12.08.2021 - 10:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Als Achleitner auf Lesereise, als von Goisern auf Konzerttournee - Multi-Talent Hubert ist viel unterwegs

Die Besucher im Schlosshof waren gekommen wegen Hubert von Goisern, dem Musiker. Nach eineinhalb Stunden kannten sie auch Hubert Achleitner, den Autor. Er las aus seinem Roman "Flüchtig". Die Musik aber spielt auch darin eine große Rolle.

Buchhändler Ralf Volkert (rechts) im Gespräch mit seinem Gast Hubert Achleitner. Der als Hubert von Goisern bekannte Musiker aus Österreich las aus seinem ersten Roman "Flüchtig".
von Helga KammProfil

Der Name Hubert von Goisern fiel kein einziges Mal an diesem Abend, denn es war der Autor Hubert Achleitner, der gekommen war, um aus seinem ersten Roman zu lesen. Eingeladen von Buchhändler Ralf Volkert, der dem Multi-Talent aus Österreich gleich zu Beginn bescheinigte: "Wir sind froh, dass Sie nicht Chemielaborant geblieben sind."

Diesen Beruf nämlich hatte der junge Hubert aus Bad Goisern erlernt, bevor es ihn hinauszog in die Welt. In Tansania, Tibet, Nordindien und anderswo arbeitete er, berichtete er über Menschen, ihre Kultur, ihre Lebensumstände. In all diesen Jahren aber spielte auch immer die Musik eine große Rolle. Er organisierte Konzerte in Ägypten und Westafrika, war mit der Linz- Europa-Tour zwei Jahre lang unterwegs in vielen Ländern Europas. Achleitner gilt als der Alpenrock-Erfinder. Mit seinem "Hiatamadl" stürmte er die Charts.

Religion, Spiritualität und Philosophie

Auch in seinem Roman ist immer wieder von Musik die Rede, von Mozart über André Heller und Queen bis Nina Hagen. "Musik ist eine Sprache für das, was man mit Worten nicht sagen kann", erklärt Achleitner. Im lockeren Plaudern mit Ralf Volkert geht es aber auch um Religion, Spiritualität und Philosophie im Buch. "Es war von vornherein klar, dass ich darüber schreibe. Ich hab nur eine Geschichte dazu gebraucht", beschreibt der Autor seine Grundidee.

Aus einigen Kapiteln seines Buches liest er, ohne die Handlung allzu sehr preiszugeben. Die Geschichte handelt von Maria und Herwig, einem Ehepaar seit dreißig Jahren, in denen es Konflikte, Heimlichkeiten, Ehebruch und Entfremdung gab. Dann verschwindet Maria, hinterlässt keinerlei Spuren. Herwig und sein Vater machen sich auf die Suche.

Der Rebell entscheidet für den Berg Athos

Beschrieben wird eine abenteuerliche äußere und innere Reise, die von Österreich bis zum heiligen Berg Athos in Griechenland führt. Seelenzustände und Landschaftsbeschreibungen nehmen darin großen Raum ein, der Wunsch nach einem Leben ohne innere Zwänge, nach Freiheit. Die Erzählung endet mit einem Brief Marias, den sie ihrem Mann schreibt und schließlich einem Happy-End.

Jahrelang habe sich das Schreiben seines Romans hingezogen, sagt Hubert Achleitner, „es kam immer wieder was dazwischen“. Volkert fragt nach, und der Autor erklärt: "Ich wusste nur, dass die Frau weggeht, wohin, das ist erst beim Schreiben entstanden." Dass es Athos in Griechenland sein würde, lag daran, dass Frauen diesen Heiligen Berg nicht betreten dürfen. "Da bring i mei Maria hin", sagte der Rebell in ihm. Auch den Titel seines Buches erklärt Achleitner: "Flüchtig beschreibt die Vergänglichkeit des Glücks und auch des Unglücks." Die Geburt Marias in einer eisigen Gondel in den Bergen, die Begegnung mit dem jungen Mönch Nicolas auf Athos, die Beschreibung des Bergdorfs am See, der Vergleich der anstürmenden Touristen mit bunten Schmetterlingen – die rund zweihundert Zuhörer im abendlichen Schloßhof sind gefesselt. Es herrscht Stille, wenn Hubert Achleitner mit angenehmer Stimme und leicht österreichischer Sprachfärbung aus seinem Buch liest und aus seinem Leben erzählt.

Vorerst kein zweites Buch geplant

Er freut sich, dass zum Ende des Abends eine lange Menschenschlange ansteht, um sein Buch zu kaufen. Ein weiteres, so versichert er, wird es erst einmal nicht geben. Vorrang habe für den Musiker im Rentenalter die geplante Tour ab März nächsten Jahres mit 80 Konzerten: "Erst dann denke ich wieder nach, was noch kommen könnte."

Hubert Achleitner im Interview bei Oberpfalz-Medien

Sulzbach-Rosenberg

"Flüchtig beschreibt die Vergänglichkeit des Glücks und auch des Unglücks."

Hubert Achleitner über den Titel seines Romans

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.