09.10.2019 - 15:38 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Bauplätze in Kempfenhof-Ost: Jetzt darf wieder jeder zugreifen

Im Baugebiet Kempfenhof-Ost wollten 95 Bewerber auf die 40 Einfamilienhaus-Bauplätze zugreifen. Nach Bekanntgabe der Vergaberichtlinien machten viele dann einen Rückzieher, jetzt sind noch sechs Plätze frei.

Für die Grundstücke des Baugebiets Kempfenhof-Ost interessierten sich vormals 95 Bewerber. Diese Zahl schmolz nach Bekanntgabe von konkreten Kosten und Vergaberichtlinien rapide ab – jetzt sind noch sechs Parzellen zu haben.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Der Bedarf an Wohnraum ist auch in der Herzogstadt nach wie vor groß. Ebenso die Anzahl an Leerständen. Gleichzeitig versucht die Verwaltung diese Schieflage auszugleichen, in dem sie Baugebiete ausweist, oder die Sanierung von Leerständen in Angriff nimmt. Nun könnte das für viele Zeitgenossen oder Bauträger insgesamt schneller laufen - gewisse Hindernisse hemmen ihrer Ansicht nach geschmeidige Abläufe. Im konkreten Fall des Baugebietes Kempfenhof-Ost erledigte die Stadt nach Ansicht von Hans-Jürgen Strehl, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsreferats, ihre Hausaufgaben und schuf 44 Bauparzellen - wünschenswerter Weise für junge Familien und Ortsansässige. Problem dabei war, dass fast 100 Bewerber auf diese angebotenen Areale zugreifen wollten. Die Stadt stand also vor einem Problem, das möglichst gerecht gelöst werden sollte.

Die Verwaltung ließ sich dann in der Februarsitzung für die Bauplätze Vergaberichtlinien vom Stadtrat mit 21:7 Stimmen absegnen, die mit EU-Recht konformgehen sowie örtliche und soziale Kriterien berücksichtigen. "Eine Woche später gingen die Schreiben an die Interessenten raus - auch mit den genauen Preisen und anfallenden Kosten. Etwa vier Wochen später wurde dann der Rücklauf ausgewertet und die ersten Grundstücke reserviert", sagt Strehl.

Bestimmte Grundstücke

Grundsätzlich habe das Liegenschaftsamt Akzeptanz für die Vergaberichtlinien festgestellt, wenngleich bei der Vorstellung im Stadtrat auch kritische Stimmen anklangen, da bei egal welchem Verfahren immer jemand begünstigt oder benachteiligt werde, so der damalige Tenor. Damit es nicht noch einmal ein solches Verfahren brauche, empfahl FWU-Sprecher Peter Bruckner im Februar weitere Grundstücksankäufe durch die Stadt, um immer genügend Bauflächen vorhalten zu können.

Hans-Jürgen Strehl, stellvertretender Leiter des Liegenschaftsreferats, informierte zur gegenwärtigen Situation im Neubaugebiet Kempfenhof-Ost.

"Nachdem Kosten und Kriterien bekannt waren, sind etwa 45 Interessenten in das Vergabeverfahren eingestiegen. Andere Bewerber wollten eben nur ein bestimmtes Grundstück, oder hatten bei der Finanzierung andere Vorstellungen", nennt Hans-Jürgen Strehl Gründe für das abgeschmolzene Interesse. Gegenwärtig seien 25 Parzellen verkauft, für weitere zehn lägen feste Reservierungen vor. "Tatsächlich frei sind also gegenwärtig noch vier Grundstücke, vier andere sind bereits für den Geschoßwohnungsbau vergeben. Das Vergabeverfahren ist somit beendet, jeder Interessent kann jetzt wieder zugreifen."

Wohnraum gefragt

Da aber Wohnraum in jeglicher Form weiterhin gefragt bleibt, plant das Liegenschaftsreferat an einem neuen Baugebiet mit bereits teilweise beurkundetem Flächenankauf. Möglich seien auf dem vorgesehenen Areal zwischen 20 und 40 Bauparzellen. "Einen genauen Standort oder Zeitrahmen können wir wegen der laufenen Verhandlungen noch nicht bekanntgeben", erklärt Strehl.

Auch bei den Leerständen sieht er weiteres Potenzial in Sulzbach-Rosenberg. Hier trete die Stadt sowohl als Investor (Beispiel Waage) als auch als Vermittler für Bauträger oder Sanierer (Beispiel Spitalgasse) auf. An einer genauen Erfassung der infrage kommenden Objekte werde aktuell gearbeitet, zusätzliche Informationen - wie etwa Fördermöglichkeiten in den Sanierungsgebieten - sollen Besitzer und Interessenten begleitend erreichen.

Info:

Dachgeschossausbau

Schon im Mai diskutierte die FDP/FWS-Stadtratsfraktion bei einer Arbeitssitzung mit dem Dachgeschossausbau ein Thema, dass bei der herrschenden Nachfrage nach Wohnraum helfen könnte. Neben der Nutzung von Baulücken und der Ausweisung von neuen Baugebieten nannte Dritter Bürgermeister Hans-Jürgen Reitzenstein damals auch den Dachausbau und die Dachaufstockung, die viel Potenzial bieten könnte. FDP-Ortsvorsitzender Christian Weiß sprach gemäß einer Studie von etwa 2,7 Millionen Wohnungen, die so geschaffen werden könnten, ohne weitere Fläche zu verbrauchen. Strenge Auflagen müssten deshalb abgeschafft werden, um keine Vorhaben zu verhindern. Mittlerweile hat auch die bayerische Staatsregierung Erleichterungen beim Dachgeschossausbau angekündigt.

Weiterer Artikel zur Vorgeschichte des Vergabeverfahrens

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