15.07.2019 - 14:10 Uhr
Steinberg am SeeOberpfalz

"Auf Augenhöhe" bei der Kugel

Objektbauer Willi Leo Hengge bringt Begriffe und Schlagworte gerne in eine künstlerische Form. "Auf Augenhöhe" nennt der Bildhauer eine Skulptur, die derzeit am Eingang der Steinberger Holzkugel zu sehen ist.

Künstler Willi Leo Hengge (rechts) erläuterte stellvertretendem Landrat Joachim Hanisch und Bürgermeister Harald Bemmerl (links) die Intention seiner Arbeit.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Mit dem neuen Kunstwerk bei der Holzkugel am Steinberger See bringt Künstler Willi Leo Hengge "die Offenheit zum Ausdruck, die notwendig ist, wenn sich zwei Menschen auf Augenhöhe begegnen wollen".

Der Künstler stellt auf den 250 Metern rund um die Kugel neun Skulpturen aus Eichenholz und Granitstein aus. Es sind massive Bänke und Tische, die Willi Leo Hengge mit schwerem Gerät von seinem Atelier in Nittendorf an den Steinberger See transportieren ließ. Der dreidimensionalen Objektbank aus Eiche hat der Bildhauer den Titel "Durchsteiger" verliehen.

Das Rohmaterial bezieht er von befreundeten Waldbauern, die ihn anrufen, "wenn sie einen geeigneten Baumstamm im Angebot haben". Dann macht sich der Künstler an die Arbeit und schleift und hobelt und lässt massive Unikate aus Eichenholz entstehen. Dabei ist der Künstler oft selbst überrascht, "wohin ihn der Weg führt". Ist er mit dem Ergebnis zufrieden, imprägniert er die Skulptur mit Öl. Stellvertretender Landrat Joachim Hanisch und Bürgermeister Harald Bemmerl begrüßten die Initiative "Kunst in der Kugel" und sehen darin eine weitere Aufwertung der Touristenattraktion am See.

Ein Sammelsurium aus Eichenholz, Granitbruch und Stahlteilen ist das Lager von Willi Leo Hengge. Er nennt es "ein ideales Szenario für Inspiration". Während er ein Projekt erarbeitet, zeigen sich ihm viele Varianten, "die zu einer anderen Skulptur führen". Die Versuchung, vom ursprünglichen Konzept abzuweichen, sei verführerisch. In der Umsetzung einer Form bieten sich ihm viele Ableger, "die das Zeug zum nächsten Projekt haben". Ebenso inspirierend sind die Fundstücke im Holzlager.

Seine Gedanken hängen an Begriffen wie bleibende Werte. Mit einem Fundstück setzt sich der Künstler intensiv auseinander. Oft ist die Aufgabe in der Verbindung von Funktion und künstlerischer Aussage zu finden. Bei den Skulpturen übernimmt der Sockel die Funktion, und die Form spricht. Neben der "Formsprache" ist auch die "Materialsprache" von Bedeutung. "Oft erwische ich mich beim Dranschrauben und wundere mich, warum das Objekt sich zur Wehr setzt". Selten ist das Ergebnis planbar und zeigt erst durch unermüdliches Probieren und Umstellen, wann "es" fertig ist. "Ein schöner und eindeutiger Moment entsteht, wenn die Eichenskulptur zu mir spricht und ich erkennen kann, dass die Arbeit fertig ist", so der Künstler.

Zur Eröffnung der Ausstellung gewährten die "Inmotion"-Geschäftsführer Tom Zeller und Kim Kappenberger freien Eintritt in die Erlebniskugel, engagierten die Band "Ohrange" für Live-Musik und bewirtschafteten den Biergarten. Weitere Musikabende folgen am 2. und 16. August jeweils 17.30 Uhr.

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