20.11.2019 - 16:59 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Als Arbeiter- und Soldatenräte tagten: "Grüße aus der Republik Sulzbach"

An die bewegten Zeiten und Geschehnisse vor 100 Jahren in Sulzbach sowie die revolutionären Ereignisse in ganz Deutschland bis 1923 erinnert der Verdi-Ortsverein am Freitag, 22. November, im Capitol.

Diese historische Postkarte belegt, dass Sulzbach kurz nach dem Ersten Weltkrieg eine Republik war.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Dort steht ab 19 Uhr ein Vortrag von Daniel Kulla im Mittelpunkt.Wie Vorsitzender Martin Dehling beim Pressegespräch erklärt, steht der Abend unter dem Titel "Grüße aus der Republik Sulzbach", der an die Einsetzung der Arbeiter- und Soldatenräte in der Herzogstadt erinnern soll. Erwin Lehner schreibt dazu unter anderem in der Stadtchronik "Eisenerz und Morgenglanz" , dass die Ruhe in der Stadt am Samstag, 9. November, 1918 um 5 Uhr nachmittags schlagartig vorbei gewesen sei. Es habe Sondersitzungen des Stadtmagistrats gegeben und sämtliche Behördenvertreter seien einberufen worden, denn in der Kaserne im Schloss waren auf Drängen des Soldatenrats Nürnberg örtliche Soldatenräte gewählt worden. In Ermangelung eines SPD-Ortsvereins, der Arbeiterräte hätte bestellen sollen, setzten die Nürnberger das SPD-Mitglied Ludwig Wiesel als Vorsitzenden ein.

Das Bild zeigt den Empfang der am 2. Dezember 1918 zur „Abwicklung“ eingetroffenen Truppe (I. Bataillon/ 6. Landwehr-Infanterie-Regiment) durch Bürgermeister Karl Julius Troeger auf dem Luitpoldplatz.

Neben den örtlichen Ereignissen, die Martin Dehling zusammengefasst aus Lehners Arbeit vortragen wird, geht es im Hauptreferat um die "Revolution in Deutschland 1918-23". Unter diesem Titel vertritt Daniel Kulla die Auffassung, dass es die Novemberrevolution 1918 gerade so ins landläufige Geschichtsbild geschafft hat, zumindest unter Linken geht sie noch bis Januar 1919 weiter. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung im Februar/März 1919 ist hingegen unter den Siegererzählungen fast verschwunden. Kulla und der Verdi-Ortsverein werden versuchen, diese Geschichte so sichtbar wie möglich zu machen. Zur stimmigen Abrundung steuern Sepp Lösch und Andreas Royer Texte bekannter Literaten bei

Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats war der Gefreite Ludwig Wiesel.
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