04.02.2020 - 17:20 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Hilfe für sozial Schwache kommt gleich im Paket

Job-Center und Diakonie helfen beim neuen Bildungs- und Teilhabe-Angebot: Es ist hauptsächlich für Hartz-IV-Bezieher gedacht.

Sie sind die Experten für das neue Bildungspaket: Von links Sonja Schleicher, Elke Wolfsteiner, Gertrud Strauß, Renate Frenzl-Bücherl, Theo Wißmüller und Irina Fersch.
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Allianz ist beeindruckend. Und segensreich für sozial Schwache: Das Jobcenter Amberg-Sulzbach und die Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit (KASA) der Diakonie kümmern sich Hand in Hand darum, dass Förderleistungen auch ankommen. Insbesondere Kinder und Jugendliche profitieren vom Starke-Familien-Gesetz.

Sie sind gute Partner geworden im Laufe der letzten Jahre. Jobcenter und KASA informierten in einem Gespräch mit unserer Redaktion über das sogenannte Bildungs- und Teilhabe-Paket mit seinen vielen Leistungen für Kinder aus sozial schwachen Familien. Sonja Schleicher, Geschäftsführerin des Jobcenters Amberg-Sulzbach, erläuterte mit Theo Wißmüller von der Diakonie sowie Elke Wolfsteiner, Renate Fenzl-Bücherl, Irina Fersch und Gertrud Strauß die Fakten, die ihrer Meinung nach noch viel zu wenig bekannt seien bei den betroffenen Personen in Stadt und Land. Folgende Ausgaben werden nun voll erstattet: Kosten für ein- und mehrtägige Ausflüge, mit der Kindertageseinrichtung/-pflege, Schule, Kindergarten (zum Beispiel Klassenfahrten, Schullandheimaufenthalte). Es gibt keine Begrenzung bei der Anzahl der Unternehmungen.Gemeinschaftliches Mittagessen in Schulen, Kindergärten, Kindertageseinrichtungen/-pflege: Übernahme der vollen Kosten, keine Selbstbeteiligung mehr. Angemessene Lernförderung, die die schulischen Angebote ergänzt Aber: Hier ist ein gesonderter Antrag vor der Durchführung notwendig. Schülerbeförderung; : Beförderungskosten zur nächstgelegenen Schule des gewählten Bildungsweges, soweit nicht anderweitig gedeckt wie in Bayern meist durch Schulwegkostenfreiheit. Für nachstehende Aufwendungen können Zuschüsse gewährt werden: Persönlicher Schulbedarf (Schulgeld). Die Auszahlung erfolgt mit der monatlichen Sozialleistung im August (100 Euro) und im Februar (50 Euro), Soziale und kulturelle Aktivitäten, (zum Beispiel Mitgliedschaft im Sportverein, Musikschule, Ferienfreizeiten) - hier gibt es 15 Euro monatlich. Abgerechnet wird, wie auch bei allen anderen Leistungen, direkt mit dem Anbieter.Wer erhält nun diese Vorteile? Theo Wißmüller weiß es genau: "Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, wenn sie oder ihre Eltern Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen." Das Geld zu bekommen ist relativ einfach, sagt Elke Wolfsteiner: "Es braucht in der Regel keine gesonderte Antragstellung mehr, Ausnahme ist der Antrag auf Lernförderung. Hier genügt ein Nachweis über die Teilnahme oder Inanspruchnahme mit Höhe der anfallenden Kosten."

Das Paket sei eine kommunale Leistung, überall unterschiedlich ausgeprägt, stellte Sonja Schleicher fest. Mit dem Antrag auf Hartz IV seien schon viele Ansprüche abgedeckt, sie müssten nur noch angemeldet werden. "Wir bezahlen etwa den Skikurs, die Klassenfahrt, den Zoobesuch oder das gemeinschaftliche Mittagessen, sofern wir einen entsprechenden Elternbrief mit den jeweiligen Kosten vorgelegt bekommen". Wenig in Anspruch genommen würde bis jetzt auch die Möglichkeit der Nachhilfe-Förderung. Ebenso könnten Jahresbeiträge von Vereinen oder Musikschulen direkt übernommen werden.

Gerade die KASA der Diakonie sehe ihren Schwerpunkt in der Beratung der betroffenen Menschen zu diesen Themen, meinten Gertrud Strauß, Renate Fenzl-Bücherl und Irina Fersch. Viele Bedürftige scheuten sich auch, einen Antrag zu stellen, damit ihnen geholfen werden kann. "In Einzelfällen hilft die KASA auch mit einem Spendenzuschuss - allerdings erst dann, wenn alle anderen rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind."

Sonja Schleicher lieferte auch aktuelle Eckdaten vom Januar 2020 mit, die für den Landkreis Amberg- Sulzbach (zuerst genannt) und die kreisfreie Stadt Amberg gelten.

Arbeitslosenqote: 2,9 (5,3), Bedarfsgemeinschaften (hier sind Familien gemeint):1020 (1054), erwerbsfähige Leistungsberechtigte:1347 (1377), Arbeitslose: 420 (583), nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte:569 (542). Letztere umfassen zu rund 60 Prozent Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren

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