21.11.2019 - 16:04 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

In der Disco den Falschen verprügelt

Morgens nach vier Uhr in der Discothek. Völlig unmotiviert wird ein Mann angegriffen und mit Fausthieben ins Gesicht traktiert. Der mutmaßliche Täter streitet nun vor Gericht alles ab. Doch er wird überführt.

Wegen Körperverletzung musste sich ein junger Mann vor dem Amtsgericht Amberg verantworten.
von Autor HOUProfil

Die Discothek am westlichen Stadtrand von Sulzbach-Rosenberg ist für junge Leute so etwas wie eine Institution. Sie war an einem Winterabend gut besucht. Auch gegen 4 Uhr am anderen Morgen hielten sich noch etliche Leute in dem Lokal auf. "Ich auch", sagte nun ein auf der Anklagebank sitzender 26-Jähriger. Doch was ihm die Staatsanwaltschaft ankreidete, wies er strikt von sich.

Im oberen Stockwerk hielten sich damals mehrere junge Männer auf. Plötzlich wurde einer von ihnen mit Faustschlägen ins Gesicht traktiert. "Das ist der Falsche", soll in diesen Sekunden jemand in Richtung des Täters gerufen haben. Daraus ergab sich nun vor der Amberger Amtsrichterin Nadine Sand die Vermutung, dass der Schläger eigentlich einen ganz anderen treffen wollte. Womöglich jemanden, der seine Freundin belästigt hatte.

Angreifer verschwunden

Als das Opfer ins Krankenhaus kam und Streifenwagen der Polizei eintrafen, war der Angreifer verschwunden. Doch man kannte seinen Namen. Er selbst unterstrich jetzt: "Ich stand vor dem Haus." Und dann folgte "Droben im ersten Stock war ich nicht".

Der rüde attackierte Discogast, im gleichen Alter wie der Beschuldigte, konnte sich bei seiner Vernehmung an den Täter nicht erinnern. Bis dahin deutete vieles auf einen Freispruch hin. Dann aber kam ein Augenzeuge, der den Schläger zweifelsfrei erkannt hatte. "Der da war es", sagte er und deutete auf den Angeklagten. Ab da hatte sich das Blatt gewendet. Draußen warteten weitere Zeugen. Sie konnten gehen. Richterin Sand riet dem Angeklagten: "Nehmen Sie Ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurück." Nach einem Gespräch mit seinem Anwalt Helmut Miek tat das der 26-Jährige. Er muss nun wegen Körperverletzung rund 4000 Euro bezahlen.

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