01.11.2021 - 16:22 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Gewerkschaft drängt auf zügige Investitionen ins Rohrwerk Maxhütte

Es ist ruhiger geworden ums Rohrwerk in Sulzbach-Rosenberg seit Investor Callista im Mai übernommen hat. Jetzt nutzten Betriebsrat und Belegschaft den Aktionstag der IG Metall, um erneut auf die drängenden Probleme hinzuweisen.

Teile der Rohrwerk-Belegschaft waren am Aktionstag der IG Metall vor das Werkstor gekommen.
von Andreas Royer Kontakt Profil

Die größte Einzelgewerkschaft im Deutschen Gewerkschaftsbund stellte ihren Aktionstag am Freitag unter das Motto „Fairwandel“. Diese Vorlage nahm auch die IG Metall-Verwaltungsstelle Amberg auf, in dem sie verschiedene Kundgebungen in ihrem Zuständigkeitsbereich argumentativ und personell begleitete. Bestens zum Thema passte die Situation im Rohrwerk Maxhütte, wo nach der Loslösung aus der Aicher-Unternehmensgruppe mit Callista im Mai ein neuer Investor eingestiegen ist, von dem sich die Belegschaft nach eigenen Angaben genau solch einen fairen Wandel erwartet, der mit Investitionen verbunden ist, um das Rohrwerk fit für die Zukunft und somit auch konkurrenzfähig zu machen.

Etwa 70 Belegschaftsmitglieder sowie Vertreter der Gewerkschaften und Kommunalpolitik dürften es gewesen sein, die sich am Freitagvormittag vor dem Haupttor des Rohrwerks Maxhütte versammelten, um sich mit den Wünschen der Arbeitnehmer solidarisch zu zeigen und den Argumenten der IG Metall Nachdruck zu verleihen. Die Gewerkschaft tritt laut Erstem Bevollmächtigten Horst Ott für eine Politik des fairen Wandels ein mit einer klaren Perspektive für die Transformation der Stahlindustrie, zu der auch neue Produkte, Nachhaltigkeit oder schnellere Herstellungsprozesse gehörten.

Sichere Ausbildung

Nach Ansicht der IG Metall – und das gelte besonders auch für das Rohrwerk – dürfe es keine Entlassungen während der Transformation geben, es müssten zukunftsfähige Arbeitsplätze und eine sichere Ausbildung gewährleistet und Investitionen umgesetzt werden. „Das Rohrwerk stellt sehr gute Produkte her, die bei den Kunden eine hohe Reputation genießen. Außerdem beweisen die Menschen, die im Rohrwerk arbeiten, täglich ihre hohe Qualität“, so Horst Ott, der entschieden für Investitionen durch den neuen Eigentümer eintrat.

Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König setzte in seinem Beitrag auch auf staatliche Unterstützung bei der Transformation der Stahlindustrie. Insgesamt war aus Gewerkschaftskreisen eine Forderung von 500 Milliarden Euro an öffentlichen Zukunftsinvestitionen bis zum Jahr 2030 zu vernehmen. Im Rohrwerk Maxhütte gehe es aber konkret um das vom Investor in dieser Woche vorgestellte Restrukturierungskonzept. König nannte hohe Einkaufspreise für Vormaterial von den Lech-Stahlwerken sowie ausufernde Energie- und Rohstoffkosten am Standort Rosenberg. „Es wurden uns zwar Investitionen genannt im Werk, aber von der versprochenen neuen Verladehalle und Investitionen auf der Kaltrohrseite wurde nicht viel dargestellt. Vielmehr hörten wir, dass im nicht operativen Rohrwerksbereich zehn Prozent der Personalkosten eingespart werden sollen. Aber wir sind doch jetzt schon im Rohrwerk in allen Bereichen unterbesetzt“, so der Betriebsratsvorsitzende.

Probleme mit dem Trainer

Er verglich die Belegschaft des Rohrwerks mit einem leistungsbereiten Fußballteam, das aber Probleme mit dem Trainer und Co-Trainer habe. Diese könnten aber wie in der Bundesliga auch mal ausgewechselt werden, was wiederum der ganzen Mannschaft gut tun würde. „Bei uns im Rohrwerk geht es fast um 500 Arbeitsplätze und um Familien. Deshalb muss das Werk schnellstmöglich wieder in sicheres Fahrwasser kommen“, so König am Mikrofon. Er plädierte für frischen Wind in der Führungsetage, umgehende Investitionen durch den neuen Eigentümer und Mitsprache bei der Umstrukturierung. Veränderungen dürften laut König aber nicht auf Kosten der Arbeitnehmer umgesetzt werden.

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„Bei uns im Rohrwerk geht es fast um 500 Arbeitsplätze und um Familien. Deshalb muss das Werk schnellstmöglich wieder in sicheres Fahrwasser kommen.“

Rohrwerk-Betriebsratsvorsitzender Karl-Heinz König

 

 

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