Sulzbach-Rosenberg
29.04.2019 - 10:55 Uhr

Frauenbund spürt Schicksal der Sulzbacher Synagoge nach

Einst war die Synagoge in Sulzbach-Rosenberg ein spirituelles Zentrum für Juden aus der ganzen Oberpfalz. Jetzt ist sie eine Erinnerungsstätte, in der man dem Schicksal des 300 Jahre alten Bauwerks nachspüren kann. Das hat nun auch der Frauenbund gemacht.

Bei der Führung durch die ehemalige Sulzbacher Synagoge, die nach ihrer Sanierung seit 2013 als Erinnerungs- und Begegnungsstätte genutzt wird, zeigte Stadtheimatpfleger Markus Lommer den Mitgliedern des Katholischen Frauenbundes auch eine Torarolle. Bild: u
Bei der Führung durch die ehemalige Sulzbacher Synagoge, die nach ihrer Sanierung seit 2013 als Erinnerungs- und Begegnungsstätte genutzt wird, zeigte Stadtheimatpfleger Markus Lommer den Mitgliedern des Katholischen Frauenbundes auch eine Torarolle.

Stadtheimatpfleger Markus Lommer führte die Mitglieder des Katholischen Frauenbunds durch die Synagoge. Und schon beim Betreten des historischen Innenraums wurde verständlich, warum das Gebäude zu den schönsten und bedeutendsten jüdischen Sakralbauten in Bayern zählt. Die raumprägende Kuppel, die weiß gekalkten Wände und grau marmorierten Säulen, die in Umrissen dargestellte Bima und der Toraschrein - es machte einen imposanten, harmonischen Eindruck. Das Gebäude hat seinen Erhalt dem Umstand zu verdanken, dass die wenigen noch in Sulzbach lebenden Juden in den 1930-er Jahren das Gebäude an die Stadt unter der Auflage verkauften, es nur für kulturelle Zwecke zu nutzen. In der NS-Zeit als "Heimatmuseum" genutzt, entging die Synagoge dem Sturm der Reichspogromnacht im November 1938. Von 2008 bis 2013 wurde das Gebäude, das ab 1954 als Wohn- und Lagerhaus gedient hatte, aufwendig saniert.

Im Gebäude selbst konnten die Besucherinnen anhand der dreiteiligen geschichtlichen Dokumentation die große Tradition jüdischer Kultur in Sulzbach nachvollziehen. Im Erdgeschoss erfuhren sie zudem Interessantes über die Bau- und Nutzungsgeschichte der Synagoge und die Entwicklung der jüdischen Gemeinde. Im Obergeschoss, der ehemaligen Frauenempore, gab es Informationen über die Sulzbacher Hebräischen Druckereien, die von europaweiter Bedeutung waren.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.