15.08.2019 - 14:27 Uhr
Steinfels bei MantelOberpfalz

Ablassfest in Steinfels: Sünde, Schuld und Vergebung

An Mariä Himmelfahrt zieht es viele Gläubige der Region nach Steinfels zum Ablassfest mit Kräuterweihe. Sie alle stellen sich einer Frage des Pfarrers: "Ablass: Was verbinden wir damit?"

Hier weihen Pfarrer Alfons Forster und Pfarrer Hans Bayer gerade die Kräuterbuschen beim Steinfelser Ablassfest.
von Autor HOKProfil

Die Stadtkapelle Grafenwöhr führte den Kirchenzug zum Eichenhain an, gefolgt von Fahnenabordnungen der Vereine, Ministranten und Pfarrer Alfons Forster, der zum ersten Mal die Messe zelebrierte. Ebenfalls dabei waren die Geistlichen Franz Winklmann und Hans Bayer.

Pfarrer Forster begrüßte die Gläubigen mit einer Frage: "Ablass: Was verbinden wir damit?" Die Geistlichen selbst gaben die Antwort. Ablass sei ein Begriff aus der katholischen Theologie. Bei einem Ablass werden nach katholischer Auffassung zeitliche Sündenstrafen durch gute Werke wie Gebet, Almosen oder Pilgerfahrt teilweise oder ganz erlassen. Ablass hat mit Sünde, Schuld und Vergebung zu tun, so Forster weiter. Wir alle bräuchen immer wieder Vergebung. Und jeder Gottesdienst habe vergebenden Charakter. Im Sprechen des Schuldbekenntnisses wurde dies deutlich.

Im Evangelium hörten die Gläubigen aus den Überlieferungen von Lukas, dass sich Maria auf den Weg machte und in die Stadt Judäa ging um Elisabeth zu besuchen. In der Predigt ging Pfarrer Forster näher darauf ein. "Das auf den Weg machen" ist immerhin ein Fußmarsch von etwa 130 Kilometer. Maria legte die Wegstrecke zurück, um Elisabeth zu besuchen. Der Engel hatte Maria gesagt, dass Elisabeth auch ein Kind erwartet. Man muss sich bewusst machen, dass es damals vor 2000 Jahren kein Telefon und keine Post gab. Heute würde man in einer solchen Situation anrufen, einen Brief, eine E-Mail oder SMS schreiben. Damals war das nicht möglich. Maria ging hin.

Beide Maria und Elisabeth freuten sich über das unerwartete Geschenk des neuen Lebens. Die beiden Frauen begegnen einander. Viele Menschen begegnen sich täglich, begegnen sich in Wirklichkeit nicht, weil sie sich nichts zu sagen haben. Forster zitierte den jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber: "Wenn wir uns auf Begegnung nicht mehr einlassen, verlieren wir einen entscheidenden Bestandteil unseres Lebens." Nehmen wir uns ein Beispiel an Maria und Elisabeth, sie haben sich mit den Nöten anderer beschäftigt.

Am Ende des Festgottesdienstes segneten die Geistlichen die zahlreichen mitgebrachten und die in mehreren Körben vor dem Altar aufgebauten Kräutersträußchen. Ein Frühschoppen vor den Schlossgarten lud zum Verweilen ein. Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung und viele Helfer hatten die Organisation übernommen.

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