Dass der Sulzbacher Pfarrer Herbert Mader die Sakramente zum Thema des Bergfestes gemacht hatte, brachte ihm beim Auftaktgottesdienst am Samstagabend ein großes Lob von Diözesanbischof Rudolf Voderholzer ein: „Sie sind ein ganz zentraler Teil unseres Glaubens.“
Er schätze die Bergfeste auch deshalb so sehr, sagte Voderholzer, weil sie wie eine Fortbildung im Glauben wirkten, ähnlich wie Exerzitien. Dafür nimmt der Bischof offenbar auch gerne das hier bezeichnende Nebeneinander von Gottesdienst und weltlichem Fest in Kauf: Wenn in der Messe am Freialtar nicht gerade der Kirchenchor oder die Bläsergruppe von St. Marien aktiv waren, hatte man das fröhliche Stimmengewirr aus dem gastronomischen Teil des Festes als Hintergrundmusik.
Nicht mehr gebetsfähig
In seiner Predigt zu den sieben Sakramenten – Taufe, Eucharistie, Firmung, Ehe, Buße, Weihe und Krankensalbung – erklärte Voderholzer, in ihnen begleite Jesus die Gläubigen durch ihr ganzes Leben. Wer frage, ob man Gott nicht auch außerhalb der Kirche begegnen könne, etwa in der Natur, beim Anblick eines beeindruckenden Sonnenuntergangs oder eines wundervollen Sternenhimmels, dem müsse man antworten: „Natürlich, das sind alles Werke seiner Herrlichkeit.“ Er müsse sich aber auch sagen lassen, dass die Beter im Wald oder am Nordseestrand vorher in der Kirche gebetet hätten und dass sie ohne diese Erfahrung womöglich gar nicht mehr gebetsfähig wären. Wer am Sonntag der kirchlichen Gemeinschaft fernbleibe, weil er etwa mit dem Hund Gassi gehen müsse, „der wird sich nicht wundern dürfen, wenn ihm nach und nach der Glaube entschwindet“.
Die Aussage „die Sakramente wirken aus eigener Kraft, und doch braucht es unser Mittun“, untermauerte der Bischof mit einer Geschichte, die bei seinen Zuhörern Heiterkeit hervorrief: der Erzählung vom zuversichtlichen Gläubigen, der eine ganze Woche lang um einen Lottogewinn betet, bis ihm eine Stimme vom Himmel daran erinnert, dass er etwas ganz Wesentliches vergessen hat: „Gib endlich deinen Lottoschein ab!“
Nach der Bibel die Bratwürste
Voderholzer hatte bei der anfänglichen Begrüßung Landrat Richard Reisinger zunächst „wieder bei den Bläsern“ vermutet. Doch Reisinger zeigte dieses Mal nicht sein musikalisches Können, sondern hatte sich – ziemlich knapp von der Jubiläumsfeier des Bundes Naturschutz angereist – mitten unters Kirchenvolk gemischt.
Als Vertreter der Pfarrgemeinde bedankte sich der Landrat am Ende des Gottesdienstes bei Voderholzer für seinen „Aufschlag“ zur Festwoche durch die Einordnung der Sakramente. Reisinger ergänzte: „Wir haben kirchlich betrachtet nicht immer Rückenwind. Aber Sie sind ein bewährter Fels in der Brandung. Und als politisch Verantwortlicher schätze ich das sehr.“
Mit einem leicht abgewandelten Bibel-Zitat lud der Landrat den Bischof zum längeren Verweilen auf dem Berg ein: „Bleibe bei uns, denn es will Abend werden – und die Bratwürste sind bereit.“ Voderholzer kam dieser Einladung gerne nach.

























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