16.07.2019 - 17:02 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dicht & Ergreifend besucht Schülercafé

Auf der Bühne des Stahlwerks-Festivals liefert die Band Dicht & Ergreifend einen gefeierten Auftritt ab. Auch anderswo in Sulzbach-Rosenberg trifft sie auf ein dankbares Publikum.

Dicht & Ergreifend, die Rapper aus Niederbayern, haben klare Botschaften und viel zu sagen. Von links Jutta Kees, Michael Huber, Lothar Beyschlag, Fabian Frischmann und Markus Hinklmann.
von Wolfgang LorenzProfil

Ein echtes Filetstück hatte Organisator Thomas Feyrer im Projekt "Schule mit Courage - Schule gegen Rassismus" für das Beruflichen Schulzentrum gewonnen. Die fünf Mitglieder von Dicht & ergreifend kamen ins Schülercafé des Beruflichen Schulzentrums (BSZ), um mit den jungen Leuten zu diskutieren.

Seit einigen Jahren hat sich das BSZ die "Schule mit Courage - Schule ohne Rassismus" auf die Fahnen geschrieben. Immer wieder werden durch Aktionen Zeichen gesetzt. Als musikalischen Partner hatte der Jugendförderverein Megaphon die Band Django 3000 vermittelt, die schon mehrfach in der Schule waren. Dicht & ergreifend engagieren sich als Paten für das Projekt an der Berufsschule in Landshut.

Der Song "Zipfeschwinga" war die Geburtsstunde der Erfolgsgeschichte der eigentlich noch jungen Band. Das Quintett kennt sich zwar schon seit 15 Jahren, musiziert aber erst seit 2014 zusammen. Musikalische Vorbilder haben die Bandmitglieder eigentlich nicht, "sie ziehen ihr Ding durch". Seit mehr als zehn Jahren leben drei der fünf Musiker in Berlin und pendeln oft zwischen der Hauptstadt und ihrer niederbayerischen Heimat.

Geschichten voller Humor wie in "Fensterbuzza" oder "Bierfahrerbeifahrer" kennzeichnen ihre mundartlichen Texte ebenso wie klare Aussagen zu Offenheit und Vielfalt (zum Beispiel "Ned dahoam") oder zur Umweltzerstörung ("Grias de God scheene Gegn'd"). Der Erfolg blieb nicht aus, die Musiker sind ganz schön auf der "Rois". Meistens im deutschsprachigen Raum, aber ein besonderes Erlebnis war der Auftritt in Kiew. Auch wenn niemand dort die Texte verstanden hat, "gingen die Leute ab wie ein Schnitzel".

Heimat ist dort, wo der Mensch aufgewachsen ist, mit allen seinen Stärken und Schwächen. Gegen Rassismus und Vorurteile müsse man sich ebenso zur Wehr setzen wie gegen die Ausbeutung der Natur und die landwirtschaftliche Zerstörung. "Wir spuiln für alle, die aus unseren Liedern und Texten etwas mitnehmen können", betonte Michael Huber. Sie enthielten viele Botschaften, mitunter aber zwischen den Zeilen versteckt.

Schüler aus den Fachbereichen Industriekaufleute, Lager und Logistik sowie aus der Schreinerabteilung hatten sich im Vorfeld mit der Gruppe und ihren Texten auseinandergesetzt. Zwei Industriekauffrauen beeindruckten mit ihrer eigenen, auf den Landkreis Amberg-Sulzbach umgeschriebenen Version des Songs "Wanderdoog". Auch die Lebensweise und Feierfreude der Bewohner fanden darin ihren Platz.

Die Fragen der Auszubildenden an die Bandmitglieder spannten sich von deren Botschaften über die gemachten Erfahrungen und ihre Zukunftspläne. Sie erzählten auch von vielen negativen Mails, weil sie die Petition zur Freilassung der Schiffskapitänin Carola Rackete unterstützt hätten. Die politischen Prognosen für die Zukunft seien wegen des Rechtsrucks in Europa, aber auch wegen einer beginnenden Aufrüstung leider nicht gut, glauben Dicht & Ergreifend.

Breiten Raum nahm die Diskussion über die Interpretation des Liedes "Don't Believe The Like" ein. Die klare Warnung: Man dürfe nicht glauben, was in den sozialen Medien alles geschrieben wird. Manches sei gefährlich, und es gelte, alles zu hinterfragen.

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