15.11.2019 - 16:39 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Dienst der Feuerwehrleute nicht genügend gewürdigt

Bei Tag und Nacht rücken die Freiwilligen aus zum Retten, Löschen, Bergen, Schützen. MdL Christoph Skutella (FDP) informierte sich bei der Sulzbacher Feuerwehr und hatte auch einen Verbesserungsvorschlag im Gepäck.

Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (Vierter von rechts) informierte sich bei der Sulzbacher Feuerwehr und nutzte die Gelegenheit, Kommandant Armin Buchwald (links) und KreisbrandmeisterThomas Wisent (Zweiter von links) seine Initiative zur besseren Finanzierung der Feuerwehren vorzustellen.
von Autor GACProfil

300 Einsätze fährt die Sulzbacher Feuerwehr pro Jahr. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr stehen die Aktiven bereit, um in Notfällen aller Art Hilfe zu leisten. Hinzu kommen zahllose Übungs- und Fortbildungsstunden für den Dienst an der Allgemeinheit. FDP-Landtagsabgeordneter Christoph Skutella (Weiden), die FDP/FWS-Stadtratsfraktion sowie die Mitglieder des gemeinsamen Wahlvorschlags informierten sich auf Einladung von Kommandant Armin Buchwald über die Arbeit und die aktuelle Situation der Feuerwehr Sulzbach-Rosenberg.

Erfreulich sei die erfolgreiche Jugendarbeit, berichtete Buchwald. 20 aktive Mitglieder hat die Jugendwehr, die Mädchen und Jungen an den Dienst in der Feuerwehr heranführt. Aber es gibt Probleme, wie Thomas Wisent, Vorsitzender des Feuerwehrvereins und Kreisbrandmeister, anmerkte: "Jugendliche wollen sich auch mal zurückziehen, und wir haben keinen brauchbaren Jugendraum." Dabei stünden die ehemaligen Wohnungen im Obergeschoss überwiegend leer und könnten mit wenig Aufwand hergerichtet werden. "Wir brauchen nur Heizung, Strom und eine Reparatur des Fußbodens", meinte Wisent, "den Rest würden die Jugendlichen in Eigenleistung erbringen."

Von Verwaltung abgelehnt

Sogar Spenden in vierstelliger Höhe seien dafür schon gesammelt worden. Die Stadtverwaltung habe das Projekt jedoch mit Hinweis auf angebliche Kosten von 30 000 Euro abgelehnt.

Ähnlich sei es mit dem Ersatz des historischen Mannschafts-Transporters. Hier habe die Verwaltung vorgeschlagen, ein Gebrauchtfahrzeug zu kaufen. "Wirtschaftlicher Unsinn", sagte Buchwald dazu, denn nur bei Neufahrzeugen gebe es Zuschüsse vom Land, und überdies habe ein älteres Fahrzeug höhere Reparaturkosten.

Laufende Kosten für Ausrüstung und Fahrzeuge sind auch das Thema einer Initiative der FDP-Landtagsfraktion. Sie schlägt vor, dass Feuerwehren, die regelmäßig bei Unfällen auf Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen eingesetzt werden, die dabei entstehenden Aufwendungen ersetzt bekommen. "Das wäre nur gerecht, denn hier ist der Freistaat und nicht die Gemeinde zuständig", stellte Skutella fest. Die Feuerwehrleute stimmten zu.

Für Fußball-EM eingeplant

Der Kommandant sprach zum Schluss das Katastrophenschutz-Fahrzeug, den sogenannten ABC-Zug an: "Dieses Fahrzeug ist zur Fußball-EM in München fest eingeplant." Es sei aber derzeit nicht einsatzfähig, weil wichtige Wartungsarbeiten, die die Freiwilligen nicht leisten könnten, nicht erledigt seien. Das Thema liege seit Monaten bei Bürgermeister Michael Göth, ohne dass etwas passiert sei. "Wenn das nicht zeitnah erledigt wird, muss ich den ABC-Zug für die EM abmelden", stellte Buchwald fest.

Auch Wisent lag noch ein Thema am Herzen: "Viele unserer Aktiven haben Probleme mit ihrem Arbeitgeber, wenn sie während der Arbeitszeit zum Einsatz müssen oder nach einem längeren nächtlichen Einsatz nicht zur Arbeit gehen können." Das passiere sogar bei Mitarbeitern der Stadt.

Er appellierte, den Einsatz für das Gemeinwohl mehr wertzuschätzen. "Jedes Unternehmen und jeder Mensch kann einmal in eine Situation kommen, wo sie auf die Hilfe der Feuerwehr angewiesen sind."

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