03.09.2018 - 14:49 Uhr
Steinach bei LeuchtenbergOberpfalz

Klotzen statt kleckern beim Streuobstfest

Zurück zur Natur - ein Weg, den offenbar viele gehen wollen. Selbst bei schlechtem Wetter war das Streuobstfest in Steinach ein großer Erfolg.

von Sieglinde SchärtlProfil

Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald und die Mosterei Bernhard lockten rund 3000 Besucher in den Leuchtenberger Ortsteil. Mit dem Gottesdienst auf dem Streuobsthof der Familie Bernhard begann der Naturpark-Regionalmarkt. Pfarrer Adam Nieciecki bat eingangs den Herrgott "um Erbarmen, damit wir ohne Regen feiern können". Und tatsächlich: Nach dem Gottesdienst hörte es auf zu regnen. "Ich werde heute vom Wasser predigen, und das Wetter passt dazu", hatte der Geistliche gesagt - in Bezug auf das Weihwasserbecken. Er rief dazu auf, "aus dem Herzen zu leben". Bei dem Fest gehe es um die Freude der Menschen in der Gemeinschaft. Die Lesung und die Fürbitten trug Maria Bernhard vor. Die Stadtkapelle Pleystein begleitete den Gottesdienst musikalisch. Landrat Andreas Meier eröffnete mit Bürgermeister Anton Kappl und Maria Bernhard den Streuobsttag offiziell.

Enorm viele Vereine aus der Marktgemeinde und Aussteller aus der Region mit ihren reichhaltigen Angeboten seien vertreten, stellten sie fest. Anschließend starteten Meier, Kappl, und Bernhard zum Rundgang, wenn auch die Wiesen noch nass waren. Mit dabei auch Landtagsabgeordnete Annette Karl, Ehrenkreisbäuerin Christa Kick und Naturpark-Geschäftsführer Martin Koppman. Am Email-Stand kaufte Landrat Meier für Tochter Katharina ein Haferl, "da sie so gerne Tassen mag".

Alles drehte sich um "Gesundheit und Natur". Bei herbstlichen Temperaturen waren die Essensstände umlagert, und es bildeten sich überall lange Schlangen. Ob Schwammerlbrühe mit Semmelknödel, Rotvieh-Fisch-Grillspezialitäten oder Pizzen und Flammkuchen - alles fand reißenden Absatz. Am Nachmittag wurde die übervolle Kuchentheke geleert. Sogar am Eiswagen standen die Gäste an. Im Dorfladen herrschte den ganzen Tag über reger Andrang wegen der Streuobst-Spezialitäten. An den Ständen gab es Tees, Kaffee, Brot Nudeln, Honig, Fleisch und Wurst. Ferner Felle, Filzpantoffel, Kinderschafschuhe und Socken für groß und klein. Und auch die Gartenkunst kam nicht zu kurz mit handgefertigten Gefäßen mit Blumen sowie Kunst und Krempel.

Zwischendurch legten die Woppenriether Kirwaleit ein exzellenten Auftritt hin. Josef Bernhard lud zur Exkursion auf die Streuobstwiese. "Drei Tonnen Obst mussten schon weggeworfen werden", erzählte er. "Denn von den Bäumen fallen die Äpfel, die wurmig sind oder sich gegenseitig den Platz wegnehmen oder zu trocken waren. Wir haben heuer ein brutales Apfeljahr, das letzte Mal war es 2012 so." Die Äpfel seien heuer "brutal süß".

In der Fertigungshalle waren die verschiedensten Obstsorten aufgebaut, Pomologen gaben Auskunft dazu. Vor der Mosterei gab es Vorführungen, wie Äpfel entsaftet werden. Maria Bernhard und Martin Koppmann freuten sich, dass dieser Tag "wieder so eingeschlagen" habe. Die Mühen hätten sich gelohnt.

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