Sulzbach-Rosenberg
02.04.2025 - 11:28 Uhr
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Die Bergknappen-Elite in Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg ist zwei Tage Mittelpunkt der nationalen Bergbaugeschichte: Armin Kraus hat die Bundesvorstandssitzung und -delegiertenversammlung der deutschen Bergknappenvereine organisiert. Und vielleicht gibt es eine Überraschung.

Armin Kraus ist ja schon der Chef der bayerischen Bergknappen, und er hat es geschafft, die bundesdeutsche Elite, den Bund Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine, in seine Heimatstadt zu bringen. Oberpfalz-Medien hat mit dem rührigen Aktivisten gesprochen, der sich seit 26 Jahren in Pflege und Erhalt der Bergbautraditionen engagiert. Wie ist er überhaupt dazu gekommen? „Ich bin 1999, als der damalige Erste Vorsitzende Bernd Friese (mein Schwiegervater) verstarb, als Kassier und zunächst meine Schwiegermutter Renate Friese zur Vorsitzenden gewählt worden. Da der Verein damals schon eher männerdominiert war, wurde dann am 6. Januar 2000 ich zum Vorsitzenden gewählt. Seitdem leite ich die Geschicke des Bergknappenvereins Sulzbach-Rosenberg.“

Familie im Rücken

So ein großes Engagement braucht natürlich auch Rückhalt in der Familie. Kraus zeigt sich hier gut aufgestellt: „Meine Frau Karin ist ja selbst schon seit 25 Jahren Kassiererin im Verein. Ohne sie läuft nichts. Ich denke, wenn man solche Ämter bekleidet, geht es nicht ohne seinen Partner. Wir arbeiten bestens zusammen und vertreten den Landesverband Bayern auch deutschlandweit.“ Armin Kraus trägt dabei seine Bergmannstracht, seine Frau ein spezielles Bergmannsdirndl. Anders würde es gar nicht gehen, meint er, denn viele Veranstaltungen fänden ja am Wochenende statt. „Außerdem ist sie schon seit drei Jahren stellvertretende Schatzmeisterin vom Bundesverband.“

Nun war der Siemensianer Kraus ja selbst nie beruflich Bergmann. Kann man trotzdem diese Tradition fortführen? „Naja, zumindest habe ich im Jahr 1983 noch bei der Maxhütte gelernt.“ Die letzte Grube (Eichelberg) schloss 1977, dann ging es noch zehn Jahre in Auerbach weiter. Kraus argumentiert: „Ich denke, man muss nicht unbedingt Bergmann gewesen sein, um sich um den Erhalt dieser Traditionen zu kümmern.“ Durch die Freundschaft zu den alten Kumpels bekomme man viel mit, wie es früher war. In der heutigen Zeit sei es halt wichtig, dass man Leute für die Bergbautradition begeistern könne und etwas Organisationstalent habe.

Wissen weitergeben

Wie zufrieden ist der Traditionsbewahrer mit dem Stellenwert, den der Bergbau in Sulzbach-Rosenberg und dem restlichen Bayern genießt? Die Antwort klingt positiv: „Seit der Abstimmung über das neue Montankonzept vor ein paar Jahren im Stadtrat merkt man, dass etwas vorangeht. So werden alle einzelnen bergmännischen Sehenswürdigkeiten neu überdacht, renoviert und zu einem einheitlichen Konzept zusammengeführt.“ Den ersten Erfolg könne man an dem abgeschlossenen Projekt „Am Annaschachtareal“ sehen. „Unsere Aufgabe als BKV und auch als Landesverband Bayern ist es, den Stellenwert des Bergbaus und auch der Bergbaugeschichten der einzelnen Städte immer hochzuhalten und alles dafür zu tun, dass die nächsten Generationen auch noch wissen und sehen, wie es damals in ihrer Heimat war.“

