Mit „Kopfnuss und Konterbier“ verspricht Claudia Pichler dem Publikum im ausverkauften Seidelsaal in Sulzbach-Rosenberg ein buntes und humorvolles Bühnenprogramm. Seit Anfang des Monats geht sie damit auf Tour. In Sulzbach-Rosenberg betrat Pichler – eine scheinbar harmlose, sympathische Frau – die Bühne mit einem weiß-schwarz-gestreiften Oberteil, schwarzem Rock und einem unübersehbaren Babybauch. Für sie musste das Konterbier somit ausfallen. Stattdessen servierte sie mit unschuldigem Lächeln wiederum reichlich Kopfnüsse. Pichler erzählte kuriose Geschichten, griff zur Gitarre und sang dazu – natürlich auf Bairisch. Sie bewies, dass sie nicht umsonst den Dialektpreis Bayern gewonnen hat. Allerdings bändigte sie ihr Münchnerisch so weit, dass die Oberpfälzer sie verstanden.
Die Zuhörer blieben bei ihrer Show allerdings nicht lange in der Zuschauerrolle. Pichler sprach sie direkt an und animierte sie sogar dazu, ihre selbst verfassten, schrägen Schlager mitzusingen. Die Stimmung war bestens. Mit scheinbarer Leichtigkeit sprang die Kabarettistin von den Tücken der Wohnungseinrichtung zum Dating. Letzteres, so stellte sie fest, habe verblüffende Ähnlichkeit mit der Auswahl einer Klobrille. Dann noch ein Lied mit Reimen, die einem die Schuhe ausziehen – und schon war das Publikum endgültig auf ihrer Seite.
Claudia Pichler ist Freundlichkeit und Fröhlichkeit in einer Person. Ihr Lachen ist ansteckend. Die promovierte Literaturwissenschaftlerin wurde nach eigener Aussage einmal in einem Zeitungsartikel als „Nicole-Typ, brav gescheitelt und gebürstet“ beschrieben. Ihre Doktorarbeit widmete sie dem Thema „Fremdheit bei Gerhard Polt“. Doch von schlagerseliger Bravheit und akademischer Gelehrsamkeit war an diesem Abend nichts zu spüren. Pichler hielt keine Vorlesung, sondern erzählte vom ganz normalen Leben – von seinen Absurditäten, seinen Banalitäten und den kleinen Katastrophen des Alltags.
Grantige Polt-Hommagen oder demonstrativ gepflegte intellektuelle Distanz sind aber nicht ihre Sache. Pichler bleibt ihrer eigenen Rolle treu und präsentiert sich nicht als Wissenschaftlerin, die das Leben aus sicherer Entfernung analysiert, sondern als eine von uns, die sich wie wir durch das Leben wurstelt. Wobei – Gerhard Polt würde vermutlich einwenden: „Wer ist wir? – Ich nicht!“



















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