06.09.2020 - 13:53 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Großeinsatz bei Vermisstensuche in Sulzbach-Rosenberg

Hubschrauberlärm und Blaulicht: Rund hundert Einsatzkräfte suchen in der Nacht zum Sonntag einen 87-Jährigen aus Sulzbach-Rosenberg, der vor Mitternacht seine Wohnung verlassen hatte und nicht mehr zurückgekehrt war.

Die Einsatzleitung für die groß angelegte Vermisstensuche quartierte sich im THW Sulzbach-Rosenberg ein. Hier liefen die Fäden zusammen.
von Markus Bleisteiner Kontakt Profil

Immer wieder unterbrach am Sonntag dröhnender Hubschrauberlärm die Nachtruhe über Sulzbach-Rosenberg. Das blitzende Blaulicht etlicher Einsatzfahrzeuge erhellte die dunklen Straßen; Feuerwehr, Polizei, THW, BRK und Bergwacht – über hundert Einsatzkräfte durchkämmten die Stadt sowie Wald und Flur auf der Suche nach einem 87-jährigen Mann.

Kurz vor Mitternacht war am Samstagabend die Meldung bei der Polizei eingegangen, dass der an Demenz erkrankte Senior nicht mehr in seine Wohnung zurückgekehrt sei. Um den hilflosen Mann zu finden, und um Schlimmeres zu verhindern, musste schnell gehandelt werden. Sofort setzte sich die Rettungs-Maschinerie in Gang. Obwohl tief in der Nacht, klappte die Suchaktion wie am Schnürchen. Beim THW in Sulzbach-Rosenberg liefen die Fäden zusammen Die Einsatzleitung der Hundestaffeln hatte Horst Ott vom THW, die polizeiliche Werner Besoke von der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg inne. Die Gesamtleitung bei der Personensuche oblag der Feuerwehr mit Kreisbrandmeister Jürgen Schloß und Kreisbrandinspektor Christoph Strobl an der Spitze. Hilfe kam von der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) des Landkreises Amberg-Sulzbach.

Rund hundert Helfer

Im Minutentakt brausten immer mehr Fahrzeuge und Rettungskräfte auf des THW-Gelände. Insgesamt rund 100 Helfer waren bei der Suchaktion im Einsatz, um den Vermissten zu finden und ihm letztendlich das Leben zu retten. Bekannt war nur, dass der Mann ab und an im nordöstlichen Bereich der Stadt spazieren gehen würde. Somit lag der Fokus erstmal auf diesem Bereich, sprich dem Umfeld des Annabergs sowie dem Industriegebiet Ost und den Fatzen. Auch ein Polizeihubschrauber war mittlerweile aufgestiegen und setzte eine Wärmebildkamera ein, um den Senior aufzuspüren.

Diensthundeführer Walter Schuster mit Rettungshund Einstein. Insgesamt elf Rettungshunde waren an der Suche beteiligt, darunter auch zwei speziell ausgebildete Personenspürhunde (Mantrailer).

Neben der Polizei und dem THW waren an dem Großeinsatz jetzt Kräfte der Feuerwehren aus Sulzbach-Rosenberg, Rosenberg, Siebeneichen, Hahnbach sowie Schwarzhofen mit ihrer Rettungshundestaffel beteiligt. Auch die Bergwacht Sulzbach-Rosenberg war angerückt und leistete ihren wichtigen Beitrag zur Vermisstensuche. Mutige Helfer der Feuerwehr Sulzbach-Rosenberg paddelten sogar mit einem Boot in der stockdunklen Nacht den Rosenbach bis nach Unterschwaig hinab, um auch das Wasser und den Uferbereich nicht außer Acht zu lassen.

Unermüdliche Suche

Unermüdlich über viele Stunden hinweg ließen die Retter nicht nach, den Senior zu finden. Gegen 8.25 Uhr erreichte die Einsatzleitung der erlösende Funkspruch, der 87-Jährige sei gefunden worden. Es gehe ihm den Umständen entsprechend gut. Wie von der Polizei zu erfahren war, war der Mann nicht weit von seiner Wohnung entfernt vom Weg abgekommen und einen steilen Abhang hinuntergefallen. Er konnte sich aus seiner misslichen Lage nicht mehr selbst befreien. Ein Familienangehöriger hat ihn durch Zufall dort liegend entdeckt. Zur medizinischen Versorgung wurde der Mann sogleich ins örtliche St.-Anna-Krankenhaus gebracht.

Um 8.25 Uhr kam über Funk die Meldung: "Der vermisste 87-Jährige ist gefunden und wohlauf". Die Mienen der beiden Einsatzleiter Werner Besoke von der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg (links) und Horst Ott vom THW Sulzbach-Rosenberg hellten sich auf.

"Das war vorbildlich, wie alle Rettungskräfte zusammengearbeitet haben", lobte Horst Ott. "Auch wir von der Polizei können alle am Einsatz beteiligten Frauen und Männer nur loben. Das hat alles hervorragend geklappt", fügte Polizeihauptkommissar Werner Besoke hinzu. Beide waren sich einig: "Aber das Wichtigste ist, dass der Mann gefunden wurde und wohlauf ist."

Weitere Vermisstensuche in Amberg

Amberg
Auch die Bergwacht Sulzbach-Rosenberg half bei der nächtlichen Vermisstensuche mit.

 

 

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