17.04.2019 - 15:15 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Alle Platten müssen runter

Es ist nicht so, dass uns wie Asterix dachte, der Himmel auf den Kopf fällt, aber eine Fassadenplatte könnte schon mal herabfliegen. Und zwar vom maroden Storg-Gebäude, dessen Außenhülle nicht nur hässlich, sondern auch schadhaft ist.

An der Storg-Fassade haben sich Keramik-Platten gelöst – jetzt müssen alle demontiert werden.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Seit etwa drei Monaten sichern rot-weiße Absperrungen den Gefahrenbereich in unmittelbarer Nähe des prominentesten städtischen Leerstandes. Mitte Januar war von der Kommune das Prüfamt der Landesgewerbeanstalt eingeschaltet worden, nachdem sich in Folge eines Sturmes einige Keramikplatten von der Fassade gelöst hatten. Die Fachstelle sollte über eine Gesamtbewertung die notwendigen Instandsetzungen feststellen. Wie schon mehrfach berichtet, hat die Stadt das bei der Bevölkerung aufgrund seines Erscheinungsbildes längst in Ungnade gefallene ehemalige Storg-Kaufhaus (Baujahr 1968) aus städteplanerischen Gründen erworben. 2017 hatte ein Investor seine Pläne zur Umgestaltung und Nutzung vorgestellt, im März 2018 jedoch wieder zurückgezogen.

Gut unterrichtete Kreise sprechen nun erneut von einem Interessenten an der maroden Immobilie, der einige Referenzen im Bereich Sanierung von Altbauten und deren Umwandlung in Hotels vorweisen könne. Der Stadtrat sei zwar schon wiederholt nichtöffentlich damit befasst gewesen, Details zu Konzepten und Vorstellungen der Investoren könnten zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Auch hier gilt also wieder bei allen damit befassten Stellen das Prinzip Hoffnung.

Was man weiß, und was nun am nächsten Dienstag, beginnen soll, ist nach Angaben von Erstem Bürgermeister Michael Göth die Abbauarbeiten an der Fassade des ehemaligen Kaufhauses durch die Edelsfelder Firma Kohl. Ein Gutachten habe gezeigt, so Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn, dass die Keramik-Fassaden-Verkleidung kurzfristig ganz abgebaut werden müsse. Von insgesamt 488 Platten waren rund 190 nicht mehr sicher befestigt. Dies hatte letztlich der TÜV Rheinland bei der Überprüfung des baulichen Zustandes festgestellt. Das Baureferat suchte unmittelbar danach geeignete Firmen, die sich auf solche Demontagearbeiten verstehen. Insgesamt handelt es sich um 1200 Quadratmeter keramische Fassadenplatten, die einzeln eine Größe von 1,5 x 0,95 Meter aufweisen. Die Platten werden in Containern gesammelt, auf Schadstoffe untersucht und dann entsorgt. Der Rückbau läuft ohne Gerüst mit mobilen Geräten. "Die veranschlagten Kosten belaufen sich auf etwa 50 000 Euro", sagt Stadtbaumeisterin Petra Schöllhorn.

Die Fassade der Storg-Immobilie ist schadhaft.

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