26.02.2020 - 16:31 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Droht der Verkehrsinfarkt? Nur Kompromisse bringen Lösungen

Die Verkehrsinfrastruktur in der Herzogstadt muss angepasst werden. Die FWU hat dafür Lösungskonzepte zusammen gefasst und vorgestellt.

Die FWU-Veranstaltung "Verkehrsbrennpunkte und ihre Lösungen" fand breite Resonanz.
von Redaktion ONETZProfil

"Es ist kaum zu glauben", so Werner Müller von der FWU, "für manche Verkehrsbrennpunkte, über die wir heute reden, gab es schon in den 90er Jahren Lösungsvorschläge. Es gibt auch Gutachten. Aber bis heute hat sich nichts getan." Im Gasthaus Wulfen in Kauerhof war der kleine Saal komplett besetzt. Die FWU-Veranstaltung "Verkehrsbrennpunkte und ihre Lösungen" hatte breite Resonanz gefunden. "Wir wollen das Rad nicht neu erfinden", begann Müller seinen Vortrag, "aber es kann nicht sein, dass die Probleme seit über 20 Jahren immer nur beiseite geschoben werden!"

Werner Müller von der FWU referierte über die verschiedenen Verkehrsbrennpunkte in der Herzogstadt und stellte Lösungsvorschläge zur Diskussion.

Einer der Brennpunkte sei der Loderhof. Wie Müller erklärte, sei er zwar geborener Lerchenfelder, seit 1972 aber auf dem Loderhof wohnhaft. Er kenne die Probleme also aus erster Hand. Ein Leserbrief in der SRZ vor wenigen Wochen habe das Thema wieder zum Kochen gebracht. Die Verkehrssituation werde zwar regelmäßig auch bei Bürgerversammlungen vorgebracht, aber bis heute sei kein ernsthafter Lösungswille erkennbar.

Brücke direkt anschließen

Müller schlug vor, die Maintenon-Brücke direkt an die Rosenbachstraße anzuschließen. Dies sei die ursprüngliche Planung beim Bau der Brücke gewesen. Damals wurden Einwände vorgebracht, dass bei dieser Verkehrsführung Rosenberg dem wirtschaftlichen Ruin zutreiben werde. "Die Realität hat diese Argumente schon mehrmals überholt, so dass einer direkten Anbindung aus dieser Richtung nichts im Weg stehen würde." Das Bauwerk selbst bedürfe der Sanierung. Aber, so Müller, die Brücke bestehe aus Spannbeton, bei entsprechender Sanierung habe diese eine Lebensdauer von mindestens 70 Jahren.

Einbahnstraßen als Lösung?

Eine weitere Möglichkeit zur Entlastung des Loderhofes sei die Ausweisung von Einbahnstraßen. Auch die Schließung der Anbindung Goethestraße-Wilhelm-Busch-Straße sollte in Betracht gezogen werden, sowie die Verlängerung der Knorr-von-Rosenroth-Straße an die Dieselstraße.

Eine dritte Ableitung sei die Anbindung vom Hitzelmühlweg an die Loderhofstraße. Eine Ampellösung könne für Verkehrsregelung der einspurigen Durchfahrt durch die Bahntrasse sorgen. Die Zufahrt von der Schillerstraße sei per Wendehammer zu schließen. Wie Müller betonte, basieren diese Vorschläge auf Gemeinschaftskompromissen.

Bereits im April 2017 habe die FWU entsprechende Anträge im Stadtrat eingebracht - bis heute gebe es keine Antwort. Die alte Straße nach Kempfenhof ist ein Thema, das bereits seit Anfang der 90er Jahre diskutiert wird. Obwohl es einen Beschluss von 1993 gebe, dass die Straße offen bleibe, wurde sie 1995 geschlossen. Und die Kempfenhofer sind sich weitgehend einig - die Schilder müssen weg, die Straße müsse wieder geöffnet werden.

Wie Siegfried Streit von der IG Kempfenhof erklärte, wurden einen Tag zuvor in einer öffentlichen Sitzung des Stadtrates die Zahlen für eine elektronische Verkehrszählung bekannt gegeben. So seien zu Spitzenzeiten 12 Autos in der Stunde gezählt worden. Streit stellte die Frage in den Raum, ob angesichts dieses Ergebnisses der Kempfenhofer Weg eher ein Politikum als ein Verkehrsproblem sei. Die IG Kempfenhof wolle aber nun zuerst das Gespräch abwarten, zu dem Bürgermeister Michael Göth Vertreter aus Kempfenhof und der Blumenau Anfang April eingeladen habe.

Dem Vortrag folgte eine lebendige Diskussion. Nicht jeder war mit den Lösungsvorschlägen einverstanden. Einig war man sich jedoch, dass etwas passieren müsse.

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