16.08.2018 - 16:11 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bad-Saison in ruhigen Bahnen

Planschende Kinder, lange Schlangen am Kiosk, gut gefüllte Liegewiesen und Schwimmer, die im Wasser Abkühlung von der Hitze suchen: Im Waldbad in Sulzbach-Rosenberg neigt sich die Saison langsam dem Ende entgegen.

Das Waldbad in Sulzbach-Rosenberg ist auch dieses Jahr gut besucht. Viele brauchen von der andauernden Hitze eine Abkühlung.
von Sabrina BauerProfil

Sulzbach-Rosenberg. Ein heißer Sommertag reiht sich an den nächsten und ein Ende der Hitzewelle ist nicht in Sicht - das sind perfekte Verhältnisse für das Waldbad Sulzbach-Rosenberg in dieser Badesaison. Doch nicht nur bei strahlenden Sonnenschein zieht es die Badegäste ins Wasser, für die Frühschwimmer spielt das Wetter keine große Rolle.

Rund 25 Leute stehen schon bevor die Pforten öffnen am Eingang. "Wir sind eine tolle Truppe. Bei Regen, bei Frost und natürlich Sonnenschein, mein Mann und ich fahren seit zwölf Jahren täglich zum Schwimmen", erzählt Hildegard Rachl. Das Ehepaar wohnt neben dem Hockermühlbad in Amberg, nimmt aber lieber den weiteren Weg nach Sulzbach-Rosenberg, statt in Amberg seine Bahnen zu ziehen. Der Grund: "Wir nutzen die Wärmehalle. Das Schönste am Waldbad."

Ob Aqua-Jogging, Kraulen oder Schwimmen, die meisten Frühschwimmer sind im Waldbad Stammgast und kommen seit vielen Jahren hierher. "Wir schwimmen für die Gesundheit und die Bewegung. Und wir kommen schon alleine für die Unterhaltung, die wir haben, in das Bad. Wenn wir in unserem Alter nichts mehr tun würden, dann würden wir verrosten", sagt Josefine Strobl aus Rosenberg.

Dauerschwimmer mit 94

Franz Kopf holt gerade tief Luft und taucht unter. "Mit 94 Jahren gehe ich seit acht Jahren gerne ins Bad. Mit einem Gürtel um die Hüfte kann ich sogar noch Rückenschwimmen und ich schaffe jedes Mal vier Bahnen." Zuhause muss er beim Gehen einen Stock benutzen. Aber wenn er aus dem Wasser kommt, braucht er die Hilfe nicht. Der 94-Jährige besitzt eine Dauerkarte und ist bei fast jedem Wetter einer der ersten im Becken. "Der Kreislauf kommt in Schwung, meinem Körper tut die Bewegung unheimlich gut. Jeder Ältere sollte das einmal probieren", meint der Poppenrichter.

Während die Frühschwimmer vormittags noch ruhig ihre Bahnen ziehen, beginnt ab Mittag der Ansturm aller anderen Badegäste. "Diese Saison ist das Bad wegen der stetigen, andauernden Hitze nicht überfüllt, aber sehr gut besucht", erzählt Betriebsleiter Thomas Albert. Für ihn und die anderen Bademeister ein recht entspanntes Jahr. Grund dafür ist auch der Umbau, der das Gelände besser einsehbar gemacht hat. "Nachdem saniert wurde, haben die Eltern freie Sicht auf ihre Kinder im Becken und am Spielplatz. Auch wir genießen seitdem den Überblick." Unfälle hat es bis jetzt nicht gegeben. "Jede Saison gibt es Blessuren und Wespenstiche bei den Gästen, Schlimmeres war nicht dabei."

Fünf Fachkräfte und viele ehrenamtliche Rettungsschwimmer halten die Stellung und sorgen im Waldbad für Ordnung. Es ist eines der wenigen Bäder, die vom Personalnotstand nicht betroffen sind. "Wir sind gut besetzt und haben sogar einen neuen Kollegen im Team. Weniger Überstunden sind für uns eine enorme Entlastung", erzählt Albert.

Neu mit dabei ist der 35-jährige Stefan Laurer. Vor fast 20 Jahren machte er im Waldbad eine Ausbildung zum Fachangestellten für Bäderbetriebe, ging daraufhin nach Würzburg und ist jetzt wieder zurück in seiner Heimatstadt. "Ich bin wieder zu meinen Wurzeln zurückgekehrt. In meiner Jugend war ich jeden Tag nach der Schule im Bad, damit bin ich aufgewachsen. Und so stand für mich fest, dass ich Bademeister werden will."

Seit seiner Ausbildung hat sich viel im Waldbad getan: "Der Umbau hat viel bewirkt. Das Bad ist offener, freundlicher und vor allem moderner. Abgesehen vom neuen Spielplatz und dem Kinderbecken wird der vordere Bereich rund um den Kiosk sehr gut genutzt." Auch die eher unscheinbare Abdeckplane hätte sich laut Albert schon rentiert. "Wir sparen damit sehr viel Energie ein, Wärme geht nicht mehr verloren. In vier Jahren haben wir die kompletten Anschaffungskosten gedeckt."

Umbau geht weiter

Trotzdem soll sich im Bad noch einiges tun. Kommendes Jahr seien mehr Bänke und Sitzgelegenheiten vorzufinden, die das Freibad von den Jura-Werkstätten gebaut bekommt. Doch damit sind die Neuerungen noch nicht abgeschlossen. "Wir befinden uns in der Planungsphase für die Sanierung der Technik. Das Alte muss endlich einmal modernisiert werden", sagt der Betriebsleiter.

Den gesamten August schließt das Waldbad um 20 Uhr. Bis zum Sonntag, 16. September, ist noch verkürzt bis 19 Uhr geöffnet, danach müssen sich alle Bad-Freunde bis zur nächsten Saison gedulden.

Hintergrund:

32 000 Badegäste zählte das Waldbad in Sulzbach-Rosenberg für den Juli. Mit unter diesen Monat fiel der besucherstärkste Tag, Dienstag, 31. Juli mit 2500 Badelustigen. Trotz des hohen Andrangs sei der Betrieb für die Bademeister relativ entspannt gewesen. Durch die beständige Hitze sei der Andrang besser verteilt, das Waldbad nicht überfüllt. „Viele Besucher, mehr Müll und mehr Frischwasser, das in die 40 Kubikmeter vollen Becken gepumpt wird. Pro Nase 50 Liter neues Wasser“, sagt Betriebsleiter Thomas Albert. (psba)

Auch mit 94 Jahren zieht Franz Kopf seine Bahnen: „Schwimmen tut meinem Körper gut, bei fast jedem Wetter bin ich im Bad.“
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