15.04.2021 - 15:35 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Aufatmen in Rosenberg: Müll- und Schutthalde beseitigt

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Alte Neonröhren, verrostete Stahldrähte, Elektroschrott: Seit Jahren ist die Müllhalde hinter dem Heldrich-Komplex in Rosenberg gewachsen. Bürger befürchteten Gefahren für Kinder und Umwelt. Nun hat sich der Fall gewendet – zum Positiven.

Der private Schotterweg im Vordergrund soll auch künftig für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben – vorerst.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Der Unmut bei Anwohnern und Spaziergängern ist zuletzt spürbar gewesen. Auch unsere Zeitung haben Zuschriften und Anrufe erreicht. Tenor: Die Müllhalde auf dem Grundstück hinter dem sanierten Heldrich-Komplex an der Post- und der Fürstenmühlstraße nahe dem Rosenberger Bahnhof sei nicht nur ein optischer Schandfleck, sondern auch ein Risiko für Mensch und Natur.

Das mehrere Hundert Quadratmeter große Areal zwischen dem Fitnessstudio "Max-Fitness" und dem Rosenbach befindet sich in Privatbesitz. Oberpfalz-Medien hat mit dem Eigentümer, der seinen Namen nicht in der Zeitung genannt haben möchte, Kontakt aufgenommen und sich nach den Gründen für die Müllablagerung erkundigt.

Sorge um spielende Kinder

Doch vorab zu den Hintergründen. In den vergangenen Monaten haben sich auf dem Gelände meterhohe Berge von Grüngut angesammelt, aber auch Mengen alter Baustoffe, Steine, Metallschrott, Plastikrohre, Neonröhren, Computertechnik, ein abgemeldetes Auto oder aussortierte Haushaltsmöbel wie eine Matratze und ein Bettgestell waren dort gelagert.

Über das Grundstück verläuft zudem ein Schotterweg, der die Fürstenmühlstraße im Süden mit dem kleinen Brücklein im Norden an der Rosenbachstraße verbindet. Etliche Passanten, aber auch Kinder, nutzten den privaten Weg, der aber nicht als solcher gekennzeichnet oder abgesperrt war. "Ich bin dort mit meinem achtjährigen Sohn vorbeigegangen. Ohne, dass ich es mitbekommen habe, ist er auf den Müllbergen umhergeklettert. Die Haufen mit ihren Rohren, Platten und Stahldrähten waren offen zugänglich. Gerade für Kinder war das wirklich gefährlich", sorgt sich Familienvater Alwin Soneriu. "Ich vermute, dass dort auch Sondermüll gelagert wurde, das gehört sich sachgemäß entsorgt."

Wegen solcher und ähnlicher Stimmen ist beim Ordnungsamt der Stadt Sulzbach-Rosenberg ein Beschwerdeanruf über die "wilde Müllablagerung" eingegangen. Das teilte das Landratsamt Amberg-Sulzbach mit, dem als zuständige Behörde der Fall übermittelt wurde. Laut Pressesprecherin Christine Hollederer habe sich das Amt eingeschaltet und den Eigentümer darauf hingewiesen, "dass zur abfallrechtlichen Einschätzung der auf dem Grundstück lagernden Materialien und Gegenstände eine Ortseinsicht durchgeführt werden wird".

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Im Klartext: Zwei Mitarbeiter der Behörde machten sich am Dienstag ein eigenes Bild. Zum Zeitpunkt der Besichtigung haben laut Hollederer auf dem Gelände bereits Entsorgungsarbeiten stattgefunden. "Der Grundstückseigentümer zeigte sich kooperativ und teilte die Bereitschaft mit, auf dem Grundstück lagernde Abfälle zu entfernen", heißt es in der Mitteilung weiter.

Gegenüber Oberpfalz-Medien erklärt der Grundstücksinhaber, dass er die Fläche zwar "zum Teil zur Nutzung für Dritte freigegeben" und diesen erlaubt habe, in Containern "Astgut zur späteren Hackschnitzelverarbeitung zu lagern". Doch weil das Gelände über den privaten Schotterweg offen zugänglich sei, hätten Unbekannte dies ausgenutzt und dort widerrechtlich Müll abgelagert. Teile des Mülls würden also gar nicht vom Eigentümer selbst stammen, sondern von Fremden, die dort illegal ihren Schrott abgelagert hätten.

"Der private Grundstückseigentümer hat sämtliche Abfälle auf private Kosten entsorgen lassen", teilt der Inhaber mit. Auf die Frage, ob es sich dabei zumindest teilweise um Sondermüll gehandelt habe, antwortete er nicht.

Weg könnte gesperrt werden

Künftig aber soll das Areal sauber bleiben und nicht erneut zu einer Mülllagerstätte verkommen. Wenn die Säuberung der Fläche abgeschlossen sei, will der Eigentümer laut seiner Antwort prüfen, ob dort künftig immer noch illegal Müll abgelagert wird. Sollte dies wiederholt passieren, sehe er sich gezwungen, "die Zuwegung von beiden Seiten zu sperren". Weiter prüfen will auch das Landratsamt. "Eine entsprechende Dokumentation über den Abschluss der Entsorgungsarbeiten" werde sich die Behörde vorlegen lassen.

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"Der Müllhaufen mit seinen Rohren, Platten und Stahldrähten war offen zugänglich. Gerade für Kinder war das wirklich gefährlich."

Alwin Soneriu, besorgter Familienvater aus Rosenberg

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