16.08.2019 - 11:12 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

45 000 Pfadfinder erschließen eine neue Welt

Mit dem größten Zeltlager der Welt in den Wäldern von West Virginia setzen die Pfadfinder ein Zeichen des Friedens. Mittendrin sind einige junge Sulzbach-Rosenberger.

Im Hintergrund grüßt die Freiheitsstatue: Fünf Sulzbach-Rosenberger Pfadfinder unternehmen nach der Jamboree in West Virginia noch eine Tour zu touristischen Höhepunkten der USA und Kanadas.
von Externer BeitragProfil

"Fünf unter 45 000" hieß es für Mia Weber und Nane Kopczyk vom Stamm Graf Gebhard und drei Teilnehmer aus den Reihen der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. Sie durften Teil sein des 24. World Scout Jamborees in den Wäldern von West Virginia/USA sein. Darüber berichtet der Stamm Graf Gebhard in einer Pressemitteilung.

Zehn Jahre Vorbereitungszeit hatten die Boy Scouts of America als Gastgeber, unterstützt von Pfadfindern aus Kanada und Mexico, um das Summit Bechtel Reserve in ein Jamboree zu verwandeln. Übersetzt bedeutet das "großes Treffen". Angesichts der Dimensionen erscheint das eigentlich noch untertrieben: Mit 45 000 Teilnehmern - 1300 davon aus Deutschland - war das Jamboree 2019 das bislang größte Weltpfadfindertreffen mit Scouts und Guides aus über 150 Ländern.

Die fünf Jugendlichen aus Sulzbach gestalteten sich auf diesem riesigen Areal ihre Tagesabläufe selbst. "Das Angebot war enorm", erzählt Nane vom Stamm Graf Gebhard. Auf dem Gelände boten viele Seen die Möglichkeit zu Kajakfahrten oder Wildwassertouren. Aber auch Skate- und Kletterparks wurden errichtet sowie Ziplines, die ihre Benutzer an einem Seil über die Landschaft fliegen lassen. Mia und Nane entschieden sich für einen Tauchgang und Kajakfahren, was sie als tolles Erlebnis einstufen.

Aber auch ein kritischer Blick gehört zum Pfadfindersein dazu. Deutlich wurde das vor allem beim Umgang mit Plastik im Camp, da die Teilnehmer mit Hartplastikbesteck versorgt wurden, was als Einwegprodukt benutzt wurde. Doch nicht nur der Umgang mit Müll stieß den Sulzbach-Rosenbergern sauer auf. Es gab auch einen Schießstand, an dem Jugendliche mit richtigen Waffen auf Gegenstände feuern konnten. Nane und Mia entschieden sich bewusst dagegen.

Abendessen mit Nachbarn aus den USA, gemeinsames Programm mit Pfadfindern aus der Schweiz oder Abzeichentausch mit Teilnehmenden aus El Salvador und Taiwan: Dieser "Scout Spirit" in einer großen Gemeinschaft ist es, was das Jamboree so besonders macht. Die beiden BdP-Mädchen fanden in diesen Tagen neue Freunde, verteilt über die ganze Welt. Das Jamboree trägt damit zur Freundschaft unter den Nationen bei. Schon der Gründer der Pfadfinder, Robert Baden-Powell, wollte mit seiner Bewegung den Frieden auf der Welt stärken. Während Teile des deutschen Kontingents bereits abgereist waren, begaben sich die fünf Sulzbach-Rosenberger nach dem Jamboree noch auf eine Tour durch die USA und Kanada. Dort besichtigten sie noch Washington, Philadelphia und New York.

Erschöpft, aber überglücklich mit vielen "life changing impressions" im Kopf wurden sie nach ihrem über dreiwöchigen Aufenthalt in Amerika und Kanada von einer großen Schar am Bahnhof in Sulzbach-Rosenberg wieder in Empfang genommen. Getreu dem Motto des Jamborees 2019 "Unlock a new World" hat sich für sie eine neue Welt erschlossen.

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