26.12.2019 - 15:40 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Wenn Gott unter die Haut geht

Volle Gotteshäuser, prächtige Weihnachtsmusik: An den Feiertagen verzeichnen die Kirchengemeinden der Stadt traditionsgemäß viel Zulauf. Die Geistlichen bringen den Gläubigen den Sinn des Festes näher, die Kinder machen es im Krippenspiel.

Chorleiterin Susanna Müssig-Wilczek hatte die musikalische Gesamtleitung beim Konzert in Rosenberg.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

In der St.-Marien-Kirche ging Dekan Walter Hellauer auf die neuen Sitten ein, im Fußballstadion Weihnachtslieder zu singen, auf die Fernseh-Inszenierungen und Konsum-Angebote - sinnentleertes Begehen von Weihnachten. Es christlich zu feiern war noch nie selbstverständlich. Der Widerstandskämpfer Hans Scholl habe es 1941 klar formuliert: "Ich bin erfüllt von der Freude, zum ersten Mal in meinem Leben Weihnachten eigentlich und in klarer Überzeugung christlich zu feiern. Mir ist in diesem Jahr Christus neu geboren."

An Weihnachten sage Gott zum Menschen: "In deiner Haut möchte ich stecken." Richtig lieben könne man nicht von außen. Die Frohbotschaft erreiche eher den einfachen, kleinen, übersehenen Menschen als die reichen, selbstzufriedenen. Sein Wunsch zum Schluss: "Dass Gott uns wieder unter die Haut geht, zu unserem Heil und zum Segen für die ganze Welt."

Großes Programm

20 Kinder brachten die Botschaft der Heiligen Nacht in die Christuskirche

Mit insgesamt fünf Gottesdiensten feierte die Gemeinde Christuskirche den Heiligen Abend. Viele wirkten mit bei der Gestaltung der Gottesdienste: die Kirche war von Stadtmesner Klaus Rösel und seinem Team schön geschmückt. Musikalisch beteiligten sich der Posaunenchor unter der Leitung von Doreen Deyerl, die Kantorei der Christuskirche, ein Kinderchor von Engeln. Eine Krippenspielgruppe bereicherte unter Leitung von Pfarrerin Ulrike Häberlein den Familiengottesdienst am Nachmittag.

In den Gottesdiensten in St. Barbara und im Andreas-Raselius-Haus in Hahnbach predigte Diakonin Irene Elsner. Die musikalische Leitung lag in der Hand von Kirchenmusikdirektor Gerd Hennecke.

Nicht perfekt sein

Die "Heilige Familie" hatte Dekan Karlhermann Schötz als Thema in der Christvesper. Durch Jesus seien die Menschen Kinder Gottes und so eine große Familie. Freilich könne an Weihnachten aus der "Heiligen Familie" leicht die eilige Familie werden und es dann auch zu kleinen und großen Katastrophen kommen. Die Botschaft von Weihnachten laute also: "Du musst nicht perfekt sein. Auch nicht die Familie an Weihnachten." Aber: "Das Bild von der Heiligen Familie wird sich bewähren in unserer Menschlichkeit." Dieses setzte sich fort in der Christmette. "Kommet nach Bethlehem", war mit dem Lied "Herbei, o ihr Gläub'gen" das Thema der Predigt von Stadtpfarrer Roland Kurz.

Christen nicht allein

"Über denen, die im Finstern wohnen, wird es hell - das ist ein Versprechen, das mir unter die Haut geht", erklärte Pfarrer Uwe Markert in St. Johannis Rosenberg. Denn ihm sei wieder einiges im vergangenen Jahr nahe gegangen: "Menschen, die zu uns geflohen sind, die sich hier eingelebt haben, Kinder, die Klassen- und Fußballkameraden geworden sind, müssen jetzt wieder heim." Als Christen hätten wir die Hoffnung, dass wir nicht alleine seien im Bemühen um Frieden.

Pfarrer Saju Thomas in Herz Jesu Rosenberg warnte davor, dass Weihnachten zur Mythologie werden könnte, wenn niemand mehr Zeit haben würde für kirchliche Feiern zur Geburt Christi. Mit der Menschwerdung Gottes habe sich aber die Suche aller Mythologie erfüllt. Das Kinde in der Krippe führte alle Menschen aus Staunen zur Sprachlosigkeit. "Der Höchste im Himmel wurde der Schwächste von allen hier auf Erden. Der Schöpfer der Welt wurde selbst das Geschöpf." Die selbstbestimmte Freiheit Jesu wurde eine lebenslängliche Gefangenschaft für die Menschen.

Die Festmesse in Rosenberg gestalteten die Kirchenchöre Herz Jesu und St. Antonius Kümmersbruck mit der Krönungsmesse von W. A. Mozart für gemischten Chor, Solisten und Orchester, dem Transeamus von J. Schnabel sowie einer Weihnachtskantate von V. Rathgeber. An der Orgel spielte Sebastian Brandl, als Solisten wirkten mit Elisabeth Schöx (Sopran), Irene Wetzler (Alt), Pedro Faggin (Tenor) und Lorenz Blatter (Bass). Die Gesamtleitung hatte Chorleiterin Susanna Müssig-Wilczek.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.