13.09.2019 - 10:28 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Delaney Davidson: Grimmige Miene zu düsterer Musik

Gibt es eine Grenze zwischen Träumen und der Realität? Und wenn ja, was passiert, wenn ein Traum wahr wird? Der neuseeländische Liedermacher Delaney Davidson sucht in seiner Show „Ship of Dreams“ Antworten auf diese Fragen.

In seiner Show „Ship of Dreams“ zeigt Delaney Davidson, wie Träume scheitern und die Träumer trotzdem – oder deshalb – überleben und vielleicht glücklich werden.
von Autor COGProfil

Delaney Davidson ist nicht gerade ein Sunnyboy. Gleich am Anfang der Show erklärt er, dass Lächeln ihm nicht liegt; deshalb wolle er das sofort erledigen. So bleckte er dann für eine Minute die Zähne, zog die Mundwinkel Richtung Ohren - und das war es dann mit der Heiterkeit. Den Rest des Abends zeigte er die ihm entsprechende grimmige Miene, die auch bestens zu seinen finsteren Filmen und der düsteren Musik passt.

Eigentlich steht er ja allein auf der Bühne. Er singt, pfeift und spielt Gitarre. Mit einer genial eingesetzten Loop-Maschine vervielfacht er sich zum "Ghost Orchestra". Seine Lieder mit packendem Rhythmus wirken suggestiv, geradezu hypnotisch. Sie ziehen das Publikum hinein in die unergründliche Welt der Filme, die auf die Leinwand hinter ihm projiziert werden. Eine zusammenhängende Handlung gibt es nicht, wohl aber Akteure, die immer wieder kommen: eine junge Frau, ein Junge, Clowns, Davidson selbst. Es sind Filme ohne Worte, aber mit sprechenden Bildern von archaischer Kraft. Immer geht es um Sehnsüchte und Wünsche, um die Suche nach Glück.

Delaney Davisons Lieder ziehen das Publikum hinein in die Filme, die hinter ihm über die Leinwand flimmern.

Aber was ist Glück? Davidson erzählt von einem Freund, der sich bei einem Unfall mehrere Zähne ausschlägt und beide Beine bricht. "Die Leute haben gesagt, dass er Glück hatte." Sollte man also wirklich das Glück suchen, wenn es so aussieht?

So nimmt der Abend die Zuhörer und -schauer mit in die Tiefen ihrer eigenen Träume. Zum Schluss dürfen alle applaudieren. Vorher hat Davidson das unterbunden. Nach dem ersten Stück mit unsicherem Applaus ließ er abstimmen, ab erst am Schluss pauschal oder nach jedem Song geklatscht werden solle. Nur ein Besucher wollte immer applaudieren. Der durfte das dann auch und wurde gegebenenfalls erinnert; die anderen bat der Künstler jedesmal, davon abzusehen. Einstimmig forderte das Publikum schließlich als Zugabe das Lied "In the pine".

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