18.07.2019 - 10:42 Uhr
StullnOberpfalz

Besuch bei bienenfreundlichem Bauern

Landwirt Herbert Obermeier gilt als "vorbildlich". Dieses Lob darf er sich mehrmals anhören, als der Bauernverband mit Umweltschützern das Öko-Engagement des Schanderlhofs in Augenschein nimmt.

Den Traktor mit der Aufschrift "Bayern blüht auf" fährt der Bayerische Bauernverband derzeit durch die Lande. Diese Woche machte er Station auf dem Hof von Vater Herbert und Sohn Simon Obermeier (Dritter und Zweiter von links), die das Gefährt auf eine Blühwiese steuerten, die mit den fachkundigen Gästen besichtigt wurde.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Mit einer Schleppertour macht der Bayerische Bauernverband in diesem Sommer auf das Engagement der Landwirtschaft für die Artenvielfalt aufmerksam. Auftakt der Tour war vor rund fünf Wochen in Lauingen, der Schanderlhof bei Stulln war bereits die 15. Station des mit Blumenmotiven verzierten Traktors, den der Landmaschinenhersteller Deutz-Fahr gesponsert hat. Ziel ist, die Bereitschaft der Landwirte zu zeigen, sich für die Artenvielfalt einzusetzen.

Denn der Bauernverband hat seine Mitglieder in diesem Jahr aufgerufen, möglichst viele Blühstreifen und -flächen anzulegen. Im Landkreis rühren für den BBV Kreisobmann Josef Irlbacher (Nabburg), Kreisbäuerin Sabine Schindler (Nittenau) und Geschäftsführer Josef Wittmann die Trommel. Zu dem Treffen auf dem Schanderlhof haben sie nicht nur den stellvertretenden Landrat Arnold Kimmerl, der auch beim Bund Naturschutz aktiv ist, und Patricia Steinbauer vom Landwirtschaftsamt, sondern auch Richard Wüst (Landesbund für Vogelschutz) und Hermann Bronold (Imkerverein, beide Schwarzenfeld) eingeladen. Angetan haben es den Besuchern die Blühwiesen, die Herbert Obermeier im Laufe der Jahre angelegt hat - schon vor dem Volksbegehren, das sich den Schutz der Bienen auf die Fahnen geschrieben hatte. Denn der Bauer freut sich nicht nur ganz persönlich über die blühenden Flächen rund um seinen Hof, wie er versicherte, er ist auch Jäger. Und als solcher weiß er, was die Tiere in Wald und Flur brauchen.

Im vergangenen Jahr wurden alleine über die Bayerischen Agrarumweltprogramme Blühstreifen auf 15 450 Hektar angelegt. Umgerechnet auf einen vier Meter breiten Blühstreifen haben die bayerischen Bauern damit ein blühendes Band mit einer Länge von insgesamt 38 625 Kilometern geschaffen. Hinzu kommen Flächen, die im Greening angerechnet werden oder freiwillig und auf eigene Kosten angelegte Blühflächen. Damit kann auch Herbert Obermeier dienen, der laut Wittmann "voll hinter der Sache steht". Unterstützung erhält der Landwirt bei seinem Öko-Engagement auch von der Firma Burgis, für die er als Kartoffel-Vertragsanbauer tätig ist. Der Betrieb in Neumarkt hat eine eigene Blühmischung "Burgis Bienenliebe" entwickelt, die über 30 verschiedene Blumen- und Kräuterarten enthält. Alle 70 Partnerlandwirte wurden verpflichtet, die Blumen und Kräuter der Mischung als Blühstreifen neben den Kartoffelfeldern auszusäen. Diese Felder sind daher umgeben von Blumenwiesen, auf denen Bienen und andere Insekten Nahrung finden.

Wie Obermeier erläuterte, habe er in diesem Jahr ungefähr 1 bis 1,3 Hektar Fläche als Blühstreifen angelegt; zusammen mit dem Blütenwildwuchs auf den Stilllegungen kommt er auf 2 Hektar Fläche, die der Produktion entzogen sind und die Artenvielfalt fördern. Patricia Steinbauer führte mit Blick auf die offiziellen Zahlen des Landwirtschaftsamts aus, es hätten im Landkreis Schwandorf 53 Betriebe Blühstreifen angelegt, die ein Fläche von 71,5 Hektar bedecken. Blühflächen wiederum bieten 171 Betriebe, die damit über 220 Hektar dem Naturschutz widmen.

Abschließend wurde eine Stilllegungsfläche des Obermeier-Betriebs am Waldrand besucht, die als Blühfläche angelegt ist. Dort kämpfen die bunten Pflanzen gegen die Trockenheit des Sommers an, die vor allem den blau blühenden Disteln wenig auszumachen scheint. Denn sie gedeihen prächtig und dienen als "Bienenweide".

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