16.08.2020 - 09:05 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Gemeinderäte wollen Muster sehen

Die Arbeiten an der Kulturscheune laufen, ganz zufrieden ist der Gemeinderat aber nicht. Die Mehrzahl der Räte vermisst Muster für die anstehenden Detailentscheidungen, für Fliesen, Armaturen, Türgriffe.

Es wird gebaut an der Kulturscheune, die Gemeinderäte vermissen aber Muster für die anstehenden Detailentscheidungen.
von Gabi EichlProfil

Um für den nächsten Jour Fixe mit den Architekten gerüstet zu sein, bittet Bürgermeister Markus Ludwig die Gemeinderäte um eine kurzfristige Entscheidung über die Fliesen in den Bädern der Kulturscheune und eine Umgestaltung der Pergola. Er löst damit erneut eine längere Debatte aus. Nur mit Mühe kann er die Räte überzeugen, auch ohne Vorlage von Fliesenmustern zu entscheiden.

"Müssen doch vorankommen"

„Wir müssen doch vorankommen“, sagt Ludwig mehrmals. Und es gehe nur um Fliesen, wie sie in öffentlichen Gebäuden üblich seien. Bis auf den CSU-Sprecher Benedikt Grimm stoßen sich die meisten Gemeinderäte daran, dass sie noch keinerlei Muster gesehen hätten, nicht für die Fliesen und auch sonst für kein Detail. Grimm fragt, ob man im Gemeinderat tatsächlich über Details wie Fliesen diskutieren wolle.

Der SPD-Sprecher Konrad Schell hält dagegen, das sei aber Aufgabe des Gemeinderates; ähnlich äußern sich Karlheinz Schreiner und Hubert Meiler (beide FW). Schell sagt, es gebe so viele Fliesenformen und -farben; bisher habe man noch keinerlei Muster gesehen, weder für die Fliesen noch für andere Details. Er fordert wie andere nach ihm einen Termin für den Gemeinderat, bei dem die Planer verschiedene Muster für alle relevanten Details vorlegen. Meiler verlangt, die Planer sollten dem Gemeinderat die Schritte für das nächste halbe Jahr skizzieren, er habe „nicht mehr viel Vertrauen“.

Der Gemeinderat entscheidet schließlich übereinstimmend, die beiden öffentlichen Toiletten bis zur Decke zu fliesen, das Personal- und das Behinderten-WC nur zur Hälfte.

Tektur wegen der Pergola

Die Pergola der Kulturscheune wird so geändert, dass an ihrem Ende zur Straße hin kein Höhenunterschied von knapp fünf Metern besteht. Der Gemeinderat war sich einig, dass das eine unschöne „Klagemauer“ (Meiler) geworden wäre.

Alte Pläne nicht korrekt?

„Saudumm gelaufen“ ist den Worten Bürgermeister Markus Ludwigs zufolge der Anschluss des Kanals an den neuen Ölabscheider vor dem Feuerwehrhaus. Bei der Abnahme habe sich gezeigt, dass das Abwasser nicht im Ölabscheider ankomme. Eine Kanalbefahrung sei nicht möglich und den 30 Jahre alten Plänen der Fehler nicht zu entnehmen gewesen. Die Kosten für den nun notwendigen Zulauf beziffert Ludwig auf etwa 5000 Euro. Schreiner bittet darum, herauszufinden, ob der damals ausführende Planer noch haftbar gemacht werden könne, denn für derlei gebe es unter bestimmten Bedingungen keine Verjährungsfrist. Schließlich sei der Plan falsch gewesen.

Markterkundung, ja bitte...

Das Bayerische Breitbandzentrum wird für die Gemeinde im Rahmen der Gigabitrichtlinie des Freistaates eine sogenannte Markterkundung durchführen; die Kosten von etwas mehr als 4000 Euro werden zu hundert Prozent mit Bundesmitteln gefördert. Ziel der Markterkundung ist es, für jedes Anwesen und jede Straße exakt zu ermitteln, welche maximale Bandbreite dort verfügbar ist.

...Bitratenanalyse, nein danke

Die ebenfalls vom Breitbandzentrum angebotene Bitratenanalyse, eine Art graphische Aufbereitung der Markterkundung, hält der Gemeinderat übereinstimmend für nicht notwendig. Die Markterkundung werde zeigen, wo im einzelnen Förderbedarf und Fördermöglichkeiten bestünden. Schreiner sagt, die Analyse sei überflüssig, da man bei jedem Anbieter erfragen könne, welche maximale Leistung wo möglich sei.

Das Projekt Kulturscheune hat eine längere Vorgeschichte

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