13.09.2018 - 17:18 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Alter Frühlingshof lebt wieder auf

Das Haus atmet Geschichte. Rund 500 Jahre dürfte es alt sein, es hatte ein wechselvolles Schicksal. Viele Sulzbacher kennen es, sie haben dort gegessen, getrunken, eingekauft. Jetzt wird dort gewohnt. Stilvoll, nach großer Sanierung

Die Pilhofers (von links Daniela, Karin und Helmut) sind stolz auf ihren restaurierten und modernisierten Frühlingshof, ein Schmuckstück in der Straße.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Helmut Pilhofer weiß davon ein Lied zu singen: Er hat das Einzeldenkmal gekauft. Im Hinterhof liegt noch die Leuchtschrift: Frühlingshof. Die Pilhofers stammen aus der Frühlingstraße 8, ihnen gehört das bekannte Raumausstatter-, Baby- und Kinderartikel-Geschäft. Sie kannten das Anwesen Nummer 14 natürlich bestens, hatten auch schon Stellplätze dort im Hof gemietet, nachdem die Gaststätte Frühlingshof 2002 ihre Pforten geschlossen hatte. Seit 2007 stand das Haus dann komplett leer, nachdem der letzte Bewohner gestorben war.

2014 schließlich entschlossen sich die Pilhofers zu handeln: Helmut und Karin kauften den alten Frühlingshof. Ein "Befunder" untersuchte das ursprünglich im 16. Jahrhundert gebaute Haus und stellte genau fest, welcher Teil wann angefügt wurde - eine interessante, aber aufwendige Geschichte. Der zuständige Referent des Denkmalamtes, Friedrich Roskamp, besuchte das Einzeldenkmal. Auch er machte auch Restaurieungsvorschläge: Statt eines großen Fensters zwei kleine mit Oberlicht, Erhalt der alten Türen, Erhalt und Ergänzung des Stuckbandes im Obergeschoss und vieles mehr. Schließlich stand der Sanierungsplan: Das Erdgeschoss mit Gast- und Nebenzimmer, Küche und Metzgerei wird umgewandelt in ein Ein- und Zwei-Zimmer-Appartement, Heizung auf Gas umgestellt, Treppensituation geändert. Im ersten Stock entsteht eine Wohnung auf ebenfalls 120 Quadratmetern Gesamtfläche. Der Dachboden bleibt frei. Dann begann 2014 das große Werk. "Ohne die Hilfe von Freunden, Bekannten, Verwandten und sehr viel Eigenleistung wäre das überhaupt nicht gegangen", erinnert sich Helmut Pilhofer. Der Raumausstatter-Meister konnte selbst viel erledigen, trotzdem kamen noch reichlich Elektriker, Schreiner, Installateure, Metallbauer zum Einsatz.

Seine Frau Karin schätzt den Mehraufwand an Sanierungskosten wegen des Denkmalschutzes auf gut 30 Prozent. "Da hätte man ein neues Haus auch bauen können." Sie lobt aber die Zusammenarbeit mit der örtlichen Denkmalbehörde bei der Stadt Sulzbach-Rosenberg sehr - "dort war man sehr kooperativ und hilfsbereit." Das Haus ist inzwischen voll belegt: Die Appartements sind vermietet ("Hat sich quasi von selbst ergeben", meint Helmut Pilhofer), im Obergeschoss wohnt Tochter Daniela Meidenbauer mit Mann Sebastian und Kater Konrad.

Jetzt ist der Bau praktisch vollendet, am historischen Sandsteinportal sind noch Kleinigkeiten zu richten. Im Hinterhof wurden die alten Metzgerei-Nebengebäude entfernt. Es herrscht wieder Leben - da, wo früher der Spieß-Hans den besten Schweinebraten der Stadt servierte und die Schafkopfkarten auf den Tisch gehauen wurden. Die Frühlingstraße macht sich allmählich wieder - auch ein Verdienst der privaten Initiative der Familie Pilhofer.

So kennt man den Frühlingshof aus den letzten Jahrzehnten – eine beliebte Gaststätte samt eigener Metzgerei.

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