflanzung der Wiese. 3,7 Hektar Streuobst und 1,2 Hektar Aronia (Beerenobst) haben die Bernhards mittlerweile angelegt. Fast zwölf Tonnen Obst erntet die Familie jedes Jahr und verarbeitet es in der Mosterei. Für seine Streuobstwiese braucht Bernhard auch ausreichend Bestäubung. Es gibt zwar Bienen in Steinach, deren Zahl ist aber nicht genug. So kam die Zusammenarbeit mit Meier zustande. Auch der Imker hat etwas davon: Die großen Streuobstbestände sind eine reich gedeckte Tafel für die Bienen. Es wird weder gespritzt noch gedüngt. So entwickeln sich in Steinach Blühwiesen mit vielen seltenen Blumen zu einem Biotop. Rundherum wächst auch noch Klee und Raps, außerdem ist der Wald ganz nah. Meier lässt auch nach der Blüte der Obstbäume und Beerensträucher die Bienen weiter in Steinach. Was Meier an Honig erntet, wird im Hofladen der Mosterei zum Verkauf angeboten.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.