25.08.2019 - 18:31 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Austanzen als Saunagang

Stadtkirchweih, die Zweite: Nachdem die Woizkirwa die Viererstaffel der "Stood-Kirwan" eröffnete, übernahm am Wochenende Breitenbrunn den Stab. Bei hochsommerlicher Hitze gerieten Baumaufstellen und Austanzen zum Saunagang.

Immer wieder wechselte der Strauß unter den Paaren. Bis der Wecker ein Einsehen hatte, mussten die Breitenbrunner Kirwapaare am Sonntag bei den Tanzrunden um den Baum viel Schweiß vergießen.
von Autor RLÖProfil

Der Wecker kürte am Sonntagnachmittag Lisa Frohnhöfer und Thomas Krös zum Oberkirwapaar im Breitenbrunner Tal. Dort wird auch heute zur Noukirwa mit der "Irlboch-Musi" nochmal kräftig Gas gegeben.

Der Sommer war Ehrengast an diesem Kirwawochenende. Er bescherte dem Brauchtumsfest Sonnenschein pur. Zusammen mit der herrlichen Naturkulisse des Talgrundes waren die äußeren Bedingungen schier perfekt, und für die eingespielte Organisation sorgte wieder die Breitenbrunner Kirwagemeinschaft unter Federführung von Sebastian "Sebi" Sörgel. Auf den ersten Blick ins Auge fallende Neuerung: der Festplatz hatte sich auf Wanderschaft begeben und war diesmal auf der gegenüberliegenden Seite talwärts neben der Rieglesbrunnenstraße abgesteckt.

Hier wuchteten die Kirwaburschen und etliche tatendurstige Mitstreiter am Samstag gegen Mittag mit den Schwalben den stämmigen 27 Meter-Baum in die Höhe, fachkundig angeleitet wie in den Vorjahren von Zimmerermeister Richard Götz aus Rothsricht. Die Boum hatten ihr Wahrzeichen in diesem Jahr aus dem Stadtwald im Revier Haselgraben geholt. Während später die Kirwagäste zur Musik der "Saitenspringer" schon feierten, was das Zeug hielt, rüsteten die Kirwapaare für die lange Nacht der Baumwache, schließlich galt es, das Wahrzeichen vor frevlerischen Attentaten zu schützen.

Lisa Frohnhöfer und Thomas Krös als Oberkirwapaar in Breitenbrunn.

Den Festsonntag leitete ein evangelischer Gottesdienst mit Pfarrer Uwe Markert ein, danach konnte man sich zum Frühschoppen und Mittagessen gemütlich einrichten. Und dann hieß es warten, denn die Boum waren mit den "Kirchenreinbacher Spitzboum" unterwegs, um ihre Moila einzuholen. Die hatten sich gruppenweise bei den kirwaerprobten Familien Scherer, Eger und Karg "eingenistet" und waren gar nicht so einfach loszueisen.

Beim Baumaufstellen am Samstag.

Schließlich waren alle elf Paare komplett, und der Festzug näherte sich mit zünftiger Musikbegleitung und weithin hörbaren "Gurzerern" dem Podium. Vor großer Zuschauerkulisse ging es an den Höhepunkt einer jeden Kirwa, das Austanzen. Bei über 30 Grad Celsius" und sicher noch deutlich höherer "Betriebstemperatur" der Akteure eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit. Nach etwa .... Minuten erlöste der Wecker die Tanzpaare: Lisa Frohnhöfer und Thomas Krös holten sich (wie schon 2017) als neues Oberkirwapaar die Insignien ihrer Würde, Dirndl-Schultertuch und Bierkrügl, vom Baum und mussten dann zur Ehrenrunde um den Baum noch einmal die Hufe schwingen.

Die Kirwapaare sind komplett, das Austanzen kann beginnen.

Dem alten Brauch war damit Genüge getan, es konnte wieder ans Feiern gehen, diesmal mit der "Bergwald-Musi" und einem eingespielten Serviceteam, das die Besucher nach Kräften verwöhnte. In wenigen Tagen startet Nummer drei der Viererstaffel mit der Rosenberger Kirwa, gefolgt von der nicht minder traditionsreichen "Bartlkirwa" am Feuerhof. "O Kirwa, lou niat nou . . ."

Die Breitenbrunner Kirwapaare zeigen die überlieferten Brauchtumstänze.
Ein richtiger Lackl, der Broinbrunna Kirwabaum.
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