Verbessern könnte man allerdings noch manches, aber es sei halt auch leider immer ein finanzielles Problem. Deshalb werde auch die Bergbauabteilung im Deutschen Museum in München verkleinert. „Wichtig ist, dass sich die Städte und Kommunen darauf besinnen, wo sie herkommen und für Museen und andere bergmännische Einrichtungen, Finanzen zur Verfügung stellen.“

Zur Wahl stellen

Am Wochenende nun tritt Armin Kraus bei der Tagung sogar als Kandidat zur Wahl des Zweiten Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine an. Was hat ihn dazu bewogen? „Für mich sind die regionale Arbeit vor Ort und auch die überregionale sehr wichtig. Deswegen ließ ich mich auch 2018 zum Vorsitzenden des Landesverbandes Bayerischer Bergmanns-Knappen, und Hüttenmännischer Vereine wählen. Dort war ich seit 2007 als Beisitzer tätig. Als Landesvorsitzender gehöre ich automatisch zum Bundesvorstand.“ Somit habe er schon sieben Jahre lang von der Bundesarbeit mit den zehn Landesverbänden viel mitbekommen. „Wegen der vielen Leute, die ich jetzt schon kenne, und auch der interessanten Arbeit habe ich mich entschlossen, als 2. Bundesvorsitzender zu kandidieren. Da Bayern ja das größte Bundesland in Deutschland ist, kann es keine Schande sein“, sagt Kraus.

Was wünscht er sich für die Zukunft des Bundes und in puncto Generationenfrage? „Weiterhin Mitstreiter aus allen Bundesländern, die sich den Erhalt der Bergbautradition auf die Fahne schreiben.“ Die Altersstrukturen seien aber sehr verschieden, je nachdem, ob es in dem Bundesland noch aktiven Bergbau gebe oder nicht. „Wo wir auf keinen Fall Nachwuchsprobleme haben, das sind unsere Bergknappenkapellen, Musikzüge, Trommlerzüge, Musikkorps und Fanfarenzüge. Da finden sich immer junge Leute, die in Bergmannstracht ein Instrument spielen.“

Sulzbach-Rosenberg als Tagungsort

Was sagt der Bundesvorsitzende Bernd Stahl aus Friedewald in Hessen zu dem Großereignis am Wochenende: Warum Sulzbach-Rosenberg als Tagungsort? „Jeder, der etwas über Bergbau in Deutschland weiß, kennt die Bedeutung der Stadt als Bergbaustandort für die Region. Außerdem verbinden wir mit Sulzbach-Rosenberg wunderbare Erinnerungen an den elften Deutschen Bergmannstag 2007.“ Mit ihrer Bergbautradition, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht, habe die Stadt einen hohen Stellenwert. Diese Bedeutung für Stadt oder Region sollte noch stärker in den Fokus gerückt werden.

Und was hält Stahl eigentlich von der Kandidatur von Armin Kraus für das Amt des Zweiten Bundesvorsitzenden? Er hat klare Ansichten: „Ich brauche keine Erwartungen zu formulieren. Ich weiß, dass, ein entsprechendes Wahlergebnis vorausgesetzt, Armin und ich hervorragend zusammenarbeiten werden, um diesen traditionsreichen Verband erfolgreich weiterzuentwickeln.“ Dann sollte also wenig schiefgehen am Wochenende.

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Sulzbach-Rosenberg16.08.2023
Hintergrund:

Das Programm

  • Freitag, 4. April: 17 Uhr Exkursion der Delegierten zum St.-Anna-Schacht,
    währenddessen Bundesvorstandssitzung im Gasthof „Bartl“ bis 18 Uhr.
  • 19 Uhr Bergmännischer Abend beim „Bartl“ mit Staatsminister Florian Hermann, Mdl Harald Schwartz, Landrat Richard Reisinger, Bürgermeister Stefan Frank und allen Landesvorsitzenden der Bundesländer, Musikbegleitung durch die Bergknappenkapelle, Filmvorträge zur Bergbaugeschichte und Bayerisches Büfett.
  • Samstag, 5. April: 9.30 Uhr Bundesdelegiertenversammlung im Rathaussaal, Ende 12.30 Uhr.
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