(ch) Die Steinberger waren in Kirchweih-Laune am Samstag, 9. Juni, als der Himmel seine Schleusen öffnet: Ein schweres Gewitter zog nachmittags gegen 15 Uhr über Steinberg am See und löste einen Großeinsatz aus. Der heftige Regen ließ das Wasser bis zu 30 Zentimeter hoch durch die Straßen rauschen. Innerhalb kürzester Zeit liefen viele Notrufe auf, rückten die Einsatzkräfte aus.
"Die Kanäle liefen voll, als erstes bekamen wir Probleme am Pumpwerk an der Seestraße", erklärte Bürgermeister Harald Bemmerl, der am Feuerwehrhaus vor Ort war, natürlich auch im Dorf seine Runden gedreht hatte. "Das Pumpwerk ist für eine solche Katastrophe natürlich nicht ausgelegt." Zunächst musste ein Elektriker her, um die Pumpe wieder in Gang zu bringen, das Technische Hilfswerk und die Feuerwehr rückten an. Derweil schoss das Wasser auch über die Hänge hin zum Steinberger See, verursachte Schäden am Seerundweg. "Das haben wir inzwischen abgesichert, so gut es geht", sagte Bemmerl abends gegen 18 Uhr.
Auch das Hauptpumpwerk an der Sportplatzstraße, das die Abwässer Richtung Wackersdorf pumpt, setzte aus. Dort stand das Wasser im Freien rund 30 Zentimeter hoch, zeigte Rudi Baumer, Feuerwehr-Ehrenkommandant und Gemeinderat, am äußeren des Pumpenhauses. Das vorgeschaltete Überlaufbecken war voll, das THW Nabburg rückte mit "Hannibal" an, einer riesigen Pumpe, schloss auch eine Tauchpumpe an. Acht Kubikmeter Wasser pro Minute drückten die Pumpen Richtung Schreckenbach, durch dicke Leitungen. Auch hier war gegen 18 Uhr die Lage entschärft. Schäden am Pumpwerk habe es wohl keine gegeben, sagte Baumer vor Ort. Die Feuerwehr half auch am Ponyhof, über den sich eine Wasser- und Schlammwelle ergossen hatte.
12 Feuerwehren aus dem Umkreis waren im Einsatz, das Technische Hilfswerk aus Schwandorf und Nabburg, dazu der Bauhof und auch die Reinigungskräfte der Gemeinde. "In den Keller der Schule ist auch Wasser eingedrungen", sagte Bemmerl. Er lobte seine Steinberger, die besonnen reagiert und Verständnis gezeigt hätten, dass die Einsatzkräfte nicht überall gleichzeitig sein können.
Keller nach Keller wurde ausgepumpt, Wassersauger waren gefragt. Gegen 18 Uhr hatte sich die Lage weitgehend entspannt. Die Einsatzleitung bei der Feuerwehr hatten Thomas Knerer und Sebastian Kammerl übernommen, sie koordinierten die mindestens 150 Einsatzkräfte. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Wie hoch der Schaden ist, die das Gewitter hinterlassen hat, ist noch unklar.
Am Abend verschaffte sich Bemmerl noch einmal einen Überblick im Dorf. Er schätzt, dass etwa 40 bis 50 Keller überflutet wurden. Schwer erwischt hat es die Anwesen in der Hirmerleiten und der Lindenstraße. "Da gibt es Keller, da stand das Wasser 1,20 Meter hoch", sagte Bemmerl am Abend den Oberpfalz-Medien. Auch den Ponyhof habe es "böse erwischt". "Das Ausmaß der Schäden wird erst in ein paar Tagen feststehen", sagte der Bürgermeister.
Entmutigen ließen sich die Steinberger vom Unwetter jedenfalls nicht. Denn die Kirwa lief nach dem Regen abends weiter. Am Abend bei der Kapelle „Rundumadum“ war das Zelt hinter dem Feuerwehrhaus gut gefüllt.
Steinberg am See
Update 10.06.2018 - 10:38 Uhr
Großeinsatz statt Kirchweih
von Clemens Hösamer
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