27.06.2019 - 19:10 Uhr
StraubingOberpfalz

Ex-Weidener gesteht Tötung seines Schwiegervaters

Wegen 10 000 Euro soll ein gebürtiger Weidener zum Mörder seines eigenen Schwiegervaters geworden sein. In Regensburg begann am Donnerstag der Prozess.

Der Angeklagte ehemalige Weidener spricht im Verhandlungssaal des Landgerichts mit seinem Verteidiger Uwe Grabner.

Wegen der Tötung seines 62-jährigen Schwiegervaters muss sich seit Donnerstag ein 38 Jahre alter Montagearbeiter aus Straubing vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Regensburg verantworten. Während die Staatsanwaltschaft die Mordmerkmale der Heimtücke und die Verdeckung einer anderen Straftat als erfüllt ansieht, stellt der Angeklagte selbst das Geschehen als Spontantat dar. Es sind vier Verhandlungstage angesetzt.

Laut Anklage hatte das Opfer im Jahr 2011 Tochter und Schwiegersohn rund 22 000 Euro zu treuen Händen überlassen, um es dem Zugriff seiner Gläubiger zu entziehen. Damals lief ein Strafverfahren gegen den 62-jährigen, das mit einer Bewährungsstrafe endete. Zudem sollte der Mann 10 000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Das Geld floss aus dem Depot. Als das Opfer Anfang 2018 die restlichen 10000 Euro zurückforderte, war nichts mehr da. Um Schulden auszugleichen, hatte der gebürtige Weidener ohne Wissen seiner Frau auf das Geld zugegriffen. Am Nachmittag des 10. Dezember suchte der Angeklagte den Schwiegervater auf, um über das Geld zu sprechen. Dabei kam es zum Streit, der 62-jährige ging auf den körperlich überlegenen Schwiegersohn los. Dieser stieß ihn zurück. Mit eine Schublade aus einer Eckbank schlug de Angeklagte auf den Kopf des Opfers ein. Dabei soll er gesagt haben "Du machst mir nicht alles kaputt!" Zudem versetzte der Angeklagte dem Opfer mit einem spitzen Teil der zersplitterten Schublade mindestens einen Schnitt in den Hals. Der 62-Jährige starb an den Verletzungen.

Der Angeklagte erzählte, dass er dem Schwiegervater versprechen wollte, dass Geld zurückzuzahlen. Doch der sei mit den Worten "Du Idiot, jetzt wo es mir besser geht, kommst Du damit" auf ihn losgegangen. Als das Opfer drohte, die Familie auseinanderzubringen, sei er in Panik geraten. An die Attacke mit der zersplitterten Schublade könne er sich nicht erinnern. Bei der Polizei hatte er laut Protokoll angegeben: "Ich wollte, dass er nicht mehr leiden muss." Nach der Tat sei er nach Hause gegangen. Als seine Frau mit ihrem Vater telefonieren wollte, habe er ihr vorgegaukelt, dass sich dieser hingelegt habe und seine Ruhe wolle. Nachts habe er einen Zettel "gebastelt", der am Tatort die Spur in eine andere Richtung lenken sollte.

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