06.06.2018 - 14:46 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Großinvestition für das Alter

Sie ist eine der größten ambulanten Pflegeeinrichtung im Landkreis und wächst weiter: Die Ökumenische Sozialstation Sulzbach-Rosenberg ist zwar schon 45 Jahre alt, aber ihr Tatendrang ungebrochen. Für 2019 plant sie ein großes Projekt.

Sie freuen sich auf das neue Projekt: Alexandra Pirner von der Fachstelle für pflegende Angehörige (links) und Pflegedienstleiterin Brigitte Riederer (rechts) mit Geschäftsführer Günter Koller.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

(ge) "Wir haben uns gewaltig weiterentwickelt", stellt der langjährige Caritas-Geschäftsführer Günter Koller im Pressegespräch fest. Gegründet am 28. Mai 1973 von den vier Elisabethen- und Diakonievereinen Sulzbach und Rosenberg, beschäftigt die Pflegeeinrichtung inzwischen 63 Mitarbeiter. Sie sind mit 27 Dienstfahrzeugen jedes Jahr rund 400 000Kilometer unterwegs zu den Patienten und liefern dabei auch noch fast 27 000 Portionen "Essen auf Rädern" aus. Günter Koller setzt übrigens mittelfristig auf eine Flotte aus E-Autos nach dem Modell der Post.

Die eindrucksvolle Bilanz von Koller hat auch mit den neuen Pflegestärkungsgesetzen zu tun. "Wir sind klare Gewinner dieser Situation", beschreibt er die Auswirkungen der "Ambulant vor stationär"-Strategie. Weil die Leute immer mehr zuhause gepflegt werden wollen, hat sich auch der Ergänzungsdienst "Essen auf Rädern" gesteigert: Von 2013 bis heute verdoppelte er sich von 13 300 auf 26 700 Portionen jährlich.

Hier zahlt sich das Engagement bei der Tagesbetreuung aus.Der Besuch der aktiven Gruppen am Nachmittag in der Sozialstation brummt: Seniorentreff, Strick-Café, Demenzgruppe "Sonnenstrahl", Angehörigen-Café - sie alle sind beliebt und bestens belegt. Auch die anerkannte Beratungsstelle für pflegende Angehörige wird gut angenommen. Alexandra Pirner berichtet über die neuen gesetzlichen Leistungen der Pflegeversicherung in den fünf Pflegegraden: Bis zu 1995 Euro monatlich sind für die Tagespflege drin, damit lassen sich viele Möglichkeiten abdecken.Sie kann über mangelnde Arbeit nicht klagen.

Grund zur Sorge hat aber Pflegedienstleiterin Brigitte Riederer: "Wir könnten mehr Personal einstellen, aber wir bekommen keins!" Pflegefachkräfte und qualifizierte Hilfskräfte sind enorme Mangelware. Das führt zu starker Belastung der Mitarbeiter, denn die Aufgaben werden nicht weniger.

Die Neuerungen im Pflegestärkungsgesetz und die große Nachfrage nach Tagespflege haben in der Gesellschafterversammlung zu einer aufsehenerregenden Entscheidung geführt: Die Sozialstation beabsichtigt, in Sulzbach-Rosenberg ein neues Tagespflegezentrum zu errichten. "Zur Zeit stecken wir in Grundstücksverhandlungen", erklärt Günter Koller. Aber er verrät einige Details: Das Grundstück wird zwischen 600 und 1000 Quadratmetern haben, denn der eingeschoßige Bau soll einmal etwa 320 Quadratmeter Nutzfläche aufweisen. Hier können Patienten von Montag bis Freitag halb- oder ganztags einen oder mehrere Tage pro Woche in Gruppen betreut werden. Insgesamt 20 Plätze sind vorgesehen. Dazu braucht es natürlich auch Personal: "Inklusive der Fahrer für den Hol- und Bringdienst sowie den Geronto-Fachkräften, den Hilfskräften, der Hauswirtschaft und Küche werden es wohl rund zehn neue Arbeitsplätze sein", kündigt der Geschäftsführer für diese Solitär-Einrichtung an. Sie wird durch die Heimaufsicht und den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MdK) betreut. Und wann soll das alles geschehen? 2019 wolle man den Betrieb aufnehmen, verrät Koller abschließend. Die Investitionssumme dürfte bei über einer Million Euro liegen. Dann ist die Stadt um ein weiteres wichtiges Angebot für Senioren reicher.



Info:

Samstag zum Patientenfest

45 Jahre Ökumenische Sozialstation sind ein Grund zum Feiern, meinen die Verantwortlichen und laden am Samstag, 9. Juni, von 14 bis 17 Uhr zum großen Patientenfest in der Sozialstation an der Hofgartenstraße ein. Auf Patienten und Angehörige wartet neben einer ökumenischen Andacht viel für das leibliche Wohl. Auch einige Einlagen sind geplant. Die Leitung rechnet mit bis zu 200 Besuchern.

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