20.12.2019 - 13:25 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Frischzellenkur für Schlossgarage nach 30 Jahren

Das Tiefbauwerk hat 30. Geburtstag, die Stadtwerke spendieren eine umfangreiche Sanierung. Das schränkt den Betrieb stark ein, ab April sieht es für Tages- und Gelegenheitsparker schlecht aus. Dann sind Stellplätze in der City Mangelware.

Deutliche Spuren haben das Salzwasser und der Garagenbetrieb an den Wänden und auf dem Boden hinterlassen. Das wird jetzt alles in einem Aufwasch saniert.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

In den Jahren 1987 bis 1989 lief die bis dato größte Baustelle der Stadt, und der Luitpoldplatz wurde fast komplett zur Baugrube. Die Schlossgarage entstand, 220 Parkplätze sind seither vor allem bei Großveranstaltungen wie Altstadtfest oder Marktsonntag hochwillkommen.

Die Auslastung, so erklären Stadtwerke-Leiter Roland Kraus und sein Stellvertreter Armin Wolf im Pressegespräch, sei durchaus zufriedenstellend. Allerdings betrage die jährliche Minus-Summe durchschnittlich 100 000 Euro. 2005 ging die Garage ins Eigentum der Stadtwerke über.

Salz hinterlässt Spuren

Aber der berühmte Zahn der Zeit hat auch kräftig im Untergrund genagt: Salzwasser-Einträge im Winter haben teils heftige Spuren an der Fahrbahn, den Säulen und etwa einen Meter hoch auch an den Wänden hinterlassen. Beton und Bewehrung sind in Mitleidenschaft gezogen. Das und noch einiges andere muss repariert werden. Der Stadtrat hat im November einstimmig entschieden, die Planung an das Büro IFB Eigenschenk aus Deggendorf zu übergeben.

Möglichst zügig

Auch in den Treppenhäusern sieht man deutlich die Wasserspuren.

Die Ausschreibung für den Auftrag, dessen Kostenberechnung immerhin 1,4 Millionen Euro netto umfasst, läuft im Dezember, im Februar rechnet man mit der Vergabe, und das ausführende Generalunternehmen hat dann von 1. April 2020 bis Ende des Jahres oder Anfang 2021 Zeit, die umfangreichen Gewerke möglichst zügig abzuschließen. Neben dem Beton werden auch die Treppenhäuser saniert und die komplette Garage neu geweißt. Diesmal wird alles zum Schutz beschichtet, nicht nur die Parkplätze, auch Säulen, Fahrbahn und teils Wände, mit sechs diversen Flüssigkeitsaufträgen. Nun stehen in der Tiefgarage 50 Dauerparker in einem abgeriegelten Bereich (der natürlich auch saniert wird), weitere 140 Plätze sind per Vertrag fest reserviert für Tages - und sonstige Dauerparker. Deswegen gliedert sich die Sanierung in zwei Bauabschnitte.

Zwei Abschnitte

Abschnitt I umfasst den hinteren Bereich oben und unten bis zur Abfahrt, der zweite Teil behandelt die beiden vorderen Bereiche der beiden Ebenen. Deswegen werden nicht alle bestehenden Mietverträge eingehalten werden können, einige werden die Stadtwerke aussetzen müssen, bedauern Kraus und Wolf - sie werden die betreffenden Mieter rechtzeitig anschreiben und sich natürlich bereits jetzt schon um Ersatz-Parkplätze in City-Nähe bemühen.

Rund 90 Parkplätze werden zur Nutzung übrig bleiben im ersten Bauabschnitt, etwa 110 im zweiten. Eine Ampelregelung übernimmt die Steuerung der hoffentlich nicht sehr zahlreichen Ein- und Ausfahrten, ein Schild "Nur für Berechtigte" weist dann auf das Verbot der Nutzung durch "Laufkundschaft" in diesem Zeitraum hin.

Eingehende Untersuchungen haben hoffentlich eine sichere Kostenschätzung möglich gemacht. Allerdings können die 1,4 Millionen Euro von den Stadtwerken nicht ohne Zuschuss der Stadt gestemmt werden - inzwischen ist ein Verteilerschlüssel gefunden und genehmigt. Dabei ist sichergestellt, dass sich die Sanierung nicht etwa auf den Wasserpreis auswirken wird - die Stadtwerke greifen ihre Rücklagen an dafür.

Info:

Wenn der Boden sowieso saniert wird, kann man dann nicht auch die Parkplätze breiter machen? Diese Frage wird oft an sie herangetragen, erzählen Roland Kraus und Armin Wolf. Aber das geht leider nicht: „Es stehen ja überall konstruktionsbedingt die Säulen, und dazwischen passen eben nur drei Parkplätze rein. Würden wir auf zwei reduzieren, ging uns ein Drittel der Fläche verloren!“

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