18.02.2020 - 09:27 Uhr
StörnsteinOberpfalz

Ludwigs Pläne für Störnstein

"Viel hat er in seiner ersten Amtsperiode angestoßen", sagt Bürgermeister Markus Ludwig. Die Neustädter Straße etwa sei komplett erneuert worden. Wie derlei ohne Straßenausbaubeitragssatzung künftig zu finanzieren sei, sei jedoch fraglich.

Bürgermeister Markus Ludwig (Mitte) hat im Beisein von SPD-Landtagsabgeordneter Annette Karl und Ortsvorsitzendem Konrad Schell seine Ziele in der neuen Amtsperiode genannt.
von Gabi EichlProfil

Gerade einmal 10.000 Euro bleiben der Gemeinde Ludwig zufolge heuer für Straßenbaumaßnahmen. „Ein Tropfen auf den heißen Stein“ – die Konsequenz nach Abschaffung der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs). So erfreulich es sei, wenn der Anlieger nichts mehr zum Straßenausbau beitragen müsse, aber wenn dann kaum mehr Straßenbaumaßnahmen realisiert werden könnten, sei das auch nicht im Sinn der Bürger, sagt Ludwig bei der Vorstellung seines Programms bei einem Frühschoppens im Pfarrsaal.

Auf das Thema Strabs geht auch SPD-Landtagsabgeordnete Annette Karl ein. Sie kritisiert, dass die Ausgleichsbeträge der Staatsregierung für 2019 und 2020 viel zu gering seien, um auch nur annähernd aufzufangen, was den Gemeinden durch die abgeschafften Straßenausbaubeiträge verloren gehe. Dazu komme der Umstand, dass auch solche Städte und Gemeinden eine Ausgleichszahlung erhielten, die es sich leisten konnten, keine Straßenausbaubeiträge zu erheben. Kommunen, die wenig Geld hätten und auf die Beiträge angewiesen seien, seien somit zweimal gestraft. Die SPD-Landtagsfraktion habe sich bisher vergeblich um andere Lösungen bemüht.

Die Straßen sind aber nur ein Thema von Ludwigs Rückblick auf die zu Ende gehende Amtsperiode. Fast jeder Haushalt in der Gemeinde sei inzwischen an eine schnelle Internetverbindung angeschlossen. Der Bauhof sei mit neuen Maschinen ausgerüstet worden. Die Wasserleitung am Engberg sei im Zuge des Ausbaus erneuert worden. Die Wasser- und Abwasserpreis seien nach notwendigen Erhöhungen stabil geblieben, eine Pro-Kopf-Verschuldung gebe es weiterhin nicht, dennoch sei es gelungen, Rücklagen für künftige Investitionen zu bilden.

An den beiden Feuerwehrhäusern seien kleinere Sanierungsmaßnahmen getätigt worden, die aktiven Feuerwehrleute bekämen nach und nach neue Schutzanzüge. Wie die Feuerwehren habe man im Rahmen des Haushalts auch andere Vereine unterstützt, aber auch Programme initiiert wie den Zuschuss für Grundschüler zu Schwimmkursen.

Ludwig habe es geschafft, in den Gemeinderat wieder Sachpolitik einkehren zu lassen, sagt Karl. Und sie fügt mit Blick auf die Zusammensetzung des Gremiums an: „Dass derzeit keine einzige Frau im Gemeinderat sitzt, sollte ein einmaliger Ausrutscher bleiben.“

Programm:

Die Fertigstellung der Kulturscheune, ein Projekt, in das alle Vereine eingebunden waren, nennt Markus Ludwig als Hauptanliegen einer neuen Amtsperiode. Wegen der aktuellen Situation in der Bauwirtschaft sei es hier im vergangenen Jahr immer wieder zu Verzögerungen gekommen. Heuer soll das Projekt jedoch abgeschlossen werden.

An der Verbesserung des Hochwasserschutzes („ein ganz wichtiges Thema“) arbeite man zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE).

Weit oben auf der Agenda steht auch die Ausweisung eines neuen Baugebietes, auch wenn es schwierig sei, an neue Grundstücke zu kommen. Ludwig sieht die Gemeinde in diesem Punkt dennoch auf einem guten Weg.

Die Unterstützung der beiden Feuerwehren mit weiteren Investitionen in Gebäude und Ausrüstung sei ebenso Ziel wie die Unterstützung der Vereine allgemein, wobei Ludwig hier von einem „Fördern und Fordern“ spricht, denn die Gemeinde sei zwingend auch auf die Mitarbeit der Vereine angewiesen.

Zur notwendigen Instandhaltung der Verkehrsinfrastruktur gehörten auch die Feld- und Wanderwege, sagt Ludwig. Wie die Straßen müssten die Kanäle Schritt für Schritt saniert werden.

Sanierungsmaßnahmen seien überdies notwendig am Kindergarten, der an die Grenzen seiner Kapazität stoße. Und auch der Friedhofszaun müsse erneuert werden.

Ludwig setzt bei all dem auf eine parteiübergreifende Zusammenarbeit im Gemeinderat. Er habe in den vergangenen sechs Jahren stets versucht, Emotionen außen vor zu lassen, Emotionen aus den Themen herauszunehmen, so sachlich wie möglich an Probleme heranzugehen. Das habe zu einem guten Miteinander geführt.

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