Es war 13.30 Uhr am Donnerstag, als eine 80-jährige Seniorin aus der Herzogstadt von einer Unbekannten, die sich als Polizeibeamtin ausgab, einen Telefonanruf erhielt. Die falsche Polizistin ritt eine bereits bekannte Masche: Sie behauptete, dass in der Nachbarschaft eingebrochen worden sei, und begann nun in einer äußerst geschickten Gesprächsführung, die Seniorin auszuhorchen.
Frage nach Ersparnissen
Sie fragte unter anderem zu den Lebensverhältnissen der Dame, ob sie allein wohne und ob sie über Ersparnisse verfüge. Die Seniorin wurde verpflichtet, mit niemandem über das Telefonat zu sprechen, wobei im Laufe des Gesprächs die Täterin, die sehr freundlich und mit bayerischem Dialekt sprach, weitere Details zu den Ersparnissen erlangte. Erst als die 80-Jährige bei einer Frage skeptisch nachfragte, legte die Unbekannte mit dem Hinweis, sich nochmals bei ihr zu melden, auf.
Hausbank informiert
Die 80-jährige Dame wandte sich dann umgehend an die Polizei, die den Sachverhalt aufnahm und riet, sofort ihre Hausbank über den Anruf zu informieren. Ein Schaden ist der Seniorin bislang nicht entstanden. Natürlich wurde eine Strafanzeige gegen unbekannt aufgenommen und der Dame geraten, in Zukunft keinerlei Auskünfte am Telefon oder an Fremde zu ihren Vermögensverhältnissen zu machen.
Die Masche ist für die Polizei nicht neu. Leider ist ihr aufgrund der nicht zu ermittelnden Täter, die teilweise aus dem Ausland agieren, leider auch nicht beizukommen. Deshalb bleibt nur der Hinweis der Polizei, dass sie niemals Bürger, weder am Telefon, noch an der Haustür, über deren Besitzverhältnisse befragen würde. Polizeisprecher Peter Krämer rät: "Bleiben Sie skeptisch, lassen Sie sich die dienstliche Erreichbarkeit geben und wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an den polizeilichen Notruf 110. Diesen aber immer ohne irgendeine Vorwahl!" Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten am Telefon oder an der Haustür gibt es unter www.polizei-beratung.de.
Es war ja zu erwarten, dass die Sulzbach-Rosenberger Zeitung nicht der einzige Adressat der ominösen Datenschutzauskunft-Zentrale bleibt. Unmittelbar nach der Veröffentlichung in der Zeitung und im Onetz meldeten sich am Freitagvormittag drei Unternehmer aus dem Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion. Sie teilten mit, dass sie ein gleichlautendes Fax erhalten hätten.
Bislang sei zwar kein finanzieller Schaden entstanden, da sie durch die Veröffentlichung bereits gewarnt waren, aber die drei Gewerbetreibenden gaben an, dass das Fax schon sehr professionell und überzeugend gemacht sei. Darin erklärt eine Datenschutzauskunft-Zentrale, dass die Unternehmer ihrer gesetzlichen Pflicht zum Datenschutz nachkommen müssen, und bietet umfangreichen Schutz an. Im Kleingedruckten steckt jedoch die Abo-Falle. Falls man das Fax unterschreibt und sich damit einverstanden erklärt, löst man ein Abonnement über drei Jahre, das dann fast 1500 Euro kostet.
Die Polizei warnt davor, dieses Fax zu unterschreiben und an die Briefkastenfirma zurückzusenden. Vielmehr sollte man das Kleingedruckte genau durchlesen, den gesunden Menschenverstand walten lassen und sich an die Polizei wenden. Die Polizeiinspektion wird nun die drei Anzeigen der Staatsanwaltschaft Amberg vorlegen. (ge)













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