02.02.2020 - 15:19 Uhr
StullnOberpfalz

Bestattungsformen ändern sich

Die Friedhofskultur befindet sich im Wandel. Wegen entsprechender Nachfragen soll zu den derzeitigen Bestattungsmöglichkeiten zusätzlich eine weitere Form angeboten werden. Der Gemeinderat Stulln fasst einen Grundsatzbeschluss.

Auf dem gemeindlichen Friedhof Stulln sind derzeit vier Bestattungsformen möglich: Sarg- und Urnenbestattung in Einzel- und Mehrfachgräbern sowie Urnenbestattungen in der Wand oder in kleinen Erdgräbern. Der Gemeinderat gab grünes Licht für eine zusätzliche Alternative: die Beisetzung in Urnen-Erdrohrsystemen. Das Gremium entscheidet in einer weiteren Sitzung über den Standort.
von Herbert RohrwildProfil

Das Thema Friedhof und Bestattungsformen stand auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Auf dem gemeindlichen Friedhof, so Bürgermeister Hans Prechtl, sind zur Zeit vier Bestattungsformen möglich: Sarg- und Urnenbestattungen in Einzel- und Mehrfachgräbern, Urnenbestattungen in der Wand und in kleinen Erdgräbern.

Erdsysteme favorisiert

Zur Vergrößerung der Auswahl von Urnenbestattungen erkundigten sich der Bürgermeister und die Verwaltung nach neuen und pflegeleichten Bestattungsformen. Mithilfe einer Powerpointpräsentation stellte Prechtl diverse Urnenerdgrabsysteme vor.

Die Urnenröhren werden in das Erdreich gegraben und bieten Platz für die Beisetzung von bis zu vier Urnen übereinander. Als Abdeckung mit möglicher Gravur werden Granit- oder Metallplatten in quadratischer, rechteckiger oder kreisrunder Form gewählt.

Die Kosten für Urnenrohre liegen derzeit je nach Anbieter zwischen 400 und 800 Euro - abhängig von der gewünschten Materialart, der Urnenplätze und der gewünschten Abdeckplatte.

Der Markt Schwarzenfeld errichtete 2016 eine Grünanlage mit 14 Urnenrohren mit Edelstahlabdeckungen, ergänzte Prechtl seine Ausführungen. Akzeptiert werden nur Bio-Urnen. Sie zersetzen sich innerhalb der Ruhezeit. Die Beschriftung der Platte mit persönlichen Daten obliegt dem Nutzungsberechtigten. Die Nachfrage ist sehr groß: Der Markt Schwarzenfeld errichtete weitere 25 Grabplätze.

In der anschließenden Aussprache zeichnete sich eine Befürwortung dieser zusätzlichen Bestattungsform ab. Der Beschluss fiel eindeutig aus. Die vier aktuellen Möglichkeiten sind davon nicht berührt. Als nächster Schritt erfolgt die Besichtigung des Friedhofs, um Anlage- und Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort zu erörtern. Auch der Besuch des Friedhofs in Schwarzenfeld wurde angeregt.

Fällung gerechtfertigt

Wiederholt beschwerte sich die Familie Pöhlmann über die Verschmutzung durch die Birken in der Haberstrohstraße und verwies auf die Gefahr durch herabfallende Äste. In der Sitzung am 22. Oktober 2019 nahm der Gemeinderat die beiden Birken in Augenschein und beschloss den Fortbestand. Aufgrund des Zeitungsberichts vom November 2019 legte die Familie Pöhlmann Widerspruch gegen diese Entscheidung ein. Am 10. Januar 2020 begutachtete Petra Schmid vom Kreisgartenamt mit Bauhofleiter Edelbert Schmal und im Beisein des Bürgermeisters die von einem Blitzschlag geschädigte Birke und kam zum folgenden Ergebnis: Wegen einsetzender Fäulnis ist eine Fällung gerechtfertigt. Das Gremium schloss sich dieser Aussage an und plädierte für eine große Buche als Ersatz. Die dreistämmige gesunde Birke bleibt stehen. Die überragenden Äste werden gekappt.

Das ehemalige Flussspat-Bergwerk Grube Erna ist mittelfristig aus der Bergaufsicht zu entlassen. Die Gemeinde Stulln erhielt vom Bergamt Nordbayern die Unterlagen zu den Abschlussmaßnahmen für den Grubenwasserauslauf am Ernst-August-Tagschurf. Bürgermeister Hans Prechtl erläuterte die Zusammenfassung des 30-seitigen Gutachtens. Die Austrittstelle wird mit einem Kanalschachtbauwerk neu gestaltet. Das Grubenwasser läuft über eine eingeerdete Betonleitung zum vorhandenen Straßendurchlass der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Stulln und Nabburg nördlich der Bahnüberquerung.

Zum vorgelegten Abschlussbetriebsplan zur Entlassung aus der Bergaufsicht bestehen seitens der Gemeinde keine Einwände, lautete der einstimmige Beschluss.

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