21.01.2021 - 16:30 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Elasto Form stellt Produktion um: Jetzt FFP2-Masken am laufenden Band

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Die Politik setzt aktuell auf strengere Corona-Hygienemaßnahmen, wie etwa FFP2-Masken. In Sulzbach-Rosenberg stellt die Firma Elasto Form KG diese Schutzartikel her und Mitarbeiter dafür ein.

Elasto Form setzt bei der Produktion der FFP2- und FFP3-Masken nach eigenen Angaben auf einen sehr hohen Qualitätsstandard.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Mehrere Gründe seien für die Elasto Form-Geschäftsführer Frank und Marcus Sperber ausschlaggebend gewesen, um die Sparte „Elastocare“ neu in ihr Portfolio aufzunehmen. Eigentlich ist ihre Firma seit 40 Jahren auf die regionale Kunststoffproduktion für Werbemittel spezialisiert, aber Corona brachte den Motor dieses Geschäftsfeldes auch gewaltig ins Stottern.

Wie Marketing-Leiterin Ellen Scheibl erklärte, sollte der Einstieg in die Masken- und Schutzartikel-Produktion weiter zur Standortsicherung in Sulzbach-Rosenberg beitragen, wo Elasto Form für etwa 300 Beschäftigte Arbeitgeber ist. „Ebenso wie in vielen anderen Branchen hat Covid-19 in der Werbemittel-Industrie für tiefe Einschnitte gesorgt. Elasto Form hat mit seiner eigenen Kunststoffproduktion am Standort in Sulzbach-Rosenberg zwar einen entscheidenden Vorteil, dennoch sind die Auswirkungen von Corona deutlich zu spüren“, so Frank Sperber zur Situation.

Neue Eigenmarke

Aus diesem Grund hätten die Sulzbach-Rosenberger die neue Eigenmarke „Elastocare“ ins Leben gerufen. Waren vorher Mehrweg-Kaffeebecher, Trinkflaschen, Vorratsdosen und Einkaufswagenchips Verkaufsschlager, sind es nach der Umstellung von Teilen der Produktion seit August 2020 Atemschutz- und Community-Masken, Schutzbrillen, Hygieneboxen sowie Flaschen mit und ohne Desinfektionsmittel.

„Durch diese mutige Entscheidung unter dem Eindruck der Corona-Pandemie erleben wir in unserer Belegschaft einen regelrechten Motivationsschub. Mit der Produktion der Schutzartikel und dem direkten Firmenverkauf von FFP2-Masken, der dienstags und freitags von 14 bis 16 Uhr noch bis Ende Februar weiterlaufen soll, will das Unternehmen auch seine regionale Verwurzelung zeigen. Aus diesem Grunde wurden auch schon etwa 200 000 Masken an Pflegeeinrichtungen, Feuerwehren, THW, Krankenhäuser oder Notfalldienste kostenfrei abgegeben“, so Ellen Scheibl.

„So machen wir uns natürlich auch weniger von Lieferketten aus Fernost, überteuerten Transporten und minderen Qualitäten abhängig.“

Elasto Form-Geschäftsführer Frank Sperber

Mittlerweile habe die im Industriegebiet West in Kauerhof in der Franz-Solfrank-Straße angesiedelte Firma für die Schutzartikel-Produktion Finanzmittel in Millionenhöhe aufgewandt. Drei Maschinen von regionalen Herstellern wurden angeschafft und 22 Mitarbeiter dafür neu eingestellt. „Wir arbeiten in der Produktion von FFP2- und FFP3-Masken in einem Vier-Schicht-Betrieb 23 Stunden pro Tag und sieben Tage die Woche. Mit einem Team von 40 Beschäftigten produzieren wir derzeit täglich rund 200 000 Stück“, zeigt Frank Sperber die Leistungsfähigkeit im neuen Geschäftssegment auf.

Vertrag mit dem Bund

Wie beim Rundgang durch die Produktionshallen durchklang, bedeute es Leitung und Belegschaft enorm viel, eine solche Schlüsseltechnologie wie die Maskenproduktion ohne Engpässe beim hochwertigen Vliesstoff als Ausgangsmaterial und den Herstellern hier in Sulzbach-Rosenberg zu gewährleisten. Alles sei „made in Germany“ von den Rohstoffen über die Maschinen bis hin zum fertigen Produkt. „So machen wir uns natürlich auch weniger von Lieferketten aus Fernost, überteuerten Transporten und minderen Qualitäten abhängig“, gibt sich Frank Sperber beim Pressegespräch überzeugt.

Seine Firma war eines von 21 Unternehmen, mit denen der Bund als Abnehmer Lieferverträge für FFP2-Masken abgeschlossen hat. Neben einem weiteren festen Kundenkreis in Deutschland gibt es auch Geschäftsverbindungen nach Großbritannien und Österreich. Auch dort habe man das Vertrauen in die Billigprodukte verloren.

Wenn auch die Eröffnung des neuen Geschäftsfeldes bisher ein Schritt in die richtige Richtung gewesen sei, will Elasto Form – nach eigenen Angaben einer der führenden Werbeartikel-Lieferanten Europas – weiterhin auf Sicht fahren, um auf mögliche Engpässe reagieren zu können. Die Krise der Werbebranche sei nicht vorbei, weshalb der Betrieb in Kauerhof je nach Bedarf für Teile der Belegschaft auch Kurzarbeit anmeldete.

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Bayern
Hintergrund:

Elasto Form KG

  • Markterfahrung seit 1980


  • Über 550 Mitarbeiter


  • 15 Standorte weltweit


  • Mehr als 200 Millionen verkaufte Werbeartikeln pro Jahr


  • Lizenzierter Partner namhafter Weltmarken
Vierlagig wird das Vlies im Hintergrund zu den FFP2-Masken verarbeitet, die Geschäftsführer Frank Sperber (links) und Marketing-Leiterin Ellen Scheibl zeigen.
Drei Maschinen von regionalen Herstellern produzieren bei Elasto Form in Kauerhof fast rund um die Uhr Schutzmasken.

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