09.12.2020 - 16:44 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Die fünf kleinen Fraktionen fordern Leitlinien

Nicht nur die beiden großen Parteien im Sulzbach-Rosenberger Stadtrat, auch die fünf kleineren kooperieren. In der Sitzung beantragten sie Leitlinien zum Bauen, zur Leerstandsminimierung und Eindämmung des Flächenverbrauchs.

Wenn neu gebaut wird, sollen nach dem Willen der kleineren Fraktionen künftig Leitlinien gelten, die sich auf Energieverbrauch, Geschoßzahl, Baulücken, Dachgestaltung und mehr beziehen.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Martin Kunert war dazu auserkoren, den umfangreichen Antrag vorzustellen. Den Text hatten die Stadträte von FDP/FWS, Bündnis 90/Die Grünen, Freie Wähler Umland, Die Linke und SURO2030 als gemeinsamen, fraktionsübergreifenden Antrag zusammengestellt. Überschrift: "Entwicklung und Festlegung von Leitlinien zur Verwirklichung der Ziele des nachhaltigen Bauens, von Leerstandsminimierung und der Reduzierung des Flächenverbrauchs."

Diese Leitlinien, so erläuterte Martin Kunert, sollen bei zukünftigen Entscheidungen im Stadtrat als Richtschnur dienen. Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der Stadt aus ökologischer, sozialer und auch wirtschaftlicher Sicht seien diese Leitlinien für zukünftige Generationen unverzichtbar.

Durch die gemeinsame Bearbeitung und die Zustimmung der fünf kleinen Stadtratsfraktionen stehe dieses Positionspapier bereits jetzt bei Antragstellung auf einer sehr breiten Basis. "Wir bitten deshalb die beiden großen Fraktionen CSU/JU und SPD, unter der Zielsetzung einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtentwicklung diesen Leitlinien zuzustimmen." Dies sind die Leitlinien für zukünftige Entscheidungen im Stadtrat:

  • Nachhaltiges Bauen

Bei der Ausweisung neuer Baugebiete für Einfamilienhäuser seien anteilig leerstehende Gebäude im Stadtkern und in den Ortskernen zu entwickeln. Die Umsetzung könne gemäß dem "Schweinfurter Modell" erfolgen.

Das bedeutet: Die Stadt oder die Stadtbau GmbH erwirbt leerstehende, sanierungsbedürftige Gebäude im Stadt- bzw. Ortskern, saniert die Gebäudehülle und verkauft das Gebäude anschließend als sogenanntes Ausbauhaus. Dadurch erhält der Käufer Risikominimierung und Kostensicherheit. Fördermöglichkeit gebe es etwa über den "kommunalen Entwicklungsfond".

  • Energie

Bei der Ausweisung von Neubaugebieten sei ein gemeinsamer Wärmeerzeuger für das ganze Baugebiet anzustreben, eine entsprechend dimensionierte Biomasseheizung mit einem Nahwärmenetz. Ziel müsse eine Anschlussverpflichtung für alle Bauherren sein, um ein CO2-neutrales Neubaugebiet zu erhalten.

  • Wasser

Bei der Ausweisung von Neubaugebieten soll eine möglichst intensive Regenwassernutzung für die Gartenbewässerung oder die Grauwassernutzung erreicht werden.

  • Dächer

Bei der Errichtung von Nebengebäuden, wie Garagen mit Flachdächern in Neubaugebieten sei eine Dachbegrünung anzustreben.

  • Sozialer Wohnungsbau

Bei der Ausweisung von Neubaugebieten seienjanteilig Wohneinheiten im Geschosswohnungsbau, die den Anforderungen des "Sozialen Wohnungsbaues" gerecht werden, festzulegen.

  • Baulücken

Bei allen Eigentümern von noch nicht bebauten Parzellen in Baugebieten und im Stadtkern soll die Verkaufsbereitschaft durch das Liegenschaftsamt der Stadt abgefragt werden.

  • Grundflächenzahl

Bei allen zukünftigen Gewerbe- und Industriegebieten muss das Ziel sein, eine möglichst hohe Grundflächenzahl zu erreichen.

  • Geschoßbau

Bei entsprechender Eignung der Nutzung soll versucht werden, mehrgeschossige Gewerbegebäude umzusetzen.

  • Rodungen

Bei der Entwicklung von neuen Bau- und Gewerbegebieten sind größere Rodungen zu vermeiden.

  • Anbindung

Eine zukunftsorientierte Anbindung von Neubaugebieten an den ÖPNV und das Radwegenetz sei festzulegen.

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