(exb) Amberg-Sulzbacher, die es "nach München oder ähnliche unwirtliche Gegenden verschlagen hat, besuchen ihre alte Heimat selten ohne Kühltasche, um sich mit Wurst vom örtlichen Metzger einzudecken": Daniel Hirsch, Obermeister der Metzger-Innung, weiß, warum - "die Vielfalt und Qualität in der Theke sucht Ihresgleichen. Dabei soll es bleiben."
Deshalb wandte er sich an Bundestagsabgeordneten Alois Karl (CSU). Hirsch fürchtet nachteilige Auswirkungen auf das Handwerk durch die geplante nationale Reduktions-Strategie von Zucker, Fett und Salz. Im Mittelpunkt müsse gesunde, ausgewogene Ernährung stehen, schreibt Hirsch in seinem Brief an Karl und betont: "Es gibt bei uns keine per se ungesunden Lebensmittel, sonst wären sie verboten." Entscheidend sei die Dosis. Das Handwerk stelle sich auf Verbraucherwünsche ein, weshalb es bereits fettreduzierte Produkte herstelle. Die heimischen Metzger propagierten zudem ausdrücklich nicht den täglichen Konsum von Wurst und Fleisch.
Als Abgeordneter, "aber auch als überzeugter Kunde der heimatlichen Metzger", unterstützt Alois Karl Daniel Hirsch. Karl wandte sich an Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft. Er bat sie "um Augenmaß bei der Ausarbeitung einer nationalen Strategie für die Reduktion von Zucker, Fetten und Salzen in den Produkten". Karl hat dabei auch die Bäcker im Blick.
Julia Klöckner hat sich im vergangenen Sommer bei einem Besuch in Amberg "selbst von der Qualität der Oberpfälzer Erzeugnisse überzeugen können", wie sie Alois Karl mitteilt. Dieser kennt Klöckner als "Gegnerin unnötiger Verbote".
Die Antwort der Ministerin
Ministerin Julia Klöckner erinnert sich sich noch gut an ihren Besuch in der Oberpfalz, wie sie ihrem Antwort-Brief an MdB Alois Karl schreibt. Sie schätze die traditionellen deutschen Lebensmittel, ihre "hochwertigen Zutaten und die zu Teil traditionellen Rezepturen".
Bei der in der Koalitionsvereinbarung vorgesehenen "nationalen Strategie zur Reduktion von Zucker, Fetten und Salz in Fertigprodukten sollen insbesondere die Belange handwerklicher Betriebe berücksichtigt werden", betont sie. Dazu habe sie Ende April zu einem Runden Tisch ins Ministerium eingeladen. Handwerk, Fleischer-Verband und Bäcker seien vertreten gewesen.
Die Reduktions-Strategie möchte Klöckner bis zum Jahresende erarbeiten. Dabei betont sie ausdrücklich, dass diese "nur ein Element meiner Ernährungspolitik ist, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt, um einen nachhaltig gesundheitsförderlichen Lebensstil zu ermöglichen". Klöcker ist überzeugt, dass sich entsprechendes Verhalten "vor allem durch Transparenz, Information und Ernährungskompetenz" erreichen lässt - "verbunden mit Angeboten, die die gesunde Wahl erleichtern.
Klöckner ist optimistisch, dass dies gelingt: "Ich gehe davon aus, dass wir gemeinsam mit allen Beteiligten ein Konzept erarbeiten werden, das sowohl den Belangen der handwerklichen Betriebe ausreichend Rechnung tragen als auch einen Beitrag zur Gesundheit der in Deutschland lebenden Bevölkerung leisten wird."













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