03.11.2019 - 15:04 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Von Abba und Alice Cooper bis Zappa und Zeppelin

Sulzbach bebt unter dem Kneipen- und Discorevival auch dieses Jahr wieder, als wenn durch die Herzogstadt ein musikalisches Heer zieht. Sechs Schauplätze bilden eine Partymeile, erfüllt mit dem Sound der 70er, 80er und 90er Jahre.

Im Capitol geht es ab auf der Tanzfläche.
von Redaktion ONETZProfil
Rock vom Feinsten in der Zauberhöhle. Und wie war das mit den Männer- und Frauengedecken?

Der offizielle Startschuss fiel um 21 Uhr im Capitol. DJ Jürgen Baumgärtner, Besuchern der Amberger Tenne seinerzeit bestens bekannt und heute im Atemlos in Weiden aktiv, zaubert einen fast übergangslosen Musikteppich aller Genres in das ehemalige Kino. Er beherrscht sein Handwerk. Schon nach wenigen Minuten bebte die Tanzfläche, und die Stimmung kochte. Kurzzeitig musste das Capitol wegen Überfüllung geschlossen werden.

Lässig in der Ecke stehen, die Tanzfläche beobachten. Vielleicht das Traummädchen entdecken, eines von den West-End Girls, wie sie das britische Electropop-Duo Pet Shop Boys 1984 in ihrem Lied verewigten. Aber schon der 1,52 Meter große Wirbelwind Pat Benatar warnte 1983 "Love is a battlefield". Und wenn es doch zu einer zarten Annäherung kam, dann konnte man nur im Sinne von Phil Collins hoffen "Don´t loose my number". Das Sulzbacher Disco- und Kneipen-Revival ist ein großes Fest. Es ist aber auch Erinnerung, ein großes Memory der Gefühle und die Erkenntnis, dass Musik zeitlos ist.

Etwas Abkühlung brachte der kurze Weg zur Schmiede. Teddy hatte mit seinen Mädels hinter der Theke alles fest im Griff. DJ 43 Guido Jindra hatte in seiner Ecke gerade noch Platz, als am späten Abend auch der letzte Stehplatz belegt war. Zum Glück entschärften die Raucher vor der Kneipe ab und zu die Enge im Raum.

In der Zauberhöhle bei Dagi war alles "All right now", wie bei Free in ihrem Song von 1970. In der Küche jonglierte der Meister der Friteusen. Seine Pommes aus der Tüte unterdrückten aufkommenden Hunger. Wer heute noch nicht weiß, was ein Herren- bzw. Damengedeck ist, war nicht dort gewesen und hat somit einen großen Fehler begangen. Denn hier in der Höhle gaben sich die musikalischen Größen des Rock aus drei Jahrzehnten die Hand oder anders gesagt, das Plektrum wanderte von einem unvergesslichen Gitarristen zum anderen.

Der Kugelplatz war mit dem Old Bailey und dem Rox fast schon eine Zentral-Location, liegen doch beide Kneipen nur wenige Schritte auseinander. Im Old Bailey bestimmte Günter die Marschrichtung. Sein Lieblingsstück, "The Wall" von Pink Floyd, wird er allerdings erst wieder bei ruhigeren Veranstaltungen durch die Lautsprecher jagen. Im Rox herrschte Gedränge an der Theke. Musik quer Beet, bunt und erfrischend wie so mancher Drink.

Djane Hot, auch unter dem Namen Martina Heiß bekannt, ließ mit Unterstützung des Residenten DJ Chris die Räume des Hexenkellers erzittern. Es heißt, im Hexenkeller liegt die Geburtsstätte des Revival. Auf alle Fälle war es eine tolle Idee, die das Kulturangebot der Herzogstadt zweifellos bereichert. Organisator Markus Brem freute sich über die bombastische Resonanz der vierten Auflage und bedankt sich auf diesem Wege für den Zuspruch.

Wer erinnert sich noch an Kool & the Gang und den Song "Celebration"? Ja, es war Party-Time, eine Gute-Laune-Zeit. Und deswegen freuen sich alle schon auf das nächste Jahr, auf das Kneipen- und Discorevival 5.0. Are you ready? Aber sowas von!

DJ Jürgen Baumgärtner bringt im Capitol die Luft zum Kochen.

Weitere Bilder zu Disco-Revival 4.0

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