Stulln
08.09.2026 - 21:27 Uhr

Kartoffelanbau in der Oberpfalz: Strategien gegen Trockenheit

Kartoffelanbauer in der Oberpfalz setzen auf innovative Bewässerungsmethoden, um Trockenheit zu trotzen. Landessortenversuche zeigen Erfolge.

Das Jahr 2026 war für die Kartoffelernte in der Oberpfalz herausfordernd. Um die Region als Kartoffelland zu erhalten, setzen Landwirte auf innovative Bewässerungsmethoden. Dies wurde bei einer Führung durch den Landessortenversuch des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regensburg-Schwandorf auf dem Schanderlhof in Stulln deutlich, teilt das AELF mit.

In der Donauebene wird Wasser aufgrund des hohen Grundwasserspiegels aus dem Boden entnommen. In den Höhenlagen des Landkreises Schwandorf ist dies jedoch nicht möglich. Landwirt Simon Obermeier nutzt auf seinem Schanderlhof Karpfenteiche als Wasserspeicher. „Wir bewässern auf die altmodische Weise mit einem Großflächenregner aus unseren Karpfenteichen heraus“, erklärt Obermeier. Diese sogenannten Himmelweiher füllen sich im Winter durch Niederschläge und müssen den Sommer über ausreichen. Laut Theresia Addokwei, Leiterin des Sachgebiets Landnutzung am AELF Regensburg-Schwandorf, können nur etwa 20 Prozent der Kartoffelanbauer bewässern. Obermeier kann je nach Lage der Felder nur ein Drittel seiner Kartoffelflächen bewässern und muss mit dem Wasser haushalten. „Noch bevor wir mit dem Bewässern begonnen haben, ist der Wasserstand allein aufgrund der Trockenheit um etwa einen Meter abgesunken“, so Obermeier.

Bewässerung sichert Qualität

Neben der Bewässerung muss auch genügend Wasser für die Karpfen übrigbleiben. „Wir führen eigentlich mehr eine Erhaltungsbewässerung durch. Wir bewässern in der Zeit, wo es kein Wasser gibt, in der Hoffnung, dass wir so die Kartoffel möglichst vital halten können, bis der nächste Regen kommt.“ Zweimal haben die Obermeiers in diesem Jahr beregnet. Die Erfahrung zeigt, dass sowohl Ertrag als auch Qualität profitieren.

Der Landessortenversuch auf dem Betrieb Obermeier bestätigt dies: Sechs Chipskartoffelsorten werden mit und ohne Bewässerung verglichen. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass der Anteil der Marktware, also die Qualität der Kartoffeln, um mindestens fünf bis zehn Prozent gestiegen ist. „Bei den Chips ist die Qualität entscheidend, weil die Landwirte danach bezahlt werden“, erklärt Addokwei. „Wir haben Sorten wie die Gala, die danken einem die Bewässerung mehr als andere“, ergänzt Obermeier.

Wetter erschwert Anbau

Die Wahl der richtigen Sorte ist entscheidend, wie der Landessortenversuch zeigt. Diese amtlichen Pflanzenbauversuche prüfen und vergleichen Sorten an verschiedenen Standorten in Bayern. Theresia Addokwei führte die interessierten Kartoffelanbauer an Parzellen vorbei, die unterschiedlicher nicht sein könnten. „Jede Sorte bringt andere Eigenschaften mit und wir beobachten diese auf statistisch abgesicherter Grundlage“, so Addokwei. Über die Jahre ergibt sich ein Bild, welche Sorten unter welchen Bedingungen die vielversprechendsten sind. „Je nach Sorte kann sich der Ertrag um bis zu zwanzig Prozent unterscheiden.“ Welche Sorte in diesem Jahr die besten Ergebnisse liefert, wird sich erst nach der Rodung zeigen. Im letzten Jahr waren es in Stulln Lilly, Merle und Ina.

Das Jahr 2026 war bisher sehr heiß und trocken. Kartoffeln reagieren als flachwurzelnde Pflanzen empfindlich auf geringe Bodenfeuchte. Im Vergleich zum langjährigen Mittel regnete es mit 260 Litern pro Quadratmeter 137 Liter oder 35 Prozent weniger. Die Niederschlagsmenge variierte stark von Ort zu Ort, sodass es in manchen Gegenden des Landkreises zu noch geringeren Niederschlagsmengen kam. Die hohen Temperaturen verschärften die Situation. Der monatliche Mittelwert lag bisher im Jahr 2026 mit 9,6 Grad Celsius um 1,2 Grad Celsius höher als das langjährige Mittel.

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