11.02.2020 - 16:58 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Erste und einzige Demenz-Fachstelle Bayerns

In der Nelkenstraße agiert die neue Fachstelle für Demenz und Pflege Oberpfalz, die erste und bisher einzige in Bayern. Das Team ist motiviert und das Aufgabengebiet groß.

Das ist die neue Mannschaft in der Nelkenstraße 4 (von links): Klaus Pippan, Sonja Oleson, Heidi Himmelhuber, Sandra Kapinsky, Dr. Klaus Gebel, Mandy Fischeder und Dr. Armin Rüger.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Im ehemaligen Notariat hat der "Verein zur Förderung der seelischen Gesundheit im Alter" seine neue Heimat gefunden und sich schon im letzten Herbst als Träger um die vom Gesundheitsministerium ausgeschriebene neue Fachstelle beworben: Es hat geklappt, und jetzt arbeitet die Institution schon dort als Partner, wenn auch technisch noch etwas improvisiert. Aber das wird sich bald geben.

Ministerin Melanie Huml meinte zu diesem Thema schon im letzten Jahr: "Die Fachstellen werden die Versorgungsstrukturen und Hilfsangebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige vorantreiben. Zudem sind sie Anlaufstellen für unterschiedliche Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, wie Pflegestützpunkte, Fachstellen für pflegende Angehörige sowie Angebote zur Unterstützung im Alltag."

Ihr Ziel sei es, Pflegebedürftigen sowie Menschen mit Demenz bis zuletzt ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen.

Finanzen gesichert

Sega-Vorsitzender Dr. Klaus Gebel und sein Stellvertreter Dr. Armin Rüger freuten sich beim Pressegespräch in den neuen Räumen sehr über den zügigen Start und das kompetente Personal.

Heidi Himmelhuber, Diplom-Sozialpädagogin (FH) und Leiterin des Sozialpsychiatrischen Zentrums der Diakonie Amberg, ist ebenfalls im Sega-Vorstand. Sie erklärte die Finanzierung: Für die Errichtung und den Betrieb der Fachstelle sei jeweils eine Förderung von bis zu 153 000 Euro pro Jahr vorgesehen.

Die anderen kommen später

Die Fachstellen würden im Rahmen eines Modellprojektes zunächst für die Dauer von drei Jahren gefördert, eine Verlängerung des Förderzeitraums sei möglich. In den übrigen Regierungsbezirken würden später ebenfalls regionale Fachstellen eingerichtet.

Leiterin der neuen Institution ist Sandra Kapinsky: "Als Fachstelle ist es uns vor allem wichtig, die Situation von pflegebedürftigen Menschen und ihren Angehörigen in der Oberpfalz zu verbessern." Ein besonderes Augenmerk liege dabei bei Menschen mit Demenz. "In unserer Rolle fungieren wir als Berater, Lotsen und Aufklärer. Das heißt neben der Möglichkeit, uns telefonisch oder über Internet zu kontaktieren, werden wir Veranstaltungen organisieren und Kommunen, Einzelpersonen oder Organisationen unterstützen, Angebote zu erarbeiten oder auszubauen", erläutert sie die Hauptaufgaben der neuen Fachstelle für die gesamte Oberpfalz.

Die regionale Koordination und Vernetzung der lokalen Angebote sollen einhergehen mit Schulungen, Fortbildungen, Fachveranstaltungen und -vorträgen sowie natürlich entsprechender regionaler Öffentlichkeitsarbeit. Schließlich ist noch die Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Begleitung, der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern und den anderen regionalen Fachstellen gewünscht.

Hier die Qualifikationen der Mitarbeiter der Fachstelle und die Arbeitsbereiche:

Mandy Fischeder, (Betriebswirtin) ist zuständig für Verwaltung und Koordination
Klaus Pippan, (Diplom-Sozialpädagoge) als pädagogische Fachkraft für Weiterbildung in Socialmanagement/Heimleitung, er ist auch Systemischer Familientherapeut (VFT)
Sandra Kapinsky, als Leitung der Fachstelle (B.Sc. Pflege), ist Fachkrankenschwester, Gerontopsychiatrische Fachkraft, Heilpädagogin.
In der Sega-Geschäftsstelle arbeiten Sonja Oleson (Geschäftsstellenleitung) und Katja Nübler, Leitung Helferkreis Sega.

Ministerium fördert

Die Förderung für alle Fachstellen für Demenz und Pflege erfolgt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie durch die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und durch die private Pflegeversicherung. Der Aufbau der Fachstellen wird von der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sind dann jeweils für einen der sieben bayerischen Regierungsbezirke zuständig. Weitere Informationen unter www.demenz-pflege-bayern.de

Info:

Das Fundament

Auf diesen drei Säulen baut die Arbeit der neuen Fachstelle auf: Demenz: Aufklärung der Öffentlichkeit zum Thema Demenz

Angebote zur Unterstützung im Alltag: Förderung von Angeboten zur Unterstützung im Alltag für Pflegebedürftige und Angehörige, Unterstützung von potenziellen Trägern für Hilfeangebote

Beratung zur Pflege: Lotsenfunktion und Unterstützung für Fachstellen für Pflegende Angehörige und Pflegestützpunkte.

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