02.10.2019 - 17:16 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Fraunhofer ein Taktgeber des Fortschritts

Mit viel Power in die Zukunft: Die Energiewende begleitet Fraunhofer Umsicht ebenfalls mit Wandlungsfähigkeit. Jüngstes Beispiel dafür: Das "Centrum für Energiespeicherung" (CES). Es wurde am Mittwoch offiziell eröffnet.

Fraunhofer in Sulzbach-Rosenberg weihte am Mittwoch seine neue Halle ein. Ministerialdirigentin Ulrike Wolf (Mitte) nahm den neuen digitalen Leitstand mit einem Fingertipp in Betrieb. Das Prozedere begleiteten OTH-Präsidentin Andrea Klug, der Leiter von Umsicht Sulzbach-Rosenberg, Professor Andreas Hornung und Kommunikationsschef Frederik Betsch.
von Alexander Rädle Kontakt Profil

Wesentlicher Bestandteil des CES ist das neue moderne Technikum, das hinter dem roten Backsteinbau der früheren Maxhüttenforschung errichtet wurde. Mit seinem digitalen Leitstand wird es künftig das Zentrum der Energieforschung von Fraunhofer-Umsicht in der Herzogstadt bilden. Rund 2,3 Millionen Euro hat die Halle gekostet, weitere 2,7 Millionen flossen in die technische Innenausstattung, sagte der Leiter des Institutteils Sulzbach-Rosenberg, Professor Andreas Hornung. Insgesamt seien in den vergangenen sechs Jahr rund 6 Millionen Euro in das Institut geflossen, gefördert von Freistaat, Bund und EU.

Energie umwandeln

Das CES wird laut Hornung Technologien entwickeln, die ein Überangebot an Strom durch Erneuerbare Energien in speicherbare Energieträger überführt. Dazu gehören einerseits chemische Energieträger wie synthetische Kraftstoffe aus biogenen Resten. Als Beispiel stellte Hornung eine Anlage vor, die zum Beispiel aus Pellets Rohöl erzeugen kann - und zwar in gleicher Beschaffenheit wie natürliches Öl. Über geeignete Wärmespeicher wird thermische Energie aber auch zeitlich unabhängig von der Erzeugung bereitgestellt. Energie wird also in Wärme und weiter in andere Stoffe verwandelt. Neben neuartigen Anlagen für die dezentrale Speicherung erneuerbarer Energien wird die Digitalisierung in der Energietechnik, im Recycling und in der Anlagen- und Prozesstechnik im Mittelpunkt des CES stehen. Der Institutsteil erweitert damit auch sein Leistungsangebot.

Offene Flanke geschlossen

Stolz ist Professor Hornung vor allem auf die Öl-Produktion. "Wir erzeugen das grüne Rohöl." Diese Entwicklung von Fraunhofer Umsicht sei weltweit einzigartig und ermögliche vielfältige Anwendungen, etwa in der Produktion von Benzin, Diesel oder in der Kunststoff-Produktion. In jedem Fall hilft es, die menschengemachte CO2-Produktion zu reduzieren. "Hier wird eine Lücke im System geschlossen", freute sich deshalb auch Ministerialdirigentin Ulrike Wolf aus dem Wirtschaftsministerium. Sie hatte zuvor per Fingertipp auf das Display eines Tablets im Leitstand die Energiewärmespeicheranlage draußen in der Halle in Betrieb genommen. Der von Fraunhofer entwickelte Energiespeicher kann dank seiner speziell entwickelten Metalllegierung die zweieinhalbfache Energiemenge speichern als Wasser. Durch diese Energiespeicherung werde eine "offene Flanke" in der Energiewende geschlossen", freute sich Wolf. Die Entwicklungen von Fraunhofer Umsicht seien ein Meilenstein für den Wirtschaftsstandort Bayern, die Investitionen gut angelegtes Geld. Schließlich würden neueste Erkenntnisse direkt in die Unternehmen eingespeist. "Fraunhofer ist ein Taktgeber für den Fortschritt in ganz Bayern."

Forschung und Entwicklung würden nicht nur von den Zentren, sondern auch vom flachen Land in die Welt getragen, unterstrich Bürgermeister Michael Göth. Er freue sich insbesondere über die Entwicklung des Institutteils, der in Sulzbach-Rosenberg mittlerweile 110 Menschen beschäftige. Der Amberg-Sulzbacher Bundestagsabgeordnete Alois Karl (CSU) erkannte im neuen CES ein "Leuchtturmprojekt" für die Region und lobte, dass der Neubau ohne Kostensteigerung verwirklicht wurde. "Wohltuend zu sehen, dass Sie nach Lösungen suchen", sagte Landtagsabgeordneter Harald Schwartz (CSU) und spielte damit auf die Aufgaben der Energiewende an. Die Arbeit des Fraunhofer-Instituts zeige, dass es Chancen gebe, die es zu nutzen gilt.

Fraunhofer in Sulzbach-Rosenberg weihte am Mittwoch seine neue Halle ein.
Fraunhofer in Sulzbach-Rosenberg weihte am Mittwoch seine neue Halle ein.
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